Zivilisten, Ost-Kongo-Konflikt

Immer mehr Zivilisten schwer verletzt in Ost-Kongo-Konflikt

06.03.2024 - 11:08:30

Zivilisten geraten zunehmend zwischen die Fronten im Konflikt zwischen Milizen und MilitĂ€r. Hunderte werden durch schwere Waffen verletzt, KrankenhĂ€user sind ĂŒberfĂŒllt.

Im seit Wochen eskalierenden Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo geraten nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) immer mehr Zivilisten ins Kreuzfeuer zwischen Milizen und MilitÀr.

Es gebe einen starken Anstieg an Zivilisten, die durch schwere Waffen verletzt wurden, sagte IKRK-Generaldirektor Robert Mardini. Nach einem Besuch in der Region Kivu beschrieb er die Lage als «alarmierend». Der Konflikt sei eine der grĂ¶ĂŸten und komplexesten humanitĂ€ren Krisen der Welt, so Mardini.

Bilanz der vergangenen Wochen: Hunderte verletzte Zivilisten

Der Osten des Kongo gilt als eine der gefĂ€hrlichsten Regionen der Welt. Seit einem Vierteljahrhundert verĂŒben Dutzende bewaffnete Gruppen hier immer wieder AnschlĂ€ge. Vielen von ihnen geht es um die Kontrolle strategisch wichtiger BodenschĂ€tze wie Coltan, Kobalt, Gold und Diamanten. Eine der stĂ€rksten Milizen der Region, die M23, liefert sich seit Anfang Februar heftige KĂ€mpfe mit Regierungstruppen. In den vergangenen vier Wochen sind laut IKRK Hunderte Zivilisten schwer verletzt worden, darunter Frauen und Kinder. Knapp die HĂ€lfte sei von Granaten oder anderen schweren Waffen getroffen worden, die in dicht besiedelten Stadtgebieten einsetzt worden seien.

«Was wir jetzt im Osten der Demokratischen Republik Kongo sehen, ist in vielerlei Hinsicht beispiellos und Ă€ußerst besorgniserregend», sagte Mardini. KrankenhĂ€user seien ĂŒberlaufen; vor einigen Einrichtungen hĂ€tten Zelte aufgeschlagen werden mĂŒssen. Verletzte Zivilisten benötigten komplexe Operationen und Amputationen; einige seien wĂ€hrend des Transports zu Kliniken gestorben. Etwa sieben Millionen der insgesamt 100 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner des Landes sind nach Angaben des IKRK aufgrund des Konflikts aus ihren HĂ€usern vertrieben worden, viele von ihnen mehrfach.

@ dpa.de