Hornbach Holding: Trotzt der Krise?
Baumarktkette kaufen?
Der Betreiber von Bau- und GartenmĂ€rkten spĂŒrte in den ersten neun Monaten des Wirtschaftsjahres 2008/2009 per Ende November nichts von der Krise. Im Neunmonatszeitraum kletterten die Einnahmen der Hornbach Holding AG (DE0006083439), der Muttergesellschaft der gleichnamigen Baurmarkkette, um 6,5 Prozent auf ĂŒber 2,2 Milliarden Euro. Noch besser entwickelte sich der Ertrag. Vor Zinsen und Steuern stieg der Gewinn um 65 Prozent auf rund 165 Millionen Euro. Hierzu haben auch nicht operative Ergebniseffekte aus ImmobilienverkĂ€ufen beigetragen. Ohne diese Effekte ist das EBIT operativ immerhin noch um rund 30 Prozent gestiegen. Bei unserem Treffen in Frankfurt zeigten sich Vorstandschef Albrecht Hornbach und sein CFO Roland Pelka fĂŒr die weitere Entwicklung recht zuversichtlich. Bislang ist in den Hornbach Bau- und GartenmĂ€rkten nur wenig von einer Konsumflaute zu spĂŒren. Dennoch gibt es natĂŒrlich auch fĂŒr Deutschlands viertgröĂten Baumarktkonzern einige UnwĂ€gbarkeiten. Insbesondere in der Frage, wie sich der private Konsum in der nĂ€chsten Zeit entwickeln wird. âDiese Glaskugel habe ich leider nicht dabei, weshalb eine Aussage fĂŒr das neue Wirtschaftsjahr sehr schwierig istâ, so Hornbach. GrundsĂ€tzlich sieht der Firmenlenker aber nicht schwarz. Grund ist, dass in schwierigen Zeiten Konsumenten den Kauf von Autos oder teurer Luxusartikel aufschieben. Gerne wird in solchen Phasen das Eigenheim aufgewertet. Professionelle Heimwerkerker und Hobbyheimwerker sowie GĂ€rtner werkeln sodann in den eigenen vier WĂ€nden und kaufen das nötige Material im Baumarkt ein. Auch könnte die Baumarktkette von Investitionen von Eigenheimbesitzern bezĂŒglich DĂ€mmung und anderen umweltfreundlichen MaĂnahmen profitieren. âExakt dafĂŒr bieten wir die richtigen Produkte anâ, sagt Hornbach.
Das GeschĂ€ftsjahr 2008/2009 der Hornbach Holding, welches Ende Februar endet, dĂŒrfte der Konzern erfolgreich abgeschlossen haben. âWir haben ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt bei einem deutlich ĂŒberproportionalen Gewinnsprung des EBITâ, sagt CFO Pelka. âDaran halten wir festâ. Entsprechend dĂŒrfte die Holding Einnahmen von circa 2,75 Milliarden Euro ausweisen und die Baumarkt AG Einahmen von rund 2,6 Milliarden Euro. Die Rekordwerte des EBIT aus dem Vorjahr von 119 Millionen Euro in der Muttergesellschaft und 96 Millionen Euro im Hornbach Baumarkt dĂŒrften jeweils deutlich ĂŒberschritten werden. Besonders zufrieden zeigte sich Pelka hinsichtlich des Schlussquartals mit einer erfolgreichen Sale & Leaseback Transaktion. Ein Konsortium aus Privatinvestoren und der in Tel Aviv börsennotierten Electra Real Estate hat ein Portfolio von mehreren BaumĂ€rkten der Gruppe mit einem Gesamtvolumen von mehr als 60 Millionen Euro erworben. âDer VerĂ€uĂerungsgewinn in Q4 liegt bei fĂŒr uns bei rund 20 Millionen Euroâ, sagt der Finanzvorstand. Neben operativer Gewinnsteigerung wird dieses GeschĂ€ft das EBIT zusĂ€tzlich dynamisieren.
Auf die mögliche EintrĂŒbung des operativen GeschĂ€fts kann Hornbach schnell und sehr flexibel reagieren. So ist im neuen GeschĂ€ftsjahr lediglich die Eröffnung von zwei neuen BaumĂ€rkten geplant. âWir können an dieser Stelle auf die Bremse drĂŒcken und sind nicht in Eile schnell neue MĂ€rkte zu eröffnenâ, sagt Hornbach. An der Kostenschraube sind die PfĂ€lzer ebenfalls flexibel. âWir sind schon sehr kosteneffizient. Wenn es wider Erwarten zu einem dauerhaften drastischen Nachfrageeinbruch in unseren MĂ€rkten kĂ€me, wĂ€ren wir in der Lage, auf der Kostenseite vernĂŒnftig gegenzusteuernâ, ergĂ€nzt Pelka.
Deutschlands viertgröĂte Baumarktkette konnte nach neun Monaten im Kalenderjahr 2008 schneller wachsen als die die Branche. Diese hatte auf flĂ€chenbereinigten Umsatz sogar RĂŒckgĂ€nge zu verzeichnen, wĂ€hrend Hornbach ZuwĂ€chse verzeichnete. Der Trend eines besseres Abschneidens zur Branche könnte sich weiter fortsetzen. Der Marktanteil des Baumarkt-Betreibers liegt aktuell bei circa 8,5 Prozent.
Das Familienunternehmen aus der Pfalz steht auf gesunden Beinen. Selbst wenn das Jahr 2009/2010 auch fĂŒr Hornbach nicht einfach wird und die rezessiven Daten nicht spurlos an der Firma vorbeigehen werden, ist die Aktie bei Kursen um 40 Euro alles andere als ambitioniert bewertet. Aktuell wird das Unternehmen um mehr als 50 Prozent unter dem Niveau des Buchwertes von knapp 800 Millionen Euro gehandelt. Die Kapitalisierung liegt aktuell bei 361 Millionen Euro. Setzen Sie den Titel auf Ihre Watchlist.
Viele GrĂŒĂe
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| 10.03.09 22:48 Uhr

