Wirtschaftsnobelpreis geht an Hall und Woodford für Stabilitätsforschung
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 11:58 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAuszeichnung für Hall und Woodford
- Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften gab die Preisträger am Montag in Stockholm bekannt.
- Robert E. Hall und Michael Woodford wurden für ihre Forschung zu mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung ausgewählt.
- Der Preis ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet etwas mehr als eine Million Euro.
Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften teilte die Entscheidung am Montag in Stockholm mit.
Forschung zur makroökonomischen Stabilisierung
Die Akademie würdigt die beiden Wissenschaftler für ihre Forschung zu den „mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung“. Dabei geht es um die Verbindung zwischen Entscheidungen einzelner Wirtschaftsakteure und der Entwicklung der Gesamtwirtschaft.
Der Preis gilt als renommierteste Auszeichnung im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet, weil er jährlich gemeinsam mit den Nobelpreisen verliehen wird und mit derselben Preissumme dotiert ist.
Zwölf Millionen schwedische Kronen
Die aktuelle Preissumme beträgt zwölf Millionen schwedische Kronen. Das entspricht umgerechnet etwas mehr als einer Million Euro.
Anders als die übrigen Nobelpreise wurde die Auszeichnung nicht von Alfred Nobel gestiftet. Die Schwedische Reichsbank rief sie 1968 anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens ins Leben; erstmals wurde der Preis 1969 verliehen.
Die Auszeichnung würdigt einen Forschungsansatz, der makroökonomische Entwicklungen aus den Entscheidungen einzelner Haushalte, Unternehmen und anderer Akteure erklären will. Im Mittelpunkt steht damit die Verbindung zwischen Mikroökonomie und Fragen der gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung.
Für die Wirtschaftspolitik ist dieser Zusammenhang relevant, weil Maßnahmen gegen Inflation, Konjunkturschwäche oder Finanzmarktturbulenzen nicht nur über aggregierte Kennzahlen wirken. Entscheidend ist auch, wie private Haushalte und Unternehmen auf Zinsen, Erwartungen, Preise und staatliche Entscheidungen reagieren. Solche Reaktionen können die Wirkung politischer Eingriffe verstärken oder abschwächen.
Bedeutung für die Wirtschaftspolitik
Die Forschung zu mikroökonomischen Grundlagen hilft, Stabilisierungspolitik auf nachvollziehbare Verhaltensannahmen zu stützen. Sie berührt damit zentrale Fragen von Zentralbanken und Regierungen: Wie beeinflussen angekündigte Maßnahmen Erwartungen, wann wirken Zinsänderungen und unter welchen Bedingungen stabilisieren wirtschaftspolitische Eingriffe die Nachfrage und die Preise?
Der Preis hat zudem eine besondere institutionelle Stellung. Er wird zwar gemeinsam mit den Nobelpreisen bekannt gegeben und mit derselben Preissumme von aktuell zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, gehört aber nicht zu den ursprünglich von Alfred Nobel gestifteten Auszeichnungen. Die Schwedische Reichsbank rief ihn 1968 anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens ins Leben; erstmals wurde er 1969 verliehen.

