Nordex, Margenschwach

Margenschwach und kapitalhungrig?

Nordex: Was tun?

Der Hersteller von Windkraftanlagen erzielte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein Umsatzplus von zehn Prozent auf ĂŒber eine halbe Milliarde Euro. Nach eigenen Angaben ist das Wachstum vor allem durch steigende Erlöse in den USA begrĂŒndet. Das EBITDA reduzierte sich hingegen von 24,1 auf 19,3 Millionen Euro. Beim EBIT sank der Gewinn von 16,2 auf nur noch 9,5 Millionen Euro. Netto wurden lausige 2,4 Millionen Euro verdient nach 13,4 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis pro Aktie ist von 19 auf lumpige vier Cent implodiert. Die EBIT-Marge erreichte 1,8 Prozent. Im Vergleich zu anderen Windkraftanlagenherstellern ist die Marge besonders schwach. Werfen Sie einen Blick auf REpower Systems. Diese Firma erzielt trotz Finanzkrise ganz andere Dimensionen bei der Marge. Nordex ist Ă€ußerst margenschwach. Ebenfalls sehr schwach ist die Kapitalflussrechnung. Der operative Cashflow war mit 54 Millionen Euro im negativen Terrain. FĂŒr Investitionen gingen 20 Millionen Euro ĂŒber die Wupper. Von Free Cashflows ist das Unternehmen weit entfernt. Auch im Jahr 2008 war der operative Cashflow mit fast 60 Millionen Euro negativ. Beim Free Cashflow verlor die Firma ĂŒber 100 Millionen Euro. Nordex (DE000A0D6554) sitzt per Ende Juni auf einem Orderbestand von 2,5 Milliarden Euro. Dieser Bestand setzt sich aus 791 Millionen festen AuftrĂ€gen und 1,7 Milliarden Euro bedingter AuftrĂ€ge zusammen. Bleibt zu hoffen, dass letzt genannte Zahl in einem hohen Volumen zu neuen AuftrĂ€gen fĂŒhrt. Laut Vorstandschef Thomas Richterich hat das Unternehmen das Umsatzziel fĂŒr 2009 ĂŒber fest finanzierte Bestellungen und bereits realisierte Projekte schon gesichert. Der CEO prognostiziert fĂŒr dieses Jahr einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Der Gewinn wird unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Das zweite Halbjahr soll mehr Profit bringen als die erste JahreshĂ€lfte. Vereinzelte Analysten rechnen in etwa mit einer Halbierung des Gewinns auf 39 Cent je Aktie. Wir halten dieses Niveau allerdings fĂŒr sehr ambitioniert und rechnen bestenfalls mit einem EPS von 30 Cent. FĂŒr das Jahr 2010 ist das Orderbuch bislang eher moderat gefĂŒllt. Richterich zeigt sich zum Jahreswechsel fĂŒr das NeugeschĂ€ft optimistisch. Vor allem aufgrund der Nachfrage in den USA im Zuge des staatlichen Förderprogramms. Nordex will am Boom der Windkraft in den USA profitieren. Der studierte Betriebswirt hat diesen kommenden Trend fast verpennt. Nordex hatte in den Staaten keine eigene Produktion. Nunmehr soll doch ein Werk gebaut werden. Das dĂŒrfte die Mindestvorgabe sein, um AuftrĂ€ge in den USA zu erhalten. Der Aufbau des Werkes in den Staaten kostet ĂŒber 100 Millionen Euro. Schon heute verspricht Richterich fĂŒr 2010 ein „stĂ€rkeres Wachstum“. Mit Versprechungen hapert es allerdings bei dem CEO. Insbesondere sein Versprechen hinsichtlich der Margen. Die einstigen Margenziele hat Nordex nie erreicht. Im Jahr 2008 betrug die EBIT-Marge 5,3 Prozent. Einst war fĂŒr 2008 eine EBIT-Marge von zehn Prozent in Aussicht gestellt worden. Die Ziele fĂŒr 2011 kann sich Richterich sicherlich abschminken. Er stellte einen Umsatz zwischen 2,5 und vier Milliarden Euro in Aussicht. Die EBIT-Marge sollte sich auf neun bis zwölf Prozent belaufen. Die Margenziele wird die Firma vermutlich nie erreichen. Daran ist nicht die Finanzkrise schuld. In die UmsatzgrĂ¶ĂŸenordnung dĂŒrfte Nordex in ein paar Jahr wachsen. Wir sehen die Margen allerdings eher im Bereich zwischen fĂŒnf und sieben Prozent. Zudem dĂŒrften Free Cashflows auf absehbare Zeit nicht erreicht werden. Nordex ist ein kapitalhungriges Unternehmen, welches frĂŒher oder spĂ€ter wieder den Kapitalmarkt anzapfen muss. Mit einem KGV von 22 fĂŒr 2010 ist Nordex trotz Kurssturz alles andere als ein SchnĂ€ppchen. Auch die Börse scheint skeptisch zu sein. Die jĂŒngste Rallye an den MĂ€rkten hat das Papier unterdurchschnittlich mitgemacht. Setzen Sie lieber auf Windaktien wie Vestas, Gamesa oder REpower Systems. Viele GrĂŒĂŸe www.tradecentre.de
@ ad-hoc-news.de | 16.09.09 00:28 Uhr