Heisser, Sommer

Die meisten HĂ€ndler scheinen nach dem chaotischen RĂŒckgang an den WeltmĂ€rkten nun endgĂŒltig ins BĂ€renlager gewechselt zu sein.

Heisser Sommer. Wenn ich mich in Frankfurt mit einigen Playern unterhalte, dann glauben sie, dass wir im DAX eher 5000 sinken als in Richtung 6000 zu marschieren.

Nun könnte man dies vielleicht als Kontraindikator verstehen. So einfach ist die Sache aber leider nicht. Der KursrĂŒckgang der vergangen Wochen wird in erster Linie mit höheren Zinsen begrĂŒndet. Und steigende Zinsen sind immer Gift fĂŒr die MĂ€rkte. Es steht weniger Geld zum Zocken zur VerfĂŒgung, bei den kleinen und bei den großen Spielern. Börsen können aber nur steigen, wenn genĂŒgend Geld da ist. Dieses PhĂ€nomen betrifft besonders die großen Hedgefonds, die ihre GeschĂ€fte meist mit Krediten finanzieren. Besonders Japan galt bisher als Geldgeber der Welt. Mit der quasi O% - Politik in Nippon wurde leider nicht so sehr die heimische Wirtschaft angekurbelt sondern auslĂ€ndische Carrytrades finanziert. In Japan billig leihen und woanders gewinnbringend investieren - in Anleihen, Immobilien und nicht zuletzt auch Aktien. Wenn diese Geldquelle versiegt, dĂŒrften u.a. auch einige Hedgefonds Probleme kriegen. Die Vorbeben eines solchen Szenarios haben wir in den letzten Wochen erlebt. Trotzdem besteht Hoffung fĂŒr die AktienmĂ€rkte - wenn sie moderat gepreist sind. Der DAX gilt international als nicht ĂŒberteuert. Einige Aktien werfen ĂŒber 4% Dividende ab. Mit einem KGV von 12 - 13 in 2007 sind deutsche Aktien eher billig. Warum dann dieser massive Einbruch? In Dollar gerechnet steht der DAX in der Gegend seines Alltimehighs bei 8000! FĂŒr einen US Investor durchaus attraktiv, auf diesem Niveau Gewinne mitzunehmen. Und genau das ist passiert. Die massiven VerkĂ€ufe kamen mutmaßlich von jenseits des Atlantiks. Doch diese Verkaufswellen scheinen nun abzunehmen. Ob dem so ist, werden wir in den nĂ€chsten Wochen sehen. Manch ein Marktteilnehmer sieht den DAX allerdings auch in Richtung 4800 fallen. Der Juni Verfallstermin (Hexensabbath) hatte es dieses Mal in sich. Die kommende Woche wird zeigen, ob diese Erholung nur ein Strohfeuer war, oder ob wir uns nachhaltig nach oben bewegen können. Fazit: Der Sommer wird heiss! Michael Mross berichtet von der Deutschen Börse fĂŒr CNBC, dem großen Finanzsender der Welt und fĂŒr n24. www.mross.de
@ ad-hoc-news.de | 16.06.06 11:29 Uhr