Ecological Threat Report 2025: Extreme Regen- und Trockenperioden werden zunehmend zum Katalysator fĂŒr schwerwiegende Konflikte
29.10.2025 - 06:04:00Rund 2 Milliarden Menschen â ein Viertel der Menschheit â leben derzeit in Regionen, die von einem moderaten bis starken Anstieg saisonaler Verschiebungen betroffen sind.
LONDON, UK / ACCESS Newswire / 29. Oktober 2025 / Neue Forschungsergebnisse des Institute for Economics & Peace belegen, dass die sich verĂ€ndernden Niederschlagsmuster das Konfliktpotenzial weltweit deutlich erhöhen. Der heute veröffentlichte Ecological Threat Report (ETR) 2025 kommt zu dem Schluss, dass konfliktbezogene Sterberaten in Gebieten, in denen sich die NiederschlĂ€ge auf wenige Monate konzentrieren, deutlich höher sind als in Regionen, in denen sich die NiederschlĂ€ge gleichmĂ€Ăiger ĂŒber das Jahr verteilen.

Ecological Threat Report 2025
Analysing Ecological Threats, Resilience & Peace (Analyse ökologischer Bedrohungen, Resilienz & Frieden)
Wichtigste Erkenntnisse
- In Gebieten, in denen die Regen- und Trockenperioden immer extremer werden, gibt es im Durchschnitt viermal so viele konfliktbezogene TodesfÀlle wie in Gebieten, in denen diese weniger extrem geworden sind.
- Im Jahr 2024 lösten Naturkatastrophen 45 Millionen kurzfristige Binnenvertreibungen in 163 LÀndern aus; das ist die höchste Zahl seit mindestens 2008.
- Im Westen Brasiliens, einschlieĂlich Teilen des Amazonasgebiets, wurde einer der weltweit stĂ€rksten Anstiege des ökologischen Bedrohungsniveaus verzeichnet. Die Temperaturen sind doppelt so stark gestiegen wie im globalen Durchschnitt, was zu DĂŒrren und WaldbrĂ€nden gefĂŒhrt hat.
- Subsahara-Afrika ist den ökologischen Belastungen weltweit am stÀrksten ausgesetzt, wobei Niger den schlechtesten ETR-Wert aufweist.
- Mittel- und Westeuropa verzeichneten insgesamt deutliche Verbesserungen, was zum Teil auf eine RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t nach den ungewöhnlich trockenen klimatischen Bedingungen in Europa im Jahr 2019 zurĂŒckzufĂŒhren ist.
- Trotz der BefĂŒrchtungen vor drohenden Wasserkriegen gab es in der Neuzeit keine zwischenstaatlichen Konflikte, die ausschlieĂlich um Wasser gefĂŒhrt wurden. In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts wurden mindestens 157 internationale SĂŒĂwasserabkommen unterzeichnet, die Modelle fĂŒr die zwischenstaatliche Zusammenarbeit bieten.
- Dieser kooperative Ansatz in Bezug auf Wasser spiegelt in gewisser Weise die nukleare Abschreckung seit dem Zweiten Weltkrieg wider. In beiden FĂ€llen hat gerade die Gefahr einer katastrophalen Zerstörung zu einer pragmatischen Zusammenarbeit gefĂŒhrt. Die Zerstörung der Wasserversorgung kann zu einem gesellschaftlichen Zusammenbruch fĂŒhren.
Rund 2 Milliarden Menschen â ein Viertel der Menschheit â leben derzeit in Regionen, die von einem moderaten bis starken Anstieg saisonaler Verschiebungen betroffen sind. Hier werden die Regenperioden kĂŒrzer und intensiver, wĂ€hrend die Trockenperioden lĂ€nger und trockener werden. Diese VerĂ€nderungen fĂŒhren zu Abweichungen im Agrarkalender und erhöhen die Unsicherheit fĂŒr Milliarden von Menschen, die fĂŒr ihre ErnĂ€hrung und ihren Lebensunterhalt auf saisonale RegenfĂ€lle angewiesen sind.
