Angriffe auf GeschÀfte? VerbÀnde fordern PolizeiprÀsenz
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 06:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEine aktuelle LageeinschĂ€tzung zu den Protesten in Frankreich komme zu dem Ergebnis, dass auch hierzulande mit Betriebsstörungen durch Blockaden und Versammlungen gerechnet werden mĂŒsse, heiĂt es in dem nicht öffentlichen Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.
Verfasser des in der vergangenen Woche versandten Briefs sind der Handelsverband Deutschland (HDE), der Immobilienwirtschaftsverband ZIA sowie der Handelsimmobilien-Wirtschaftsverband GCSP. Ăber den Brief hatte zuvor das Newsportal "Schuhkurier.de" berichtet.
LageeinschĂ€tzung: Angriffe auf GeschĂ€fte nicht auszuschlieĂen
Gewaltbereite Akteure könnten versuchen, friedliche Proteste fĂŒr eigene Zwecke zu instrumentalisieren, heiĂt es darin. "Besonders besorgniserregend ist die EinschĂ€tzung, dass Angriffe auf Gewerbebetriebe, insbesondere auf EinzelhandelsgeschĂ€fte und Shopping-Center, durch SachbeschĂ€digungen, Vandalismus oder PlĂŒnderungen nicht ausgeschlossen werden können."
Der Einzelhandel sei auf sichere und verlÀssliche Rahmenbedingungen angewiesen, erklÀrten die Verfasser. "Gerade in hochfrequentierten Innenstadtlagen können Blockaden, gewaltsame Ausschreitungen oder SachbeschÀdigungen erhebliche wirtschaftliche SchÀden verursachen", schrieben sie.
VerbÀnde fordern sichtbare PolizeiprÀsenz in InnenstÀdten
Der Innenminister solle sich unter anderem dafĂŒr einsetzen, dass insbesondere in stark frequentierten Innenstadtlagen sowie an Schwerpunkten des Einzelhandels eine "sichtbare und ausreichend dimensionierte PolizeiprĂ€senz" gewĂ€hrleistet werde. Auch sollten Blockaden, die die wirtschaftliche BetĂ€tigung unverhĂ€ltnismĂ€Ăig einschrĂ€nkten, konsequent unterbunden werden.
Der Einzelhandel erfĂŒlle eine zentrale Versorgungsfunktion und sei ein Anker lebendiger InnenstĂ€dte, betonten die VerbĂ€nde. "Die Unternehmen erwarten deshalb zu Recht, dass der Staat die Wahrung der öffentlichen Sicherheit, die Durchsetzung geltenden Rechts sowie den Schutz von BeschĂ€ftigten, Kundinnen und Kunden und privatem Eigentum konsequent gewĂ€hrleistet."
Ministerium hat keine Erkenntnisse zu geplanten Ausschreitungen
Am Mittwoch hatte das Innenministerium erklÀrt, dass es vorerst keine konkreten Aufrufe zu Gewalt bei den Jugendprotesten sieht. Aktuell lÀgen keine weitergehenden Erkenntnisse zu geplanten gewalttÀtigen Ausschreitungen im Zusammenhang der Demonstrationen und Versammlungen vor, hatte ein Sprecher gesagt. Festzustellen sei aber, dass Teile der linksextremistischen Szene und vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus die Demonstrations-Aufrufe aufgriffen und sich an der Mobilisierung beteiligten.
Im Internet ruft die Initiative "Gen Z regelt" fĂŒr Samstag zu Protesten auf. Vorgesehen sind demnach Aktionen in vorerst 32 StĂ€dten. Gewalt wird ausdrĂŒcklich abgelehnt.
UmsatzeinbuĂen in Frankreich: Kunden meiden Stadtzentren
In Frankreich beklagt der Einzelhandel wegen der Massenproteste mit schweren Ausschreitungen massive EinbuĂen. An den vergangenen beiden Samstagen sei der Umsatz in betroffenen InnenstĂ€dten um 80 Prozent eingebrochen, weil die Kundschaft die Stadtzentren meide, teilte die Handelskammer CCI France mit, wie der Sender France Info berichtete. Landesweit wurden demnach ĂŒber 2.500 GeschĂ€fte beschĂ€digt.
"Französische VerhĂ€ltnisse kann und will ich mir auf unseren StraĂen und in unseren InnenstĂ€dten nicht vorstellen", erklĂ€rte HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth auf Anfrage der dpa. "GewalttĂ€tige Ausschreitungen haben keinen Platz in unseren Stadtzentren." Er gehe fest davon aus, dass Behörden und Polizei entsprechend gerĂŒstet seien, falls es dann doch zu Eskalationen kommen sollte.
