Massnahmenplan, MobilitÀt

Massnahmenplan fĂŒr MobilitĂ€t: Existenzbedrohende Überregulierung der Automobilwirtschaft stoppen, ElektromobilitĂ€t voranbringen

20.02.2025 - 10:45:04 | dgap.de

auto-schweiz

auto-schweiz / Schlagwort(e): Sonstiges


20.02.2025 / 10:45 CET/CEST


Jahresmedienkonferenz 2025
Bern/ZĂŒrich-Flughafen, 20. Februar 2025 An ihrer heutigen Jahresmedienkonferenz hat auto-schweiz einen Massnahmenplan fĂŒr MobilitĂ€t vorgelegt. Dieser hat zum Ziel, die MarktattraktivitĂ€t elektrischer Fahrzeuge massiv zu steigern und gleichzeitig die drohende Überregulierung im Bereich der CO2-Emissionsvorschriften zu stoppen. Die zehn vorgeschlagenen Massnahmen reichen von steuerlichen VergĂŒnstigungen fĂŒr die Installation von Ladestationen ĂŒber die vollstĂ€ndige Liberalisierung samt Preissenkungen auf dem Strommarkt bis zum Verzicht auf die rĂŒckwirkende Inkraftsetzung der CO2-Verordnung. Dabei machten die Vertreter der drittgrössten Importbranche der Schweiz klar, dass der Wandel zur ElektromobilitĂ€t nur gemeinsam mit zahlreichen Akteuren und Branchen gelingen kann: Politik und Verwaltung haben dabei ebenso noch zahlreiche Hausaufgaben zu erledigen wie Netzbetreiber, Stromkonzerne, HauseigentĂŒmer, Ladeinfrastruktur-Anbieter und Arbeitgeber. Die Automobilwirtschaft trĂ€gt ihren Teil zum Gelingen der Transition der europĂ€ischen SchlĂŒsselindustrie mit enormen Investitionen in Forschung und Entwicklung bei – das Ergebnis ist bereits eine enorm grosse Auswahl an elektrischen Personen-, Liefer- und Lastwagen in sĂ€mtlichen Fahrzeug- und Preiskategorien. Die vom Bundesrat in die Vernehmlassung geschickte und nach wie vor nicht verabschiedete CO2-Verordnung weicht in zentralen Punkten von den Regelungen im Rest Europas ab, was eine sanktionsfreie Erreichung der auf Anfang 2025 abgesenkten Zielwerte fĂŒr neue Personen- und Lieferwagen in den kommenden Jahren nahezu unmöglich erscheinen lĂ€sst. Denn gleichzeitig stagniert die Nachfrage nach elektrischen Fahrzeugen, die fĂŒr die Erreichung der CO2-Zielwerte eigentlich zahlreiche neue KĂ€uferinnen und KĂ€ufer finden mĂŒssten. Ihre Marktanteile bleiben weit hinter den benötigten Niveaus zurĂŒck. Dabei haben die Schweizer Automobil-Importeure das stetig wachsende Modellangebot der Hersteller mit elektrischen Antrieben konsequent ausgebaut und verkaufen mittlerweile weit ĂŒber 200 verschiedene Elektroautos und Plug-in-Hybride. Doch die Rahmenbedingungen fĂŒr ElektromobilitĂ€t hierzulande sind in vielen Bereichen alles andere als ideal – diese toxische Mischung aus Überregulierung der Automobilwirtschaft, die einseitige Sanktionierung auf die Fahrzeuganbieter und fehlenden Konsumentenanreize fĂŒr die Anschaffung elektrischer Fahrzeuge stand im Mittelpunkt der Jahresmedienkonferenz von auto-schweiz. «Die Schweizer Automobilwirtschaft sieht sich heute mit einem staatlichen Regulierungsdschungel und Planwirtschaft konfrontiert, der eine erfolgreiche GeschĂ€ftstĂ€tigkeit immer mehr einschrĂ€nkt, wenn nicht sogar verunmöglicht. Dadurch wird die gesamte Schweizer Autowirtschaft mit ĂŒber 100'000 ArbeitsplĂ€tzen und mehr als 4'000 Unternehmen in ihrer WettbewerbsfĂ€higkeit massiv eingeschrĂ€nkt» hielt auto-schweiz-PrĂ€sident Peter GrĂŒnenfelder in seinem Statement fest. Eine ĂŒberhöhte Steuer- und Abgabenlast auf das Automobil, hohe Energiekosten wie auch die preisliche Intransparenz beim E-Laden verlangen nach einer raschen Optimierung der staatlichen Rahmenbedingungen. Dazu bereitet die autowirtschaftsfeindliche CO2-Verordnung der Branche grösste Sorgen. «Die vom Bundesrat geplante rĂŒckwirkende Inkraftsetzung der CO2-Verordnung verstösst gegen den Grundsatz von Treu und Glauben – dies belegt das von auto-schweiz in Auftrag gegebene Rechtsgutachten von Professor Peter Hettich», so Peter GrĂŒnenfelder.    