Ausland, Frankreich

Scholz und Macron beschwören deutsch-französische Partnerschaft

10.10.2023 - 14:34:49

Zum Abschluss der deutsch-französischen Kabinettsklausur in Hamburg haben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron die Partnerschaft beider LÀnder beschworen.

Ziel des neuen Formats sei es gewesen, "die ganz besondere QualitĂ€t und Verbundenheit der Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland auszudrĂŒcken", sagte Scholz am Dienstag in der Hansestadt. Kurzfristig habe es sich auch als ein wichtiges Forum bewiesen, um aktuelle weltpolitische Fragen zu besprechen.

"Wir sind uns einig: Das Format hat funktioniert und wir werden und sollten es fortsetzen", so Scholz. Bei den Beratungen habe sich gezeigt, dass die Gesellschaften in beiden LĂ€ndern vor "ganz Ă€hnlichen Herausforderungen" stĂŒnden. Unter anderem habe man darĂŒber diskutiert, wie man die technologische SouverĂ€nitĂ€t Europas weiter fördern und voranbringen könne. "Insbesondere, aber nicht nur, wenn es um KĂŒnstliche Intelligenz geht", so der Kanzler. Es habe sich gezeigt, dass man sich einig sei, dass man die Chancen des technologischen Fortschritts nutzen wolle, um die Zukunft mitzugestalten. Auch das Thema Migration spielte laut Scholz eine wichtige Rolle. Abschließend fĂŒgte er hinzu, dass Frankreich und Deutschland "ein ganz wichtiges Paar fĂŒr Europa" seien. Macron ergĂ€nzte, dass in Hamburg der "europĂ€ische Geist" vorgeherrscht habe, "nĂ€mlich die FĂ€higkeit, miteinander zu diskutieren und eine Konvergenz zu finden bei vielen Themen fĂŒr eine gemeinsame Zukunft fĂŒr unsere beiden LĂ€nder und fĂŒr Europa". Er sprach in diesem Zusammenhang von einem "deutsch-französischen Motor", der Dinge "voranbringe". Etwas zurĂŒckhaltender Ă€ußerte sich Macron zum Thema KI; er warnte in diesem Zusammenhang vor "zu viel Regulierung". Innovationen dĂŒrften nicht im Keim erstickt werden, darin seien beide LĂ€nder sich einig. Mit Blick auf die humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die PalĂ€stinenser sprachen sich sowohl Scholz als auch Macron gegen einen völligen Stopp aus. Man mĂŒsse aber immer wieder sicherstellen, dass keine terroristischen Gruppen unterstĂŒtzt wĂŒrden, so Scholz. Der französische PrĂ€sident sprach unterdessen mit Blick auf die Stimmung bei der Klausur von einem "Geist von Hamburg", den man gespĂŒrt habe. Das Treffen habe dazu gedient, sich "freundschaftlich besser zu verstehen, informell auszutauschen und an Zukunftslösungen zu arbeiten", fĂŒgte der PrĂ€sident hinzu. Zum Abschluss der Kabinettsklausur unternahmen Macron und Scholz noch einen Spaziergang und beendeten das Treffen mit einem gemeinsamen Mittagsimbiss an zwei Fischbuden. Im Rahmen des zweitĂ€gigen Treffens in Hamburg kam der deutsch-französische Ministerrat zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Kabinettsklausur zusammen. Im Mittelpunkt standen am Montag und Dienstag die Themen industrieller Wandel, der Zusammenhalt der Gesellschaft sowie die technologische SouverĂ€nitĂ€t Europas - auch die neue Eskalation im Nahostkonflikt spielte eine grĂ¶ĂŸere Rolle.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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