EU-Gipfel ohne Drohnenalarm? Merz & Co tagen in Kopenhagen
01.10.2025 - 03:37:06Unter dem Eindruck der jĂŒngsten Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen beraten die Staats- und Regierungschefs der EU-LĂ€nder heute in Kopenhagen ĂŒber gemeinsame Anstrengungen fĂŒr bessere Abschreckung und Verteidigung. Bei dem Spitzentreffen in der dĂ€nischen Hauptstadt geht es vor allem um die Frage, welche militĂ€rischen FĂ€higkeiten ĂŒber EU-Projekte aufgebaut oder gestĂ€rkt werden können.
Bereits auf dem Tisch liegen PlĂ€ne fĂŒr einen sogenannten Drohnenwall, der mit modernster Technik das Erkennen, Verfolgen und Abfangen von unbemannten Flugkörpern ermöglichen soll. Er soll möglichst schnell an der Ostflanke der EU aufgebaut werden.
Weiteres groĂes Thema bei dem ersten groĂen EU-Spitzentreffen in der zweiten JahreshĂ€lfte ist die weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine. Bundeskanzler Friedrich Merz und KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen haben in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, eingefrorene russische Zentralbankgelder zu nutzen, um der Ukraine zusĂ€tzliche Darlehen zur VerfĂŒgung zu stellen. Im GesprĂ€ch ist ein Betrag im Umfang von etwa 140 Milliarden Euro.
Gipfel mit Ukraine am Donnerstag
Zudem wird erwartet, dass EU-Staaten wie Spanien und Irland die katastrophale humanitĂ€re Lage im Gazastreifen ansprechen und auf eine Einigung auf Sanktionen gegen Israel dringen. Wie bei den anderen Themen auch waren dabei bis zuletzt allerdings keine Entscheidungen absehbar. Konkrete Fortschritte dĂŒrfte es frĂŒhestens beim nĂ€chsten formellen EU-Gipfel geben, der in der vorletzten Oktober-Woche in BrĂŒssel stattfinden soll.
An die EU-Beratungen schlieĂt sich am Donnerstag ebenfalls in Kopenhagen der siebte Gipfel der EuropĂ€ischen Politischen Gemeinschaft (EPG) an. Bei ihm soll es ebenfalls um die UnterstĂŒtzung der Ukraine, aber auch um wirtschaftliche Sicherheit und Migrationsfragen gehen.
Der EPG-Gipfel ist ein GesprĂ€chsformat, das vom französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron ins Leben gerufen wurde. Eingeladen sind diesmal Staats- und Regierungschefs aus 47 LĂ€ndern. Darunter sind neben den 27 EU-Staaten auch LĂ€nder wie GroĂbritannien, Moldau, die Ukraine, die Schweiz und Georgien.
Deutsche Fregatte unterstĂŒtzt Sicherheitskonzept
Mit Spannung wird erwartet, ob es DĂ€nemark gelingt, gröĂere StörfĂ€lle bei den Spitzentreffen zu verhindern. In dem Land gibt es seit Anfang vergangener Woche immer wieder Drohnenalarm. Wer hinter den VorfĂ€llen steckt, ist bislang unklar. Russland weist den Verdacht einer Verwicklung als «bodenlos» zurĂŒck.
Die dĂ€nischen Behörden haben bislang keine Schuldzuweisungen vorgenommen, gehen allerdings von einem professionellen Akteur aus, der mit dem Vorgehen Unruhe in dem Nato-Land stiften will. Im Raum steht die Vermutung, dass zumindest einige Drohnen von einem Schiff aus gesteuert worden sein könnten. Wegen der Drohnensichtungen in Kopenhagen musste aus SicherheitsgrĂŒnden zeitweise sogar der Flughafen gesperrt werden - Tausende Reisende waren von FlugausfĂ€llen und VerspĂ€tungen betroffen. Betroffen waren aber beispielsweise auch MilitĂ€ranlagen.
Auch Partnerstaaten am Schutz beteiligt
Am Schutz der Gipfeltreffen beteiligen sich nun auch StreitkrĂ€fte aus Partnerstaaten. Die Bundeswehr hat unter anderem die Fregatte «Hamburg» nach Kopenhagen geschickt, die speziell fĂŒr die Luftverteidigung ausgerĂŒstet und mit ihrem Radar in der Lage ist, mehr als 1.000 Ziele gleichzeitig zu erfassen. Im Idealfall bleibt es allerdings fĂŒr die Besatzung ruhig. Ăber DĂ€nemark herrscht wĂ€hrenddessen Drohnenverbot â nur die Polizeidrohnen dĂŒrfen in der Luft sein.
Als Super-GAU fĂŒr die EU und Gipfelgastgeber DĂ€nemark gilt das Szenario, dass wegen der Sichtung von unbemannten Flugobjekten Flugzeuge von Staats- und Regierungschefs nicht oder nur verspĂ€tet in Kopenhagen landen können und deswegen der Ablauf des Spitzentreffens gestört wird.









