Frank-Walter Steinmeier, Staatsbesuch

Steinmeier sichert RumĂ€nien Hilfe fĂŒr Schengen-Aufnahme zu

24.05.2023 - 13:58:24

Zuletzt war 2016 BundesprĂ€sident Joachim Gauck auf Staatsbesuch in RumĂ€nien. Sein Nachfolger Frank-Walter Steinmeier ist nun endlich angereist - und sichert den RumĂ€nen UnterstĂŒtzung zu.

  • Will sich wĂ€hrend des Staatsbesuchs auch mit Vertretern der deutschen Minderheit treffen: Frank-Walter Steinmeier. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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  • Shakehands zwischen BundesprĂ€sident frank-Walter steinmeier (l.) und dem rumĂ€nischen MinisterprĂ€sidenten Nicolae-Ionel Ciuca. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Will sich wÀhrend des Staatsbesuchs auch mit Vertretern der deutschen Minderheit treffen: Frank-Walter Steinmeier. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaShakehands zwischen BundesprÀsident frank-Walter steinmeier (l.) und dem rumÀnischen MinisterprÀsidenten Nicolae-Ionel Ciuca. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier hat RumĂ€nien weitere deutsche UnterstĂŒtzung fĂŒr die Aufnahme in den europĂ€ischen Schengen-Raum ohne Grenzkontrollen zugesagt.

«Wir sind seit langem der Meinung, dass RumĂ€nien in den Schengen-Raum gehört», sagte er in Bukarest nach einem GesprĂ€ch mit RumĂ€niens PrĂ€sident Klaus Iohannis. Die deutsche UnterstĂŒtzung, diejenigen zu ĂŒberzeugen, die eine Aufnahme noch verhindern, werde anhalten.

Iohannis dankte Steinmeier fĂŒr die «die nachdrĂŒckliche und aktive UnterstĂŒtzung Deutschlands» fĂŒr den Beitritt, fĂŒr den im EuropĂ€ischen Rat Einstimmigkeit nötig ist. Der Schengen-Beitritt war ursprĂŒnglich fĂŒr dieses Jahr anvisiert worden, scheiterte jedoch am Widerstand der Niederlande und Österreichs. Wien war im vergangenen Herbst ĂŒberraschend als neuer Gegner hinzugekommen - mit dem Argument, dass die Schengen-Erweiterung die illegale Migration fördern wĂŒrde.

«Unser Platz ist im Schengen-Raum»

Iohannis signalisierte VerstĂ€ndnis fĂŒr diese Sorge: «Das Thema der illegalen Migration bewegt viele EuropĂ€er.» Aber man erprobe gerade in einem von der EU geförderten Pilotprojekt an der Grenze zu Serbien den Umgang mit diesem Problem. Die politischen Diskussionen dazu gingen weiter. «Ich denke, die Dinge bewegen sich», sagte Iohannis. «Unser Platz ist ohne Zweifel im Schengen-Raum.»

Steinmeier betonte, die ĂŒberzeugenden Argumente fĂŒr einen Schengen-Beitritt RumĂ€niens seien ausgetauscht. «Wir werden diese Argumente mit NachdrĂŒcklichkeit gegenĂŒber Österreich und den Niederlanden geltend machen.» Dies gelte in erster Linie fĂŒr die Bundesregierung. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich erst im April bei einem Besuch in Bukarest fĂŒr einen Beitritt des EU- und Nato-Landes in den Schengen-Raum noch in diesem Jahr ausgesprochen.

Der BundesprĂ€sident war am Vormittag zu einem dreitĂ€gigen Staatsbesuch in RumĂ€nien eingetroffen. Er wurde zum Auftakt von Iohannis an seinem Amtssitz mit militĂ€rischen Ehren begrĂŒĂŸt. Steinmeier wollte sich spĂ€ter auch mit RumĂ€niens MinisterprĂ€sident Nicolae Ciuca treffen.

Deutschland beteiligt sich an StÀrkung der Nato-Ostflanke

Steinmeier kĂŒndigte an, dass Deutschland seinen Beitrag zur weiteren StĂ€rkung der Nato-Ostflanke als Reaktion auf den Ukraine-Krieg leisten wird. Man sei nicht nur bereit, die Nato allgemein in ihrer VerteidigungsfĂ€higkeit mehr zu unterstĂŒtzen, sagte er.. «Sondern wir wissen insbesondere, dass die Ostflanke gestĂ€rkt werden muss, auch durch PrĂ€senz gestĂ€rkt werden muss.»

Steinmeier verwies auf die dazu bereits von Deutschland geleisteten BeitrĂ€ge - zum Beispiel die Beteiligung an der LuftraumĂŒberwachung am östlichen Rand des BĂŒndnisses. Derzeit arbeite die Nato an einem Konzept hierfĂŒr fĂŒr die Zukunft. «Deutschland wird sich seiner Verantwortung dabei nicht entziehen», betonte der BundesprĂ€sident. Zugleich versicherte er Iohannis: «Wir sehen die rumĂ€nischen SicherheitsbedĂŒrfnisse mit ganz besonderer SensibilitĂ€t.»

@ dpa.de