USA, KriminalitÀt

Trump vor Gericht: Unschuldsbekenntnis in Dokumenten-AffÀre

14.06.2023 - 01:36:10 | dpa.de

Zwei Anklagen gegen Donald Trump in kĂŒrzester Zeit, zwei historische Auftritte vor Gericht. Was sich nun in Miami abspielt, kann durchaus ernste Folgen fĂŒr ihn haben.

  • Donald Trump begrĂŒĂŸt seine AnhĂ€nger im Restaurant Versailles in Miami. - Foto: Alex Brandon/AP
    Donald Trump begrĂŒĂŸt seine AnhĂ€nger im Restaurant Versailles in Miami. - Foto: Alex Brandon/AP
  • In dieser Skizze aus dem Gerichtssaal bekennt sich der Anwalt Todd Blanche (stehend) im Namen des ehemaligen PrĂ€sidenten Donald Trump (2.v.r) vor dem Bundesgericht in Miami «nicht schuldig». - Foto: Elizabeth Williams/AP/dpa
    In dieser Skizze aus dem Gerichtssaal bekennt sich der Anwalt Todd Blanche (stehend) im Namen des ehemaligen PrÀsidenten Donald Trump (2.v.r) vor dem Bundesgericht in Miami «nicht schuldig». - Foto: Elizabeth Williams/AP/dpa
  • Donald Trum winkt seinen AnhĂ€ngern im Restaurant Versailles in Miami zu. - Foto: Alex Brandon/AP
    Donald Trum winkt seinen AnhÀngern im Restaurant Versailles in Miami zu. - Foto: Alex Brandon/AP
  • UnterstĂŒtzer und Gegner von Donald Trump vor dem Wilkie D. Ferguson Jr. U.S. Courthouse in Miami. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa
    UnterstĂŒtzer und Gegner von Donald Trump vor dem Wilkie D. Ferguson Jr. U.S. Courthouse in Miami. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa
  • Donald Trump gestikuliert, bevor er sein Privatflugzeug am Miami International Airport besteigt. - Foto: Alex Brandon/AP
    Donald Trump gestikuliert, bevor er sein Privatflugzeug am Miami International Airport besteigt. - Foto: Alex Brandon/AP
  • Donald Trump spricht im Trump National Golf Club Bedminster zu seinen AnhĂ€ngern. - Foto: Mary Altaffer/AP
    Donald Trump spricht im Trump National Golf Club Bedminster zu seinen AnhÀngern. - Foto: Mary Altaffer/AP
Donald Trump begrĂŒĂŸt seine AnhĂ€nger im Restaurant Versailles in Miami. - Foto: Alex Brandon/AP In dieser Skizze aus dem Gerichtssaal bekennt sich der Anwalt Todd Blanche (stehend) im Namen des ehemaligen PrĂ€sidenten Donald Trump (2.v.r) vor dem Bundesgericht in Miami «nicht schuldig». - Foto: Elizabeth Williams/AP/dpa Donald Trum winkt seinen AnhĂ€ngern im Restaurant Versailles in Miami zu. - Foto: Alex Brandon/AP UnterstĂŒtzer und Gegner von Donald Trump vor dem Wilkie D. Ferguson Jr. U.S. Courthouse in Miami. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa Donald Trump gestikuliert, bevor er sein Privatflugzeug am Miami International Airport besteigt. - Foto: Alex Brandon/AP Donald Trump spricht im Trump National Golf Club Bedminster zu seinen AnhĂ€ngern. - Foto: Mary Altaffer/AP

Als erster Ex-PrĂ€sident der Vereinigten Staaten ist Donald Trump gestern vor einem Bundesgericht erschienen, um sich einer Anklage zu stellen. Der republikanische PrĂ€sidentschaftsbewerber musste sich persönlich vor dem Gericht in Miami im Bundesstaat Florida einfinden, wo ihm offiziell die VorwĂŒrfe in der AffĂ€re um geheime Regierungsunterlagen eröffnet wurden.

