Ziehen sich die US-Anleger aus dem DAX zurĂŒck?
WĂ€hrend sich die US-Indizes in Lauerstellung fĂŒr einen möglichen Ausbruch nach oben befinden, zeigt sich der DAX vorgestern und gestern ĂŒberraschend schwach. Offiziell wird das mit dem âstarken" Euro begrĂŒndet: Diese steigt mittlerweile wieder auf ĂŒber 1,11 Dollar.
Aber wie vorgestern schon beschrieben, vermute ich, dass noch ein anderer Grund eine Rolle spielt:  Umschichtungen aus Europa zurĂŒck in die USA. Gestern um 20.00 Uhr (MEZ) wird das Ergebnis der Fed-Zinssitzung bekanntgegeben. Nach den eher durchwachsenen US-Konjunkturdaten des ersten Quartals rechnen einige Analysten damit, dass die Fed ihre ersten Zinsschritte nach hinten verschieben oder insgesamt die Zinserhöhungen verlangsamen werden. UnterstĂŒtzt wird dieser Aspekt dadurch, dass gestern fĂŒr die USA ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,2 Prozent fĂŒr das erste Quartal gemeldet wurde (erste SchĂ€tzung). Analysten waren von einem Wachstum von 1,0 Prozent ausgegangen.
Sie sehen, dass ich hier als untere Linie des groĂen UnterstĂŒtzungsbereichs die 1,0462 Dollar gesetzt hatte. Das Tief des Euro lag bei 1,0463 Dollar. Genauer kann man nicht treffen. Und nun lĂ€uft der Euro wieder an die obere Linie des UnterstĂŒtzungsbereiches. Im Moment steht  er bei 1,1177 Dollar. Die eigentliche Widerstandsmarke liegt jedoch bei 1,1211 Dollar.
Wir können im Moment festhalten, dass noch keine klare Bodenformation zu erkennen ist. Zudem ist die Gegenbewegung nach dem starken Einbruch eher als technischer Natur. Wir haben also noch keine wirklich stichhaltigen Hinweise fĂŒr eine StĂ€rke des Euros. Und somit sind mittel- bis langfristige Long-Positionen zurzeit vom Chance-Risiko-VerhĂ€ltnis noch nicht empfehlenswert.
Zudem ist natĂŒrlich die ParitĂ€t nach wie vor relativ nahe. Und Sie kennen das, solche psychologisch wichtigen Marken wie die 1-Dollar-Marke haben eine nahezu magische Anziehungskraft auf KursverlĂ€ufe.
Viele GrĂŒĂe
Jochen Steffens
(Quelle: www.stockstreet.de)
@ ad-hoc-news.de
| 30.04.15 09:42 Uhr
Der US-Anleger zwischen Europa und den USA
Und nun stellen Sie sich vor, Sie wĂ€ren ein US-Anleger. Sie hĂ€tten im November 2014, wie damals auch hier im Steffens Daily korrekt beschrieben, erkannt, dass der DAX zu den US-Indizes StĂ€rke zeigen wird und einen Teil des Geldes in den DAX gesteckt. Der DAX hat daraufhin eine starke Rally hingelegt, Sie sind dick im Plus. Nun erkennen Sie aber, dass der DAX es bei der 12.000er Marke wirklich schwer hat. Gleichzeitig ziehen aber wieder die US-Indizes an und der S&P500 könnte vielleicht sogar sein Allzeithoch ĂŒberwinden. Das insbesondere dann, wenn im Statement der Fed irgendeine Anmerkung zu finden wĂ€re, dass die Fed die schwĂ€cheren Konjunkturdaten bemerkt und sie bewertet. Es reicht hier eine Aussage, die lediglich die Vermutung unterstĂŒtzt, die Fed wird langsamer oder vorsichtiger agieren als bisher angenommen, um den S&P500 ĂŒber dieses Allzeithoch zu hieven. Das wĂ€re wiederum ein bullishes Signal, das zu weiter stark steigenden Kursen fĂŒhren wird. Insbesondere auch im Hinblick auf den US-PrĂ€sidentschaftszyklus, nachdem die Vorwahljahre meist sehr starke Börsenjahre sind. Denken Sie daran, sie stellen sich gerade vor, ein US-Investor zu sein. WĂŒrden Sie dann nicht auch zumindest teilweise Geld aus dem DAX abziehen, um es wieder in die US-Indizes zu reinvestieren?Die StĂ€rke des Euros ist der Auflösung der Short-Positionen geschuldet
Das einzige, was nicht zu dieser Theorie passt, ist der starke Euro. Eigentlich mĂŒsste man bei Umschichtungen aus Europa in die USA eher eine SchwĂ€chung des Euros sehen. Aber nach dem starken Abverkauf beim Euro sind viele gröĂere Anleger short und sitzen auf ihren Gewinnen. Angesichts der Fed-Sitzung und der schwachen US-Daten werden diese sicherlich einen Teil ihre Gewinne sichern (wenn eine Short-Position aufgelöst wird, kommt dies einem Kauf gleich). Und das kann den oben genannten Effekt ausgleichen. Bei einem Blick auf den aktuellen Euro/Dollar-Chart wird zudem klar, dass man eigentlich auch nicht von einer wirklichen âStĂ€rke" des Euros reden kann. Hinweis: Diese bereits Ă€ltere Analyse des Euro-Charts hatte ich zuletzt am 12. MĂ€rz 2015 (siehe hier) vorgestellt, noch bevor der Euro sein Tief ausgebildet hat.
Sie sehen, dass ich hier als untere Linie des groĂen UnterstĂŒtzungsbereichs die 1,0462 Dollar gesetzt hatte. Das Tief des Euro lag bei 1,0463 Dollar. Genauer kann man nicht treffen. Und nun lĂ€uft der Euro wieder an die obere Linie des UnterstĂŒtzungsbereiches. Im Moment steht  er bei 1,1177 Dollar. Die eigentliche Widerstandsmarke liegt jedoch bei 1,1211 Dollar.
Wir können im Moment festhalten, dass noch keine klare Bodenformation zu erkennen ist. Zudem ist die Gegenbewegung nach dem starken Einbruch eher als technischer Natur. Wir haben also noch keine wirklich stichhaltigen Hinweise fĂŒr eine StĂ€rke des Euros. Und somit sind mittel- bis langfristige Long-Positionen zurzeit vom Chance-Risiko-VerhĂ€ltnis noch nicht empfehlenswert.
Zudem ist natĂŒrlich die ParitĂ€t nach wie vor relativ nahe. Und Sie kennen das, solche psychologisch wichtigen Marken wie die 1-Dollar-Marke haben eine nahezu magische Anziehungskraft auf KursverlĂ€ufe.
Viele GrĂŒĂe
Jochen Steffens
(Quelle: www.stockstreet.de) 
