EM.Sport Media: Kauf?
EM.Sport Media: Kauf?. EM.Sport Media: Dreier-Allianz zum Einzelpreis
In der vergangenen Woche hat Bernhard Burgener erstmals seit seinem Amtsantritt bei EM. Sport Media (DE0009147207) die Bilanz prĂ€sentiert. Der frisch gebackene CEO hat zunĂ€chst die BĂŒcher sauber gemacht und alles abgeschrieben, was nicht niet- und nagelfest ist. Insgesamt wurden 126 Millionen Euro abgeschrieben. Der Löwenanteil entfĂ€llt auf den Firmenwert der Highlight Communications AG und sonstige Vermögenswerte sowie Sachanlagen, die insbesondere auf das GeschĂ€ft der Plazamedia zurĂŒckzufĂŒhren sind. Wie uns Burgener im HintergrundgesprĂ€ch mitteilt, sind die BĂŒcher jetzt besenrein. âIch erwarte keine weiteren auĂerordentlichen Abschreibungen auf Firmenwerteâ, so der Firmenchef.
Das Jahr 2008 kann der gebĂŒrtige Schweizer dennoch getrost abhaken. Nach neun Monaten lag das EBIT bedingt durch Abschreibungen bei minus 111 Millionen Euro. Diese Zahl dĂŒrfte sich bis Jahresende auf einen Verlust von gut 100 Millionen Euro summieren. In der aktuellen Bilanz wurde nunmehr auch die Highlight-Gruppe voll konsolidiert. KĂŒnftig besteht die EM.Sport Media nicht mehr nur aus dem Bereich Sport, sondern wird ergĂ€nzt durch die Einheiten Film sowie Sport- und Event-Marketing. Den Filmbereich deckt die Constantin Film AG ab. Sport- und Event-Marketing ist die Highlight-Tochter TEAM Holding. Der TV-Sender DSF, das Internetportal Sport.1, die Agentur fĂŒr audiovisuelle Services, Creation Club und Produktionsdienstleister Plazamedia bilden den Sportbereich ab. GroĂe Freude dĂŒrfte bei Burgener herrschen, da Premiere den Zuschlag fĂŒr die Bundesliga-Pay-TV-Rechte bis einschlieĂlich der Saison 2012/13 gesichert hat. Plazamedia erzielt den Löwenanteil der Erlöse mit dem Sender im Zusammenhang mit der Produktion rund um die Bundesliga. An den GeschĂ€ftsbereichen will der Firmenchef keine Ănderungen vornehmen.
Langsam aber sicher wird Burgener die Schmiedung eines groĂen deutschen Medienkonzerns, neben Axel Springer, ProSiebenSat.1 Media und Premiere weiter vorantreiben. Burgener ist ab dem 1. Januar CEO von drei börsennotierten Gesellschaften. Aus der Dreier-Allianz entsteht ein groĂer Medienkonzern. Highlight hĂ€lt an Constantin Film knapp 98 Prozent. Die Gesellschaft dĂŒrfte in 2009 die Börsennotiz einstellen. EM.Sport Media hĂ€lt ĂŒber 47 Prozent an Highlight. Bei einer MehrheitsverĂ€nderung könnte die UEFA die Zusammenarbeit mit der TEAM Holding einstellen, was nicht im Sinne Burgeners ist. Er wird diese Klausel also nicht verletzen und zunĂ€chst die Anteile an Highlight nicht weiter aufstocken. Mittelfristig gehen wir aber fest davon aus, dass Burgener die Klausel aufheben kann und die UEFA keine EinwĂ€nde hat. Burgener hat in den letzten Jahren nach und nach Anteile an der Constantin Film ĂŒber die Highlight-Gruppe gekauft. Netter Nebeneffekt: Die Minderheiten bei Highlight wurden immer weniger und das Ergebnis je Aktie hat sich quasi wie von selbst erhöht. Nun muss EM. Sport Media hohe Minderheiten abtragen, da die Schweizer Gruppe eine Ertragsperle ist. Je weiter Burgener dann Anteile kauft, desto geringer fallen die Minderheiten aus und desto höher klettert wiederum das EPS der dann kĂŒnftigen Constantin Medien AG. Das ist eine Struktur ganz nach dem Geschmack von Burgener, der seine Unternehmen in erster Linie auf Profit trimmt.
Operativ laufen die GeschĂ€fte des Konzerns angesichts der Finanzkrise nicht schlecht. Constantin Film hat die Prognose erhöht und erwartet ein EBIT von mehr als 14 Millionen Euro in 2008. Highlight dĂŒrfte netto in diesem Jahr rund 19 Millionen Euro verdienen. Die Einheit Sport der EM.Sport Media dĂŒrfte im Segmentergebnis zwischen 20 und 22 Millionen Euro Gewinn beisteuern. Das liegt knapp innerhalb der einstigen Planung. Auf Basis einer Vollkonsolidierung der Highlight Gruppe fĂŒr 2009 könnte die neu geschaffene Constantin Medien AG mehr als eine halbe Milliarde Euro umsetzen. Laut Burgener sollen in 2009 wieder Gewinne erwirtschaftet werden. Eine konkrete Prognose will er jedoch erst im Laufe des Q1 des kommenden Jahres prĂ€sentieren.
Burgener hĂ€lt die Aktie von EM.Sport Media fĂŒr âkrass unterbewertetâ. Das erzĂ€hlen viele VorstĂ€nde. Unterschied ist allerdings, dass Burgener dies nicht nur erzĂ€hlt, sondern auch konsequent Aktien aus der eigenen Tasche kauft. âIch kaufe auf diesem Niveau weiter Aktien. Zwar hat der Markt immer Recht. Mir soll das aber auch Recht sein, denn dann kann ich gĂŒnstig kaufenâ, sagt der CEO. Die bereits angekĂŒndigte Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht, knapp acht Millionen Aktien zu zwei Euro je Aktie, ist dem Vernehmen nach abgesichert. Zu den Zeichnern gehört neben Burgener und dem Management der neuen Finanzgruppe auch Leo Kirch ĂŒber seine Gesellschaft KF 15, die bereits 17,1 Prozent an der Gesellschaft hĂ€lt und gröĂter EinzelaktionĂ€r ist.
Die Meldung, dass Premiere die Bundesliga Pay-TV-Rechte ĂŒber die nĂ€chste Jahre gesichert hat, spiegelt sich in einer hohen Planungssicherheit bei Plazamedia wieder. Insgesamt wird EM. Sport Media aktuell mit 130 Millionen Euro kapitalisiert. Allein der 47 prozentige Anteil an Highlight deckt 75 Millionen Euro ab. Und die Highlight-Aktie ist derzeit auch ein SchnĂ€ppchen! Die Dreier-Allianz gibt es derzeit fast geschenkt. Bei Kursen um 1,60 Euro empfehlen wir das Papier zum Kauf.
Viele GrĂŒĂe
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| 04.12.08 10:10 Uhr