Trump bekannte sich wie erwartet «nicht schuldig». Er Ă€ußerte sich vor Gericht aber nicht selbst, sondern ließ einen seiner AnwĂ€lte sprechen, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur aus dem GerichtsgebĂ€ude berichtete.

Die VorwĂŒrfe gegen Trump

Die Bundespolizei FBI hatte im August Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida durchsucht und dort zahlreiche Verschlusssachen aus seiner Amtszeit beschlagnahmt, einige mit höchster Geheimhaltungsstufe. Mar-a-Lago ist auch ein Club mit Zimmern fĂŒr zahlende GĂ€ste und öffentlichen Veranstaltungen. Dadurch, dass Trump vertrauliche Regierungsdokumente nach seiner Amtszeit in privaten RĂ€umen aufbewahrte, könnte er sich strafbar gemacht haben.

Vorgeworfen wird ihm eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen und die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchstsensibler Informationen. Darunter waren laut Anklage Details zu nuklearen FĂ€higkeiten der USA und anderer Staaten, zu militĂ€rischen Schwachstellen in der Verteidigung der Vereinigten Staaten und ihrer Partner sowie Informationen ĂŒber potenzielle MilitĂ€raktionen.

In der Anklageschrift werden Trump sieben Kategorien von Vergehen und insgesamt 37 Straftaten zur Last gelegt. Die Details in dem 49-seitigen Papier sind brisant. So heißt es darin etwa, Trump habe Kisten mit Verschlusssachen in seinem Schlafzimmer, einem Badezimmer, einer Dusche, einem Ballsaal und einem Lagerraum aufbewahrt. Einige Kisten hĂ€tten zeitweise in einem Raum gestanden, in dem öffentliche Veranstaltungen stattfanden. Ein Lagerraum sei ĂŒber einen öffentlichen Pool-Bereich einfach zu erreichen gewesen.

Die Ermittler fĂŒhren in der Anklageschrift - unter anderem auf Basis von Tonaufnahmen - detailliert auf, wie Trump mit anderen Personen ĂŒber Verschlusssachen sprach oder diese unbefugten Dritten zeigte.

Trump weist alle VorwĂŒrfe vehement zurĂŒck und wertet die Anklage als politisch motivierten Versuch der Demokraten, ihn von einer zweiten Amtszeit im Weißen Haus abzuhalten. Er spricht von «politischem Auftragsmord» und «KriegsfĂŒhrung» mit juristischen Mitteln.

Der Auftritt vor Gericht

UnterstĂŒtzer des Republikaners versammelten sich vor dem GerichtsgebĂ€ude, um gegen die Anklage zu protestieren. Sie bejubelten den Ex-PrĂ€sidenten bei dessen Ankunft und Abfahrt. Radikale UnterstĂŒtzer Trumps hatten zuvor martialische Töne angeschlagen, was Ängste vor möglicher Gewalt rund um das Erscheinen Trumps vor Gericht auslöste. Es kam jedoch nicht zu grĂ¶ĂŸeren ZwischenfĂ€llen.

Das Prozedere vor Gericht fand hinter verschlossenen TĂŒren statt. Trump musste zunĂ€chst FingerabdrĂŒcke abgeben, wie ein Gerichtsmitarbeiter auf Nachfrage erklĂ€rte. Ein Polizeifoto sei von ihm aber nicht gemacht worden, anders als das sonst fĂŒr Beschuldigte bei solchen Terminen ĂŒblich ist. Dem Ex-PrĂ€sidenten wurden erwartungsgemĂ€ĂŸ auch keine Handschellen angelegt.

