Keine Einigung auf globales Pandemieabkommen
24.05.2024 - 22:09:09Internationale Verhandlungen ĂŒber ein Pandemieabkommen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind nach zwei Jahren vorerst ohne Konsens beendet worden. Die 194 MitgliedslĂ€nder der UN-Organisation hatten sich das Ziel gesetzt, den Pakt nĂ€chste Woche in Genf bei der Jahrestagung der WHO zu verabschieden.
Das Abkommen sollte weltweites Chaos wie bei der Corona-Pandemie verhindern und sicherstellen, dass alle LÀnder jeweils rechtzeitig mit allem nötigen Schutzmaterial, mit Medikamenten und Impfstoffen versorgt werden.
Diplomaten verschiedener LĂ€nder sowie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus Ă€uĂerten sich jedoch optimistisch, dass die Arbeit an dem Abkommen in Zukunft fortgesetzt werden könne. Der Co-Vorsitzende des Verhandlungsgremiums, der NiederlĂ€nder Roland Driece, Ă€uĂerte die Hoffnung, dass es «in den kommenden Jahren» gelingen werde, eine Einigung zu feiern. «Das ist kein Scheitern», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus den Delegierten in Genf. «Ihr habt wirklich viel geschafft, ihr seid weit gekommen.» Nun sei es an der Zeit, Lehren aus den bisherigen Verhandlungen zu ziehen, und weiterzumachen.
Uneinigkeit unter anderem beim Thema Finanzierung
Hilfsorganisationen und Ă€rmere LĂ€nder fĂŒrchten, dass der Vertrag die Versorgung der SchwĂ€chsten nicht gewĂ€hrleistet. In reicheren LĂ€ndern gab es Widerstand von der Pharmaindustrie sowie von Kritikern, die fĂ€lschlich verbreiteten, die WHO wolle im Pandemiefall ĂŒber Lockdowns oder Impfzwang entscheiden. Uneinigkeit herrschte unter anderem bei den Themen Pandemie-PrĂ€vention und Finanzierung.
Umstritten war etwa, in welchem Umfang Medikamente oder Impfstoffe gratis oder zu gĂŒnstigen Preisen fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder zur VerfĂŒgung gestellt werden sollen. Im Zuge der Corona-Pandemie sind nach WHO-SchĂ€tzungen bis zu 20 Millionen Menschen gestorben, und fast jeder Mensch auf der Welt sei in irgendeiner Weise von den Auswirkungen des Virus betroffen gewesen, sagte Tedros. «Die Welt braucht noch immer ein Pandemieabkommen, und die Welt muss vorbereitet sein», betonte er.


