WJC-PrĂ€sident: Auschwitz war der âZenit des Bösenâ
26.01.2020 - 17:35:43 | ad-hoc-news.de
Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz hat Ronald Lauder als PrĂ€sident des World Jewish Congress (WJC, JĂŒdischer Weltkongress) die Ereignisse im Lager als Zenit und Gipfel des Bösen bezeichnet. Er forderte Deutschland auf, stĂ€rker gegen antisemitische und rassistische Hetze vorzugehen.
Lauder bezog sich in seiner Rede vor allem auf den aufkeimenden Hass im Internet. Deutschland mĂŒsse seine Anstrengungen deutlich verstĂ€rken, so der WJC-PrĂ€sident. Rassistische und antisemitische Hasspostings dĂŒrften im Internet keinen Platz finden. Der BILD-Zeitung (Montagsausgabe) sagte Lauder, dass Deutschland deutlich mehr fĂŒr die AufklĂ€rung der Menschen tun mĂŒsse. Es gebe den gröĂten Nachholbedarf im Kampf gegen Rassismus und Hass im Internet. Gegen die Hetze, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden, könnte und mĂŒsste der deutsche Staat viel mehr unternehmen. Die Technik hindere die Behörden daran nicht, so Lauder. Vielmehr fehle es womöglich am deutlichen Willen, den Verbreitern von antisemitischem Hass das Handwerk zu legen. Immerhin sei Auschwitz schlechthin das Symbol fĂŒr ein gigantisches Menschheitsverbrechen â den Holocaust. Es wurden hier eine Million Menschen ermordet, allein weil sie Juden waren. Das mache Auschwitz zum teuflische Zenit des Bösen. Der WJC-PrĂ€sident betonte, dass Antisemitismus und Hass nicht ausgerottet seien, sondern vielmehr weltweit wieder wachsen wĂŒrden. Dagegen mĂŒsse man seine Stimme erheben.
Seit ĂŒber 70 Jahren gehen nun die Schreckensbilder vom befreiten KZ Auschwitz mit den Leichenbergen um die Welt. Sie verfehlten nicht ihre Wirkung: In den vergangenen Jahrzehnten hatten sie durchaus dazu beigetragen, eine moralische Barriere aufzubauen. Die meisten Menschen der Nachkriegsgenerationen schreckten davor zurĂŒck, sich mit den Untaten der Nazis gemein zu machen. Allerdings sei die Welt nun drei Generationen weiter, wie Ronald Lauder warnend ausfĂŒhrte. Vor allem jĂŒngere Menschen seien wieder empfĂ€nglich fĂŒr Antisemitismus. Man mĂŒsse daher unermĂŒdlich daran erinnern, wohin Hass, Rassismus und Antisemitismus einst gefĂŒhrt hatten. In der BILD-Zeitung bezog Lauder auch Stellung zu Sheindi Miller. Die Auschwitz-Ăberlebende hatte kĂŒrzlich ihr 54 Seiten starkes Tagebuch veröffentlicht, das 75 Jahre lang unzugĂ€nglich geblieben war. Lauder bezeichnete es als enorm wichtiges Dokument, vergleichbar mit dem Tagebuch von Anne Frank. Es sollte genauso aufmerksam gelesen werden, um die Erinnerung wachzuhalten. Gleichzeitig verwies der WJC-PrĂ€sident auf die Kampagne â#WeRememberâ, die der WJC gemeinsam mit der BILD-Zeitung gestartet hatte. Sie erinnert an die sechs Millionen ermordeten Juden und an die weltweit 60 Millionen Opfer des Zweiten Weltkrieges, darunter auch an die vielen getöteten Deutschen. Sie verloren ihr Leben allein wegen der Besessenheit von Adolf Hitler, dem ein verirrtes Volk fast komplett gefolgt war. Das dĂŒrfe sich nicht wiederholen, so der WJC-PrĂ€sident Ronald Lauder.
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