Miningscout, DE0000000022

Energiepolitik: Ungarn will zum Gas-Umschlagplatz werden

06.11.2024 - 08:34:00

Miningscout / DE0000000022

Ungarn definiert seine Rolle auf den europĂ€ischen EnergiemĂ€rkten neu. Importe und eine gesteigerte heimische Förderung sollen nicht nur die eigene Energieversorgung absichern, sondern das Land auch zum Umschlagplatz machen. Die Exploration von Gasfeldern im SĂŒden des Landes gewinnt an Fahrt.

 

Chris Cornelius, Chairman und CEO von CanCambria Energy (ISIN: CA13740E1079, WKN: A3EKUB), erhĂ€lt in diesen Tagen vermehrt Presseanfragen. Oft dreht es sich dabei um den Börsengang: Seit dem 29. Oktober sind die Aktien durch ein Direct Listing an der TSX Venture Exchange notiert. Die Notierung an deutschen BörsenplĂ€tzen steht fĂŒr die nĂ€here Zukunft auf dem Plan.

 

Doch wie der CEO berichtet, fragen Medienvertreter auch immer öfter nach einer EinschĂ€tzung aus erster Hand zu einem anderen Thema: Ungarns kĂŒnftiger Rolle in der europĂ€ischen Energiepolitik. Verwundern kann dies kaum, bearbeitet CanCambria mit dem Tight Gas Sandprojekt Kiskunhalas im SĂŒden Ungarns doch einen nicht unwesentlichen Teil dieser ungarischen Energiezukunft.

 

Ungarn: Energiepolitik unter anderen Vorzeichen

 

In Ungarn ist die Energiepolitik wie in ganz Europa eines der bestimmenden Themen – allerdings unter etwas anderen Vorzeichen. In rund 80 % der GebĂ€ude in Ungarn wird die Energieversorgung mit Erdgas betrieben. 80-85 % des Erdgases im Land werden aus Russland importiert. Obendrein entfallen 80 % der Rohölimporte auf Russland.

 

Trotz des Ukrainekriegs besteht seit 2021 ein Gasliefervertrag ĂŒber 15 Jahre mit jĂ€hrlich 4,5 Mrd. Kubikmetern, der 2023 aufgestockt wurde. Damit unterscheidet sich die ungarische Energiepolitik wesentlich von der in den vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern, die eine Abkehr von russischen Energielieferungen anstreben und diese teilweise auch bereits vollzogen haben.

 

Die ungarische Energiepolitik folgt einer anderen Ausrichtung. Vergleichbar mit den Bestrebungen  der TĂŒrkei versucht Budapest, eine neue – gewichtigere – Rolle auf den europĂ€ischen EnergiemĂ€rkten einzunehmen.

 

Ungarn bezieht russisches Gas ĂŒber die TurkStream-Pipeline, die von der sĂŒdrussischen KĂŒstenstadt Anapa durch das Schwarze Meer bis zum tĂŒrkischen Ort K?y?köy im europĂ€ischen Teil der TĂŒrkei sowie nach Bulgarien verlĂ€uft. Von dort aus gelangt das Gas auch nach Ungarn.

 

Die Lieferungen ĂŒber TurkStream werden – da sind sich Marktteilnehmer weitgehend einig – auch weiterhin laufen. Anders die Lieferungen ĂŒber die Pipeline, die von Russland durch die Ukraine in die Slowakei verlĂ€uft: Dieser Vertrag lĂ€uft zum Jahreswechsel aus.

 

Budapest strebt neue Rolle auf dem europÀischen Energiemarkt an

 

TurkStream gewinnt dadurch zwangslĂ€ufig an Bedeutung. Daten des Gas Exporting Countries Forum zufolge stiegen die Gasimporte nach Europa ĂŒber die TurkStream-Pipeline im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 54 %.

 

Dadurch gewinnt auch der ungarische Gasmarkt an Gewicht. „Da der Wettbewerb um Gas zwischen den Hubs zunimmt, ist Ungarn einzigartig gut versorgt, was die Versorgungsrisiken in der Region verringert“, schrieben Analysten von S&P Global Commodity Insights in einem Bericht im August. Der Bedeutungszuwachs lĂ€sst sich auch an der wachsenden LiquiditĂ€t am ungarischen MGP-Hub ablesen.

 

Die Nachfrage nach ungarischem Gas ist groß. Die VerbindungskapazitĂ€ten mit vielen NachbarlĂ€ndern waren bereits im Sommer bis zum Jahresende ausgebucht: Die geografisch weniger gĂŒnstig gelegenen LĂ€nder Mittel- und Osteuropas fĂŒllen ihre Gasspeicher.

