Hunderte Verletzte nach Explosionen im Libanon
17.09.2024 - 16:39:33Bei einem mutmaĂlich koordinierten Angriff im Libanon sind Hunderte Menschen verletzt worden - durch explodierende TelekommunikationsgerĂ€te. Das erfuhr die Deutschen Presse-Agentur aus Kreisen eines Krankenhauses in einem sĂŒdlichen Vorort der Hauptstadt Beirut. Dort seien rund 300 Verletzte eingeliefert worden. Offizielle Opferzahlen gab es zunĂ€chst nicht.Â
Die Hisbollah erklĂ€rte, zwei ihrer Mitglieder und ein MĂ€dchen seien getötet und viele weitere Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten sollen auch Mitglieder der Radwan-Truppe gewesen sein, einer Eliteeinheit der Hisbollah. Zudem sollen auch hochrangige Hisbollah-Vertreter verletzt worden sein, wie eine der Miliz nahestehende Quelle bestĂ€tigte. Die GrĂŒnde fĂŒr die zeitgleichen Explosionen wĂŒrden untersucht, erklĂ€rte die Miliz.Â
In Videos von Ăberwachungskameras war zu sehen, wie es etwa in SupermĂ€rkten zu kleineren Explosionen kam. Teils lagen Menschen danach am Boden. Die Explosionen ereigneten sich örtlichen Medien zufolge in den sĂŒdlichen Vororten Beiruts, wo die Hisbollah besonders stark ist, sowie im SĂŒden des Landes. Ob es Tote gab, war zunĂ€chst nicht klar.Â
Panik in den StraĂen
Augenzeugen berichteten von Panik in den StraĂen Beiruts. Zahlreiche Krankenwagen waren im Einsatz. Das libanesische Gesundheitsministerium rief alle KrankenhĂ€user zu höchster Alarmbereitschaft auf und forderte die Menschen auf, keine FunkgerĂ€te zu benutzen. Bei den explodierten GerĂ€ten soll es sich um tragbare FunkrufempfĂ€nger handeln, die auch als Pager bekannt sind. Das Ministerium rief zu Blutspenden auf.
Auch Irans Botschafter im Libanon, Modschtaba Amani, soll Medienberichten zufolge bei der Explosion eines Pagers verletzt worden sein. Die Hisbollah ist der wichtigste nicht-staatliche VerbĂŒndete der Islamischen Republik Iran.
Auch in Syrien soll es zu Ă€hnlichen VorfĂ€llen gekommen sein. Die Syrische Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte bestĂ€tigte, dass mehre Mitglieder der Hisbollah durch explodierende KommunikationsgerĂ€te in der NĂ€he der Hauptstadt Damaskus verletzt wurden. Aus syrischen Sicherheitskreisen hieĂ es, ein Pager sei unter anderem in einem Auto in der Hauptstadt Damaskus explodiert.
Konflikt zwischen Hisbollah und Israel
Im Raum stand die Vermutung, dass Israel die GerÀte als Angriff auf Hisbollah-KÀmpfer womöglich gezielt zur Explosion gebracht haben könnte. Israels Armee kommentierte die VorfÀlle im Libanon zunÀchst nicht.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast einem Jahr kommt es im Grenzgebiet fast tĂ€glich zu Konfrontationen zwischen der libanesischen Hisbollah und dem israelischen MilitĂ€r. Auf beiden Seiten gab es infolge des Beschusses Tote - die meisten von ihnen waren Mitglieder der Hisbollah. Erst am Dienstag wurden nach israelischen Angaben bei einem Angriff auf einen Ort im SĂŒdlibanon drei Hisbollah-KĂ€mpfer getötet. Die proiranische Schiitenmiliz handelt nach eigenen Angaben aus SolidaritĂ€t mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen.


