Vorsorgekompass 2026: Warum die gesetzliche Rente den Ruhestand vieler Deutscher nicht sichert
27.01.2026 - 11:41:03| Emittent / Herausgeber: Union Investment / Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse (News mit Zusatzmaterial) 27.01.2026 / 11:41 CET/CEST FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Frankfurt am Main, 27. Januar 2026 â Wie finanzieren die Rentner ihren Lebensstandard? WofĂŒr reicht die gesetzliche Rente und wofĂŒr geben die Menschen ihr Geld im Ruhestand aus? Diese Fragen beantwortet erstmals der âVorsorgekompass 2026â des Center fĂŒr Intergenerative Finanzwissenschaft an der WHU in Vallendar. Er analysiert, wie Haushalte ihren Lebensstandard im Ruhestand tatsĂ€chlich finanzieren. Dabei wird deutlich, wie sich Ausgabenprofile im Alter verĂ€ndern und in welchen Lebensphasen und fĂŒr welche Konsummuster zusĂ€tzliche Vorsorge besonders relevant ist â vor allem wenn nicht nur die Existenz, sondern der Lebensstandard im Alter gesichert werden soll. Die Studie, die im Auftrag von Union Investment erstellt wurde, zeigt: Die gesetzlichen Versorgungssysteme bilden zwar weiterhin das RĂŒckgrat der Alterssicherung, können aber aktuell im Durchschnitt nur rund 60 Prozent der monatlichen Ausgaben eines Rentnerhaushalts decken. âFĂŒr viele bedeutet das, dass sie auf private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung oder Vermögensentnahmen angewiesen sind, um den gewohnten Lebensstandard zu haltenâ, betont Studienleiter Prof. Dr. Christian Hagist. So weisen aktive und reisefreudige Senioren Ausgaben auf, die ihr Einkommen deutlich ĂŒberschreiten, wĂ€hrend eher hĂ€uslich orientierte RuhestĂ€ndler ihre Ausgaben nahezu durch laufende Einnahmen decken können. Viele Rentner in Deutschland haben monatlich finanzielle LĂŒcken, die ihren Lebensstandard bedrohen, so ein Ergebnis des Vorsorgekompass 2026. Im Durchschnitt geben RuhestĂ€ndler monatlich 3.148 Euro aus. Davon entfallen fast 50 Prozent auf Wohnkosten, weitere wichtige Ausgabenbereiche sind Lebensmittel, MobilitĂ€t und Alltagskosten. Dem gegenĂŒber stehen laufende Einnahmen von 2.988 Euro pro Monat aus gesetzlichen und anderen Einkommensquellen. âDie LĂŒcke von rund 160 Euro wird aktuell durch Vermögensentnahmen ausgeglichen â eine Strategie, die angesichts sinkender Rentenleistungen und steigender Kosten kĂŒnftig nicht mehr fĂŒr alle tragfĂ€hig sein wirdâ, betont Hagist. Die Studie zeigt auch, dass die gesetzlichen Versorgungssysteme im Schnitt nur etwa 60 Prozent der Ausgaben abdecken. Besonders deutlich wird dies bei Haushalten ohne ergĂ€nzende Vorsorge, die mit einer monatlichen FinanzierungslĂŒcke von mehr als 1.000 Euro rechnen mĂŒssen. Die gesetzliche Rente reicht dabei oftmals gerade so zur Deckung der Wohnkosten. Die Differenz zwischen Einkommen und Ausgaben variiert mit zunehmendem Alter und je nach Lebensstil deutlich Die Differenz zwischen Einkommen und Ausgaben variiert jedoch mit zunehmendem Alter und je nach Lebensstil deutlich. Die 60- bis 69-JĂ€hrigen geben im Schnitt 2.900 Euro monatlich aus, wĂ€hrend ihre laufenden Einnahmen nur etwa 2.600 Euro betragen. Die Differenz von rund 300 Euro wird ĂŒberwiegend aus angespartem Vermögen gedeckt. Bei den 70- bis 79-JĂ€hrigen steigen die Ausgaben auf durchschnittlich 3.300 Euro, die Einnahmen liegen bei etwa 3.200 Euro. Etwas mehr als die HĂ€lfte dieser Haushalte verfĂŒgt ĂŒber Wohneigentum, was neben der gesetzlichen Rente ein wesentlicher Teil des Einkommens ist. In der Gruppe ab 80 Jahren betragen die Ausgaben rund 3.200 Euro, die laufenden Einnahmen 3.100 Euro. Neben dem verbreiteteren Wohneigentum resultieren die höheren Einkommen in den beiden Ă€lteren Gruppen aus der besseren gesetzlichen Versorgung. WĂ€hrend die 60- bis 69-JĂ€hrigen eine durchschnittliche Rente von rund 1.600 Euro im Monat erhalten, die 61 Prozent der Einnahmen ausmacht, sind es bei den ĂŒber 70-JĂ€hrigen jeweils knapp 2.400 Euro. Dies entspricht 74 bzw. 77 Prozent des monatlichen Einkommens. Innerhalb der drei Altersgruppen sind die Ausgabenprofile stark vom Lebensstil geprĂ€gt. âReisefreudige oder kulturell aktive Senioren zwischen 70 und 79 Jahren geben im Monat 1.000 bis 1.500 Euro mehr aus als hĂ€uslich orientierte Menschenâ, berichtet Hagist. Der Vorsorgekompass 2026 belege somit, dass zusĂ€tzliche Vorsorge kein optionaler Komfortfaktor ist, sondern ein zentraler Bestandteil finanzieller Lebensstandardsicherung. âEs reicht nicht, allein auf die gesetzliche Rente zu setzen. Sie ist nur eine Teilkasko-Lösung und kann auch nur das sein. Wer im Alter sorgenfrei leben möchte, muss privat vorsorgenâ, ergĂ€nzt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. âDie Alterssicherung funktioniert heute nur als Zusammenspiel mehrerer SĂ€ulen. Wer nicht frĂŒhzeitig vorsorgt, lebt morgen mit weniger â oder nicht mehr so, wie er sich das möglicherweise mal vorgestellt hat.â âVor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Belastungen fĂŒr die umlagefinanzierten Systeme darf die Politik nicht den Fehler machen, Leistungsausweitungen zu versprechen, die langfristig nicht finanzierbar sindâ, warnt Hagist. Stattdessen brĂ€uchte es eine realistische, transparente Kommunikation ĂŒber die Grenzen des Systems und eine stĂ€rkere Förderung kosteneffizienter und renditestarker privater und betrieblicher Vorsorge. âDie Förderung renditestarker und kosteneffizienter Angebote gewinnt zunehmend an Bedeutungâ, ergĂ€nzt Reinke. Deswegen sei die aktuelle Reform der bedeutendste Fortschritt fĂŒr die private Altersvorsorge seit 2002. âWie der Vorsorgekompass 2026 zeigt, braucht Deutschland eine starke, zukunftsfĂ€hige Altersvorsorge.â Zusatzmaterial zur Meldung: Datei: Infografiken Vorsorgekompass 2026 Veröffentlichung einer Mitteilung, ĂŒbermittelt durch EQS Group. FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Originalinhalt anzeigen: EQS News |