 

Deshalb arbeitet Ungarn in Kooperation mit regionalen Partnern an einem Ausbau der Infrastruktur. Das wohl wichtigste Projekt in diesem Rahmen ist der „vertikale Korridor“, eine Pipeline zwischen Griechenland und Bulgarien, RumĂ€nien, Ungarn, der Slowakei, Moldawien und der Ukraine.

 

Das Konzept eines Energieumschlagplatzes wird durch weitere Vereinbarungen und Infrastrukturprojekte entschieden forciert.

 

Im August 2023 unterzeichnete das ungarische Unternehmen MVM einen Vertrag mit dem tĂŒrkischen Unternehmen Botas ĂŒber zusĂ€tzliche Gaslieferungen.

 

Auf der kroatischen Insel Krk wird die KapazitÀt eines schwimmenden LNG-Terminals bis 2025 fast verdoppelt. Dabei gelangen erhebliche Mengen regasifizierten Erdgases in das ungarische Gasnetz.

 

DarĂŒber hinaus soll im Jahr 2027 im rumĂ€nischen Schwarzen Meer das große Unterwasser-Gasfeld „Neptun Deep“ ans Netz gehen, dessen Reserven auf 100 Mrd. Kubikmeter geschĂ€tzt werden. Ungarn beabsichtigt, Gas aus diesem Feld zu beziehen.

 

2024 schloss Ungarn ferner ein Abkommen mit Aserbaidschan. Der staatliche ungarische Energiekonzern MVM erwarb einen 5-prozentigen Anteil am aserbaidschanischen Gasfeld Shah Deniz. Die jÀhrliche Produktion auf dem Feld im Kaspischen Meer liegt bei rund 29 Mrd. Kubikmetern, Ungarns Anteil entspricht einer jÀhrlichen Versorgung mit 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas.

 

Auch eigene Rohstoffvorkommen rĂŒcken in den Blickpunkt

 

Neben Liefervereinbarungen mit dem Ausland und grenzĂŒberschreitender Infrastruktur forciert Ungarn jedoch auch den Abbau von Rohstoffen im eigenen Land. Der Schwerpunkt der Erdgasförderung liegt im SĂŒden des Landes. Die Hauptgasfelder sind MakĂł, Battonya und ÜllĂ©s. Zur BewĂ€ltigung des 2022 ausgerufenen „Energienotstandes“ soll u.a. die heimische Gasproduktion auf mindestens 70 Mrd. Kubikfuß gesteigert werden.

 

Mit den inzwischen höheren Weltmarktpreisen können nun viele bekannte Gasfelder in Ungarn, deren Förderung sich frĂŒher nicht lohnte, eine wirtschaftliche Produktion aufnehmen. Vor allem im sĂŒdlichen Ungarn befinden sich Gebiete mit hohem unerschlossenen Öl- und Gaspotenzial.

 

Auf einem dieser kĂŒnftigen Gasfelder arbeitet Chris Cornelius von CanCambria Energy mit seinem Team. Durch die Erschließung von Projekten wie Kiskunhalas könnte ein grĂ¶ĂŸerer Teil der ungarischen Gasversorgung durch eigene Produktion gedeckt werden. Dadurch entfalten die internationalen Liefernetzwerke grĂ¶ĂŸere Wirkung im Hinblick auf die kĂŒnftige Belieferung europĂ€ischer MĂ€rkte durch Ungarn.

 

Projekte wie Kiskunhalas könnten Ungarn unabhÀngiger von Energieimporten machen

 

Das Kiskunhalas-Projekt von CanCambria liegt im Pannonischen Becken. In diesem etablierten Erdöl- und Erdgasgebiet sieht Ungarn einen Teil seiner Energieversorgung der Zukunft. Potenzial sehen Geologen in der Erschließung großer und tiefliegender Tight Gas-SandsteinlagerstĂ€tten. Vor allem die tieferen BeckenfĂŒllungen ĂŒber 2.500m hinaus wurden bislang kaum exploriert.

 

Dies plant CanCambria zu Ă€ndern: FĂŒr 2025 ist eine 3.500m tiefe Hochdruck- und Hochtemperatur-Vertikalbohrung vorgesehen. Geplant ist fĂŒr kommendes Jahr auch die Errichtung von Anlagen mit DurchflussprĂŒfungen. 2026 soll dann die Phase von Erschließungsbohrungen zur Projekterweiterung folgen. Gefördert werden soll bei Kiskunhalas auch mittels Fracking – der Methode also, die den nordamerikanischen Gasmarkt regelrecht umwĂ€lzte.

