FACC: Top-Produkt des GeschĂ€ftsbereichs âEngines & Nacellesâ unter der Lupe
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:26 Uhr | irw-press.comDer oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) gliedert sein GeschÀft in drei Segmente: Aerostructures, Cabin Interiors und Engines & Nacelles. WÀhrend Cabin Interiors umsatzstÀrkstes Segment ist, sticht Engines & Nacelles durch die höchste ProfitabilitÀt innerhalb des Konzerns hervor.
Im GeschĂ€ftsjahr 2025 erzielte der Bereich einen Umsatz von 180,2 Millionen Euro nach 157,6 Millionen Euro im Vorjahr (+14,3 Prozent). Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im gleichen Zeitraum von 19,1 auf 21,8 Millionen Euro (+14,1 Prozent). Damit kam Engines & Nacelles auf eine EBIT-Marge von 12,1 Prozent â die höchste aller drei FACC-Segmente, obwohl der Bereich umsatzseitig das kleinste Segment des Konzerns bleibt. Auch im ersten Quartal 2026 blieb Engines & Nacelles das margenstĂ€rkste Segment des Konzerns. Der Umsatz erhöhte sich leicht auf 44,1 Millionen Euro (Q1 2025: 43,8 Millionen Euro). Das EBIT ging zwar von 6,3 auf 4,8 Millionen Euro zurĂŒck, dennoch lag die EBIT-Marge mit 10,8 Prozent weiterhin auf einem im Konzernvergleich hohen Niveau.
Translating Sleeves als zentrales Produkt
Innerhalb des Segments zĂ€hlen sogenannte Translating Sleeves, die beweglichen SchubumkehrgehĂ€use moderner Triebwerke, zu den bedeutendsten Produktgruppen. FACC entwickelt und fertigt diese Bauteile am Kompetenzzentrum in Reichersberg, wo sie in einem hochautomatisierten Fertigungsprozess aus Faserverbundwerkstoffen hergestellt werden. Die Zusammenarbeit mit dem US-Triebwerkshersteller Collins Aerospace in diesem Produktbereich reicht bis ins Jahr 2005 zurĂŒck und wurde seither mehrfach verlĂ€ngert.
Eine Translating Sleeve ist der Ă€uĂere, bewegliche Teil der Triebwerksverkleidung. Im Reiseflug bildet sie eine glatte, aerodynamische AuĂenhaut und verdeckt darunterliegende Leitschaufeln, sogenannte Cascade-Elemente. Nach der Landung fĂ€hrt die Sleeve mechanisch nach hinten und gibt diese Ăffnungen frei. Gleichzeitig schlieĂen innen liegende Klappen den regulĂ€ren Luftstrom im Bypass-Kanal des Triebwerks. Die dadurch umgeleitete Luft strömt durch die freigelegten Leitschaufeln schrĂ€g nach vorne aus und erzeugt so Schubumkehr, die das Flugzeug nach der Landung zusĂ€tzlich zu den Radbremsen abbremst.
Neben dieser mechanischen Funktion ĂŒbernehmen die Bauteile eine zweite wichtige Aufgabe: die LĂ€rmreduktion. Die Innenseiten der SchubumkehrgehĂ€use sind mit sogenannten akustischen OberflĂ€chen ausgestattet â perforierten Verkleidungen. Diese arbeiten nach dem Prinzip eines Helmholtz-Resonators und absorbieren Schallenergie. Pro Triebwerk sind rund 1,8 Millionen winzige Bohrungen verbaut, durch die Schall in eine dahinterliegende Sandwichstruktur eindringt, dort gebrochen und in viele kleine Schallwellen aufgeteilt wird. Bei den SchubumkehrgehĂ€usen der Boeing 787 nimmt diese akustische FlĂ€che ĂŒber 80 Prozent der GesamtflĂ€che ein; zuvor lag dieser Anteil laut FACC-Angaben bei rund 60 bis 70 Prozent. ZusĂ€tzlich tragen die charakteristischen Chevrons an der Hinterkante der Triebwerksverkleidung zur GerĂ€uschreduzierung bei. Diese kamen erstmals bei der Boeing 787 zum Einsatz und sorgen fĂŒr eine bessere Durchmischung von heiĂer Abluft und kĂŒhlerer Umgebungsluft. In Summe können Triebwerke durch diese Technologien laut FACC um bis zu 60 Prozent leiser werden.
Boeing 787 und Airbus A350 als TrÀgerprogramme
FACC liefert Translating Sleeves beziehungsweise die zugehörigen Schubumkehrmodule vor allem fĂŒr zwei Langstreckenflugzeug-Programme: die Boeing 787 Dreamliner und die Airbus A350 XWB-Familie. Beide Flugzeugtypen zĂ€hlen zu den meistverkauften Langstreckenjets im aktuellen Marktumfeld, was sich in steigenden Bauraten der Triebwerkshersteller niederschlĂ€gt. Laut FACC-GeschĂ€ftsbericht 2025 wird das Umsatzwachstum im Segment Engines & Nacelles maĂgeblich durch die steigende Nachfrage nach Bauteilen fĂŒr genau diese beiden Programme getragen.
Die umsatzstĂ€rksten Kunden des Segments Engines & Nacelles sind laut FACC-GeschĂ€ftsbericht 2025 die Triebwerkshersteller Rolls-Royce, Pratt & Whitney und Collins Aerospace. FĂŒr diese drei Unternehmen fertigt FACC neben Translating Sleeves weitere Triebwerkskomponenten, darunter Fan Cowls, Fan-GehĂ€use sowie Triebwerksverkleidungen mit integrierten akustischen Strukturen. Die langjĂ€hrigen Partnerschaften mit diesen Triebwerksherstellern sowie die hohe technologische Spezialisierung gelten als wichtige Faktoren fĂŒr die im Konzernvergleich hohe ProfitabilitĂ€t des Segments.
Bedeutung fĂŒr Anlegerinnen und Anleger
FĂŒr Privatanleger ist das Segment Engines & Nacelles vor allem wegen seiner Ertragskraft von Interesse: Trotz des geringsten Umsatzanteils innerhalb der drei FACC-Divisionen erwirtschaftete der Bereich 2025 mit 21,8 Millionen Euro EBIT den höchsten absoluten Ergebnisbeitrag im Konzern. Die starke Ausrichtung auf die Langstreckenprogramme Boeing 787 und Airbus A350 und etablierte Triebwerkshersteller wie Rolls-Royce, Pratt & Whitney und Collins Aerospace macht die Entwicklung dieser Flugzeugprogramme zu einem relevanten Faktor fĂŒr die kĂŒnftige Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Segments.
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FACC
ISIN: AT00000FACC2
WKN: A1147K
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