Der vom Institute for Economics & Peace erstellte âEcological Threat Reportâ umfasst 3.125 subnationale Gebiete in 172 LĂ€ndern und Territorien und betrifft damit ĂŒber 99 % der gesamten Weltbevölkerung. In den Jahren zwischen 2019 und 2024 kam es beim ETR-Wert in 96 LĂ€ndern zu einer Verschlechterung und in 74 LĂ€ndern zu einer Verbesserung.
Subsahara-Afrika nÀhert sich mehreren kritischen Wendepunkten
In Subsahara-Afrika steigt das Konfliktrisiko stark an, wenn saisonale Schwankungen mit einem raschen Bevölkerungswachstum zusammenfallen. Unvorhersehbare RegenfĂ€lle fĂŒhren zu Stress in der Landwirtschaft. In Verbindung mit dem demografischen Druck verschĂ€rft sich auch der Wettbewerb um Land, Wasser und Nahrungsmittel. In Regionen mit schwacher RegierungsfĂŒhrung und ungelösten Konflikten erweist sich diese Kombination als explosiv.
Der Karamoja-Cluster in Ostafrika veranschaulicht dieses Muster. WĂ€hrend die Gesamtniederschlagsmenge relativ stabil bleibt, ist ihr zeitlicher Verlauf weniger vorhersehbar geworden, was sowohl die Gefahr von DĂŒrren als auch von Ăberschwemmungen verstĂ€rkt und vermehrt zu Konflikten fĂŒhrt. Da in Ostafrika nur 2 % der AnbauflĂ€chen bewĂ€ssert werden (im globalen Durchschnitt sind es vergleichsweise 20 %), sind die ostafrikanischen Gemeinden nach wie vor sehr anfĂ€llig fĂŒr diese Schocks. Seit 2019 fĂ€llt die zunehmende SaisonalitĂ€t der NiederschlĂ€ge mit einem Wiederaufflammen der Gewalt unter ViehzĂŒchtern zusammen, nachdem jahrelang relativer Frieden geherrscht hatte.
âDie SaisonalitĂ€t der NiederschlĂ€ge wird zu einem starken Katalysator fĂŒr Konflikteâ, weiĂ Steve Killelea AM, GrĂŒnder und Executive Chairman des Institute for Economics & Peace. âWo sich die RegenfĂ€lle zunehmend auf wenige Monate konzentrieren, steigt die Zahl der TodesfĂ€lle durch Konflikte stark an. In Subsahara-Afrika verstĂ€rkt das schnelle Bevölkerungswachstum diesen Effekt und fĂŒhrt dazu, dass die Unvorhersehbarkeit der Jahreszeiten zu einem Wettbewerb um Land, Wasser und Nahrung wird. Das Problem ist nicht die Wasserknappheit, sondern dass wir nicht in der Lage sind, Wasser entsprechend zu gewinnen und zu verteilen. In Subsahara-Afrika werden nur 2 % der landwirtschaftlichen NutzflĂ€chen bewĂ€ssert, wĂ€hrend der globale Durchschnitt bei 20 % liegt.â
Die ungleiche Verteilung der Wasserversorgung und die InfrastrukturlĂŒcke
Die weltweiten erneuerbaren SĂŒĂwasservorkommen sind begrenzt und zunehmend ungleich verteilt. 295 subnationale Gebiete sind einem sehr hohen Wasserrisiko und weitere 780 einem hohen Risiko ausgesetzt; das betrifft knapp 1,9 Milliarden Menschen.
Hochentwickelte LĂ€nder haben ihren Pro-Kopf-Wasserverbrauch seit dem Jahr 2000 durch Effizienzsteigerungen und ein langsameres Bevölkerungswachstum um etwa ein Drittel gesenkt, wĂ€hrend viele LĂ€nder mit niedrigem Einkommen mit steigenden Gesamtentnahmen und sinkender Pro-Kopf-VerfĂŒgbarkeit konfrontiert sind, da das Bevölkerungswachstum das Angebot ĂŒbersteigt.
Subsahara-Afrika verdeutlicht dieses Ungleichgewicht. Der Pro-Kopf-Wasserverbrauch ist von 113 Kubikmetern im Jahr 2000 auf nur noch 89 Kubikmeter im Jahr 2022 gesunken â weniger als ein FĂŒnftel des globalen Durchschnitts. Die Folge ist ein zunehmender Druck auf die begrenzten Wasserressourcen und ein verschĂ€rfter Wettbewerb zwischen Landwirtschaft, Industrie und Haushalten, was das Konfliktpotenzial erhöht.
