Netanjahu vor Waffenruhe: Können Gaza-Krieg wieder beginnen
18.01.2025 - 20:54:58Kurz vor dem geplanten Beginn der Waffenruhe im Gaza-Krieg pocht Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu darauf, die KĂ€mpfe bei einem Scheitern des Abkommens weiterfĂŒhren zu können. Israel behalte sich das Recht vor, bei Bedarf in den Krieg zurĂŒckzukehren, sagte er in einer Ansprache. Er sprach von einer «vorĂŒbergehenden Waffenruhe». Die erste Phase der Vereinbarung soll zunĂ€chst sechs Wochen dauern.
Falls die in KĂŒrze geplanten Verhandlungen ĂŒber eine zweite Phase des Abkommens ergebnislos blieben, unterstĂŒtzten sowohl US-PrĂ€sident Joe Biden als auch dessen designierter Nachfolger Donald Trump Israels Recht, die KĂ€mpfe im Gazastreifen wieder aufzunehmen, behauptete Netanjahu. «Wenn wir zum Kampf zurĂŒckkehren mĂŒssen, werden wir dies auf neue Arten und mit groĂer Macht tun», sagte er - ohne weitere Details zu nennen.
Ob Israel und die islamistische Hamas bei GesprĂ€chen ĂŒber eine zweite und dritte Phase des Waffenruhe-Abkommens eine Einigung erzielen werden, ist völlig offen. Es gibt mehrere Streitpunkte, bei denen die Positionen weit auseinanderliegen. Dass es ein dauerhaftes Ende des Kriegs geben wird, ist daher alles andere als gewiss. Die zweite Phase soll planmĂ€Ăig ab der siebten Woche beginnen.
Der israelische Regierungschef erklĂ€rte, Israel werde alle seine Kriegsziele im Gazastreifen erreichen, darunter die Zerschlagung der Hamas. Die Hamas hingegen fordert eine Garantie, dass der Krieg endet - wohl auch, um sich neu aufzustellen und ihre alte Machtposition wieder einzunehmen.Â
Israel werde zudem die Truppen am Philadelphi-Korridor entlang der Grenze zu Ăgypten nicht verringern, sondern vergröĂern, kĂŒndigte Netanjahu an. Israelischen Medien zufolge bezog er sich mit dieser Aussage auf die erste Phase des Abkommens. FĂŒr die zweite Phase des Deals ist vorgesehen, dass die israelische Armee komplett aus dem Gazastreifen abzieht. Israel werde keinen Waffenschmuggel in das PalĂ€stinensergebiet erlauben, betonte Netanjahu.


