GoYellow: Kaufen?
GoYellow: Kaufen?. GoYellow Media: United Internet ist Vorbild
Der Betreiber von Internetportalen spĂŒrt weder die Krise noch die Rezession. âDie operative GeschĂ€ftsentwicklung lĂ€uft auch im laufenden Quartal sehr gut. Wir sind zufrieden und blicken hoffnungsvoll auf das Gesamtjahrâ, sagt Vorstandschef Klaus Harisch im GesprĂ€ch mit TradeCentre. Die MĂŒnchener erzielten bereits ein starkes erstes Halbjahr. Der Umsatz hat sich in diesem Zeitraum auf 8,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Das EBIT hat sich von negativen 2,8 auf positive 2,7 Millionen Euro gedreht. In der Kasse klingelte ein Gewinn von zwei Millionen Euro oder 31 Cent je Aktie. Der Free Cashflow sprudelte mit knapp zwei Millionen Euro rege. Angesichts der starken Halbjahreszahlen erwartet Harisch nunmehr fĂŒr 2009 einen Umsatz von 17 Millionen Euro und ein EBIT von vier Millionen Euro. Die Marge: 23,5 Prozent! Da wir davon ausgehen, dass das Unternehmen nach Ablauf des dritten Quartals die Jahresziele beim EBIT nahezu im Sack hat und der CEO ebenfalls ein gutes Schlussquartal erwartet, könnten in diesem Jahr operativ gut fĂŒnf Millionen Euro verdient werden. Das Finanzergebnis ist positiv. GoYellow Media AG (DE0006911902) hat keinerlei Bankschulden, sondern sitzt inzwischen auf gut zehn Millionen Euro Cash. Unterstellen wir eine Steuerquote von gut 30 Prozent, dĂŒrften unterm Strich mindestens 3,5 Millionen Euro Profit bis Silvester in den BĂŒchern stehen. Das wĂ€ren mehr als 53 Cent je Aktie.
Die Bayern verdienen ihre Brötchen ĂŒber das Auskunftsportal GoYellow und den kostenlosen Telefondienst Peterzahlt. Circa 70 Prozent des Ertrages resultiert aus GoYellow. Laut Harisch ist der Treiber dieses Portals die Vertriebskooperation mit den âGelbe Seitenâ. Erlöse fakturiert die Firma aus GebĂŒhrenzahlungen der Gewerbetreibenden. Ăber 100.000 zahlende User nutzen den Premium-Service. Bei rund drei Millionen Gewerbetreibenden sieht Harisch noch ausreichend Wachstumspotenzial. Peterzahlt ist hingegen auf die klassische Werbeindustrie im Internet angewiesen. Aber bei diesem Portal hat der CEO die Kosten sehr deutlich zurĂŒckgefahren, dass sogar Gewinne erzielt werden. Zudem startet in KĂŒrze eine iPhone-Applikation fĂŒr gĂŒnstige Auslandstelefonate. Hierbei sind Margen von 30 Prozent drin.
Harisch will sich allerdings nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern weiter Vollgas geben. âWir wollen zwei neue GeschĂ€ftsbereiche aufbauen. Intelligente Telefonie und ein e-Commerce Portal, welches sich auf margenstarke transaktionsbasierte Dienste spezialisiertâ. Konkret wollte der Firmenchef die Katze aber noch nicht aus dem lassen. âWenn ich Ihnen das jetzt erzĂ€hle, haben wir in KĂŒrze schon die ersten Nachahmer. Wir wollen spĂ€testens im Q1 2010 startenâ. Es soll sich um eine Neuigkeit im Netz handeln. âUnser Modell ist neu. Aber zwei international bekannte Unternehmen bieten diese Services schon an. Unser Angebot kombiniert beide Dienste, was es in der Form noch nicht gibtâ, sagt Harisch. ZukĂŒnftig soll GoYellow Media vor allem mit transaktionsbasierten Services Geld verdienen. Beide neuen Einheiten sollen bereits ab 2010 rund 15 Millionen Euro zum Umsatz beisteuern.
FĂŒr das kommende Jahr hĂ€lt der CEO Einnahmen von bis zu 30 Millionen Euro fĂŒr realistisch. Die Marge wird aufgrund höherer Kosten zunĂ€chst etwas zurĂŒckgehen. Mittelfristig sind operative Margen von 30 Prozent avisiert. Strategisch soll GoYellow Media nach dem Vorbild von United Internet aufgestellt werden. âUnter der Holding besteht eine Anzahl von Portalen respektive Diensten, die in der Gruppe wiederum Synergien erzielenâ. Harischs persönliches Ziel ist in den nĂ€chsten Jahren einen Umsatz von ĂŒber 100 Millionen Euro. Er denkt auch nicht daran, die Firma flott zu machen und dann lukrativ zu verkaufen. âWenn jemand natĂŒrlich eine astronomische Summe auf den Tisch legt, ist das was anderes. Aber wir arbeiten nicht in diese Richtung, sondern unser Ziel ist ein breit aufgestelltes Kommunikationsunternehmen.
An der Börse wird das Unternehmen mit 33 Millionen Euro kapitalisiert. Gut ein Drittel ist in Cash unterfĂŒttert. Das Geld reicht locker fĂŒr die nĂ€chsten Investitionen. Eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant. Das KGV fĂŒr 2009 liegt bei neun und wird auf acht in 2010 mindestens sinken. Das Papier hat sich bereits sehr gut entwickelt. Bekanntlich können sich Aktien vervielfachen. Da die Aktie alles andere als teuer ist, raten wir trotz der jĂŒngsten Kurssteigerung zum Kauf.
Viele GrĂŒĂe
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| 14.09.09 21:25 Uhr