Auch im Gerichtssaal waren keine Kameras zugelassen, elektronische GerĂ€te im gesamten GebĂ€ude verboten. Daher wurden Details aus der Sitzung zum Teil erst mit etwas Verzögerung publik. Wie die dpa-Reporterin aus dem Gericht berichtete, wies der Richter die Staatsanwaltschaft an, eine Liste potenzieller Zeugen zu erstellen, mit denen Trump nicht ĂŒber den Fall kommunizieren dĂŒrfe. Auf dieser Liste mĂŒsse auch Trumps Assistent Walt Nauta stehen, der in dem Fall ebenfalls angeklagt wurde. Trump dĂŒrfe die VorwĂŒrfe mit Nauta und den Zeugen auf der Liste nur ĂŒber einen Anwalt diskutieren.

Die Trump-Show danach

Nach der Sitzung durfte Trump das Gericht wieder verlassen. Der Republikaner fuhr mit seiner Fahrzeugkolonne aus der Tiefgarage des GebĂ€udes und macht kurz darauf Halt in einem Restaurant, wo er sich von AnhĂ€ngern feiern ließ. In dem Lokal im Stadtviertel Little Havanna in Miami machten Sympathisanten Fotos mit Trump und klatschten. Der Ex-PrĂ€sident winkte und rief «Essen fĂŒr alle».

Im Anschluss flog er von Florida nach New Jersey, wo er sich in seinem Golfclub in Bedminster vor AnhĂ€ngern angriffslustig prĂ€sentiert. «Sie wollen mir meine Freiheit wegnehmen, denn ich werde niemals zulassen, dass sie euch eure Freiheit wegnehmen», sagte Trump unter dem Jubel seiner UnterstĂŒtzer. «Sie wollen mich zum Schweigen bringen, weil ich niemals zulassen werde, dass sie euch zum Schweigen bringen.»

Trump heizte seine AnhĂ€nger an und sagte einmal mehr: «Ihr wisst, dass sie nicht hinter mir her sind. Sie sind hinter euch her und ich stehe ihnen nur zufĂ€llig im Weg.» Er werde nie weichen, sagte der republikanische PrĂ€sidentschaftsbewerber. «Ich bin der einzige, der diese Nation retten kann.» Mit Blick auf den Termin der nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftswahl rief er: «Am 5. November 2024 wird der Gerechtigkeit GenĂŒge getan.»

Trump wettert gegen US-PrÀsident Biden

Trump verunglimpfte US-PrÀsident Joe Biden einmal mehr als «korrupt» und beschuldigte den demokratischen Amtsinhaber, dieser wolle ihn als politischen Konkurrenten aus dem Weg rÀumen und versuche, «gemeinsam mit einer Bande von Verbrechern und Marxisten» die amerikanische Demokratie zu zerstören. Den Sonderermittler in der AffÀre um Trumps Umgang mit geheimen Regierungsunterlagen, Jack Smith, beschimpfte der Republikaner erneut als «geistesgestört» und «Verbrecher». Trump sagte, er werde im Fall einer Wiederwahl seinerseits einen Sonderermittler ernennen, der gegen Biden und dessen «Verbrecherfamilie» vorgehen werde.

Der Republikaner hatte im November offiziell angekĂŒndigt, bei der PrĂ€sidentenwahl 2024 erneut anzutreten. Im Feld der republikanischen PrĂ€sidentschaftsbewerber liegt er Umfragen zufolge klar vorne. FĂŒr die Demokraten bewirbt sich PrĂ€sident Joe Biden um eine zweite Amtszeit.

Trump war im April bereits im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar auf bundesstaatlicher Ebene in New York angeklagt worden - dies war die erste Anklage gegen einen Ex-US-PrĂ€sidenten ĂŒberhaupt. Auch in New York verzichteten die Behörden bei Trump auf Handschellen und ein Polizeifoto. Mit der Dokumenten-AffĂ€re folgte innerhalb weniger Wochen dann die erste Anklage gegen einen ehemaligen US-PrĂ€sidenten auf Bundesebene. Es wird auch noch in anderen FĂ€llen gegen Trump ermittelt. Bislang wiegen die VorwĂŒrfe im Zusammenhang mit den geheimen Regierungsunterlagen juristisch am schwersten.

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