 

CanCambria Energy hat fĂŒr das Jahr 2023 eine unabhĂ€ngige Bewertung von Contingent Resources veröffentlicht. Die RessourcenschĂ€tzung basiert auf einer SchĂ€tzung aus vier Gassandzonen ĂŒber eine FlĂ€che von 3.000 Hektar. Die Brutto-Contingent Resources (2C) fallen mit knapp 1,1 Bio. Standardkubikfuß an Erdgas und 99,1 Mio. Barrel Erdgaskondensat umfangreich aus.

 

Ein Ressourcenupdate – mit dem wirtschaftlich förderbare Reserven ausgewiesen werden könnten – ist im Vorfeld des 2025er Bohrprogramms nicht vorgesehen. Die Arbeiten finden derzeit an anderer Stelle statt.

 

In der ersten JahreshĂ€lfte 2024 wurden Daten aus seismischen 3D-Vermessungen gewonnen sowie eine petrophysikalische Modellierung erstellt. Derzeit werden die Daten analysiert. 2025 sollen dann u.a. Modellierungen folgen, die die Grundlage fĂŒr das Bohrprogramm bilden.

 

Die Entscheidung von CanCambria fĂŒr den Kauf von Kiskunhalas fiel 2023 – und sie fiel nicht zufĂ€llig. So „unterstĂŒtzt die bestehende Pipeline-Infrastruktur mit leicht verfĂŒgbaren Abnahme- und LagerkapazitĂ€ten in der gesamten Region nun die Erkundung, Bewertung und Erschließung“, erlĂ€utert das Unternehmen.

 

Kiskunhalas passt in das strategische Profil des Explorers. Im Fokus stehen Projekte von höchster technischer QualitĂ€t, geringem Risiko und mit direktem Zugang zu profitablen MĂ€rkten. Chris Cornelius ist ebenso wie der Rest des Managements davon ĂŒberzeugt, dass das Projekt in den nĂ€chsten 10 Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Erdgasversorgung Ungarns und der EU leisten kann.

 

Weitere Informationen zu CanCambria Energy finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:

https://www.miningscout.de/minenaktien/cancambria-energy-corp/

 

Unternehmen: CanCambria Energy Corp.

ISIN: CA13740E1079

WKN: A3EKUB

Webseite: https://www.cancambria.com/

 

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte

 

Die hier angebotene Berichterstattung stellt keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung dar und ist weder explizit noch implizit als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die hanseatic stock publishing UG und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezĂŒglich aus. Die Berichterstattung dient ausschließlich der Leserinformation und stellt zu keinem Zeitpunkt eine Handlungsaufforderung dar. Zwischen der hanseatic stock publishing UG und den Lesern der von ihr veröffentlichten Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder BeratungsverhĂ€ltnis, da sich die Berichterstattung ausschliesslich lediglich auf das jeweils genannte Unternehmen, nicht aber auf die Anlageentscheidung bezieht. Wir weisen darauf hin, dass Partner, Autoren und Mitarbeiter der hanseatic stock publishing UG Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Ferner besteht zwischen dem hier erwĂ€hnten Unternehmen oder mit ihm verbundenen Unternehmen und der hanseatic stock publishing UG ein Beratungs- oder sonstiger Dienstleistungsvertrag, womit ebenfalls ein Interessenkonflikt besteht. Da wir zu keinem Zeitpunkt ausschliessen können, dass auch andere, Medien, Research- und Börseninformationsdienste die von uns erwĂ€hnten Werte im gleichen Zeitraum besprechen, kann es zu einer symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen. Mitarbeiter des Herausgebers halten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Aktien oder Aktien-Optionen des besprochenen Wertpapieres. Eine VerĂ€nderung, Verwendung oder Reproduktion dieser Publikation ohne eine vorherige schriftliche Zustimmung von der hanseatic stock publishing UG (haftungsbeschrĂ€nkt) ist untersagt. Bitte lesen Sie auch unseren Disclaimer: https://www.miningscout.de/disclaimer-agb/.

 

Kontakt

www.miningscout.de ist ein Service von:

hanseatic stock publishing UG (haftungsbeschrÀnkt)

Schönböckener Str. 28D

23556 LĂŒbeck

Germany

 

Fragen und Anregungen bitte per Mail an: redaktion@miningscout.de

 

@ irw-press.com | DE0000000022 MININGSCOUT