Am gravierendsten ist das Versagen bei der Wassergewinnung und -verteilung in Subsahara-Afrika, wo die BewÀsserungsraten weltweit am niedrigsten sind. Um 34 Millionen Hektar Land zu bewÀssern, wÀren nur 6 % der jÀhrlichen erneuerbaren Wasserressourcen der Region erforderlich.
Steve Killelea meint dazu: âDie COP30 muss Investitionen in klimaresiliente Wassersysteme als Grundlage fĂŒr Nachhaltigkeit und Frieden priorisieren. So wie Atomabkommen das Risiko der Vernichtung verringert haben, kann die internationale Zusammenarbeit im Bereich Wasser das Risiko eines ökologischen Kollapses verringern. Beide zeigen auf, dass das Ăberleben weniger von Dominanz als von gemeinsamer Verantwortung abhĂ€ngt.â
Zwischenstaatliche Zusammenarbeit in der Wasserversorgung
In populĂ€ren Darstellungen wird vor drohenden âWasserkriegenâ gewarnt, insbesondere in grenzĂŒberschreitenden Fluss- und Seebecken. Aus Sicht des ETR ist dies aber nicht der Fall. Es gibt zwar Streitigkeiten ĂŒber gemeinsam genutzte FlĂŒsse, aber in der Neuzeit wurden bislang keine zwischenstaatlichen Kriege um das Wasser gefĂŒhrt. Umso wichtiger sind die Lehren aus der erfolgreichen zwischenstaatlichen Zusammenarbeit im Bereich der Wasserversorgung. In einer Zeit zunehmender Konflikte kann aus dem VerstĂ€ndnis dafĂŒr, warum die zwischenstaatliche Zusammenarbeit bislang so erfolgreich war, ein Blueprint fĂŒr die Vermeidung zukĂŒnftiger Konflikte entstehen.
Selbst in angespannten Flussgebieten wie dem Indus, der von Indien und Pakistan gemeinsam genutzt wird, wurde die Wasserverteilung trotz wiederholter Konflikte, politischer Auseinandersetzungen und militĂ€rischer Spannungen fortgesetzt. Wasserabkommen, die aus der Not heraus geschlossen werden, ermutigen die Nationen, ĂŒber unmittelbare politische MissstĂ€nde hinaus an das langfristige Ăberleben und den gemeinsamen Nutzen zu denken.
Regionale Analyse
Subsahara-Afrika ist den ökologischen Belastungen weltweit am stĂ€rksten ausgesetzt. Einige LĂ€nder im sĂŒdlichen und östlichen Afrika, darunter Lesotho, Ruanda, Eritrea und Eswatini, konnten ihre ETR-Werte jedoch verbessern. GĂŒnstigere Niederschlagsmuster in diesen LĂ€ndern fĂŒhrten in den letzten fĂŒnf Jahren zu einer deutlichen Verringerung des Wasserrisikos.
Im Gegensatz dazu haben die nordwestafrikanischen LĂ€nder, allen voran Tunesien, Marokko und Algerien, im gleichen Zeitraum die stĂ€rkste Verschlechterung der ETR-Werte erfahren. Dort haben die anhaltende DĂŒrre und steigende Temperaturen die ungewöhnlich gĂŒnstigen Bedingungen des Jahres 2019 wieder zunichte gemacht.
Mittel- und Westeuropa konnten spĂŒrbare Verbesserungen verzeichnen und sind nach der extremen Trockenheit im Jahr 2019 zur NormalitĂ€t zurĂŒckgekehrt.
Kontakt
Mike Koslowski
IEP Senior Communications Advisor
+61418410531
QUELLE: Institute for Economics & Peace
Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgĂŒltige Version. Diese Ăbersetzung wird zur besseren VerstĂ€ndigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekĂŒrzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung fĂŒr den Inhalt, die Richtigkeit, die Angemessenheit oder die Genauigkeit dieser Ăbersetzung ĂŒbernommen. Aus Sicht des Ăbersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Bitte beachten Sie die englische Originalmeldung auf www.sedarplus.ca, www.sec.gov, www.asx.com.au/ oder auf der Firmenwebsite!

