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Steinmeier: Papst kann wichtiger Vermittler in Krisen sein

22.09.2025 - 13:29:48

Zum ersten Mal trifft der BundesprÀsident den neuen Papst Leo XIV. Bei der Privataudienz geht es um internationale Krisenherde - und eine Einladung nach Berlin.

  • Steinmeier reiste mit seiner Ehefrau zum Pontifex.  - Foto: Vatican Media/IPA via ZUMA Press/dpa

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  • Der BundesprĂ€sident berichtete von seiner Privataudienz mit Papst Leo XIV. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Steinmeier reiste mit seiner Ehefrau zum Pontifex.  - Foto: Vatican Media/IPA via ZUMA Press/dpaDer BundesprÀsident berichtete von seiner Privataudienz mit Papst Leo XIV. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier sieht in Papst Leo XIV. und dem Vatikan einen wichtigen Vermittler in internationalen Krisen. Weltweit gebe es nur noch wenige GrĂ¶ĂŸen, die solchen Einfluss auf Konfliktparteien hĂ€tten, sagte Steinmeier nach seiner Privataudienz im Vatikan. «Wir können gar nicht darauf verzichten, wenn der Papst und der Vatikan hier seine Hilfe anbietet.»

Papst Leo XIV. hatte im Sommer wiederholt die Bereitschaft geĂ€ußert, Vertreter Russlands und der Ukraine zu Verhandlungen im Vatikan zu empfangen und den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj auch persönlich getroffen. 

Steinmeier berichtete, er habe den Papst sehr ermutigt, an dieser Rolle festzuhalten. «Ich glaube, wir dĂŒrfen gar keinen Zweifel daran haben, dass der Papst bereit ist, sein Gewicht in die Waagschale zu werfen, aber er teilt die Analyse, dass bisher und zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt von russischer Seite aus keinerlei Bereitschaft zum GesprĂ€ch besteht», sagte der BundesprĂ€sident.

Einladung nach Deutschland 

FĂŒr Steinmeier war es die erste persönliche Begegnung mit dem Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken seit der Wahl des US-Amerikaners zum Papst im Mai. Steinmeier selbst ist protestantischen Glaubens. Er habe mit Leo XIV. auch ĂŒber den Mitgliederverlust der katholischen Kirche gesprochen, berichtete der BundesprĂ€sident. «Das muss nicht nur den Papst und den Vatikan besorgen. DarĂŒber mĂŒssen auch wir uns Gedanken machen, denn meine feste Überzeugung ist und bleibt, die Kirchen können und mĂŒssen eine positive Rolle spielen beim Zusammenhalt unserer Gesellschaften», sagte Steinmeier. Er habe den Papst zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen. 

Kritik an KĂŒrzung internationaler Hilfen

Nach dem Termin im Vatikan wollte der BundesprĂ€sident unter anderem die drei Organisationen der Vereinten Nationen besuchen, die ihren Sitz in Rom haben: das WelternĂ€hrungsprogramm (WFP), die ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Internationale Fonds fĂŒr landwirtschaftliche Entwicklung (Ifad). 

Steinmeier Ă€ußerte sich kritisch ĂŒber die KĂŒrzung internationaler Hilfen. «Deshalb ist der Besuch bei den internationalen Organisationen hier in Rom, vor allen Dingen beim WelternĂ€hrungsprogramm, ein Zeichen dafĂŒr, dass diese internationalen Organisationen unsere UnterstĂŒtzung verdienen», betonte er. 

Zugleich rĂ€umte der BundesprĂ€sident ein, das wirtschaftliche Umfeld habe sich auch in Deutschland verĂ€ndert. Die öffentlichen Budgets litten unter der wirtschaftlichen Lage und dem Zollstreit mit den USA. «Ich glaube, wir brauchen eine Beruhigung dieser öffentlichen Debatten, wir brauchen wieder Regeln im internationalen Handelsverkehr», sagte Steinmeier. «Und das ist die Perspektive, die dazu fĂŒhren kann, dass auch Staaten wie Deutschland wieder mehr Geld mobilisieren können fĂŒr internationale UnterstĂŒtzung, wie etwa die fĂŒr das WelternĂ€hrungsprogramm.»

@ dpa.de