Die Diskrepanz zwischen fehlenden Anreizen fĂŒr den Erwerb elektrischer Fahrzeuge einerseits und andererseits einer CO2-Regulierung, die weit ĂŒber das europĂ€ische Niveau hinausgeht, wird zur grundlegenden Bedrohung fĂŒr die Schweizer Automobilwirtschaft. Dabei habe es der Bundesrat bislang verpasst, sinnvolle Regelungen aus Europa in die CO2-Verordnung aufzunehmen, stellte auto-schweiz-VizeprĂ€sident Donato Bochicchio fest, gleichzeitig Managing Director von PCDOL und Logep bei der Emil Frey Gruppe: «Die vorgeschlagenen Regelungen in der CO2-Verordnung gehen deutlich ĂŒber internationale Normen hinaus, was nicht realitĂ€tsbezogen ist und alles noch teurer macht. Kauft die Schweizer Bevölkerung nicht wie gefordert genĂŒgend Elektrofahrzeuge, drohen fĂŒr 2025 Strafzahlungen von bis zu einer halben Milliarde Franken. Eine solche Politik, basierend auf ideologischem Wunschdenken, die sich nicht auf eine gesicherte Rechtsgrundlage abstĂŒtzen kann, wird fĂŒr die Schweizer Automobilunternehmen existenzbedrohende Ausmasse annehmen, weil eine rentable GeschĂ€ftstĂ€tigkeit damit staatlich quasi verunmöglicht wird.» Es sei zu rechnen mit einem Arbeitsplatzabbau von Tausenden von Stellen, der AusdĂŒnnung des HĂ€ndlernetzes und der Aufgabe von Garagenbetrieben, so Donato Bochicchio: «Die Schweizer Politik muss sich der MarktrealitĂ€t stellen, dass der Markthochlauf von elektrischen und emissionsarmen Fahrzeugen ein Generationenprojekt ist und die Automobilwirtschaft die Energiewende nicht alleine lösen kann. Es braucht die konkrete UnterstĂŒtzung der ĂŒber 600 ElektrizitĂ€tswerke, von Netzprovidern und Vermietern, aber auch von den Kantonen und Gemeinden.» Ein zentraler Grund, warum elektrische Personen- und Lieferwagen nicht stĂ€rker nachgefragt werden, sind ungenĂŒgende Rahmenbedingungen hierzulande. So ist es in der Schweiz als «Land der Mieter» nach wie vor fĂŒr viele Privatkunden schwierig bis unmöglich, am eigenen Stellplatz in einer Tiefgarage eines MehrparteiengebĂ€udes eine Ladestation zu bekommen. «Ohne den Komfort- und Preisvorteil einer eigenen Lademöglichkeit entscheiden sich viele AutokĂ€uferinnen und -kĂ€ufer nach wie vor fĂŒr einen Benziner oder Diesel», berichtete auto-schweiz-VizeprĂ€sident Helmut Ruhl, CEO der AMAG Group AG, aus dem GeschĂ€ftsalltag vieler Garagen. «Andere LĂ€nder in Europa lösen diesen Konflikt deutlich besser als die Schweiz, etwa mit einem höheren Fokus auf den privaten Ladeinfrastrukturausbau. In Norwegen, einem Land mit 81 Prozent HauseigentĂŒmern, haben die 19 Prozent Mieter dennoch ein ‘Recht auf Laden’ und damit die gesamte Bevölkerung die Möglichkeit, ein parkiertes Fahrzeug aufzuladen. Auch in vielen anderen Bereichen halten die Rahmenbedingungen fĂŒr ElektromobilitĂ€t hierzulande dem internationalen Vergleich nicht Stand, weshalb die Schweiz mittlerweile aus den Top-10 der E-MobilitĂ€tslĂ€nder Europas herausgefallen ist.» Neben gĂŒnstigen Preisen fĂŒr öffentliches Laden unterstĂŒtzen die am schnellsten transformierenden LĂ€nder z.B. mit steuerlich tieferen Belastungen fĂŒr elektrisch angetriebene GeschĂ€ftsfahrzeuge oder dem Verzicht auf Import- oder Mehrwertsteuern beim E-Auto-Kauf. Helmut Ruhl: «Die Autobranche unterstĂŒtzt die Klimaziele der Schweiz und wir als Importeurs-Gesellschaften unternehmen viel, was ĂŒber die reine Bereitstellung von Fahrzeugen hinausgeht: Wir stellen Ladestationen auf, bieten vergĂŒnstigte Ladetarife an und bauen die Produktion erneuerbarer Energien aus. Es gehören aber viele weitere Branchen und Akteure zum Gelingen der ElektromobilitĂ€t dazu – doch nur die Automobilwirtschaft soll finanziell gebĂŒsst werden. Das ist weder marktwirtschaftlich noch sinnvoll reguliert.» Um den gordischen Knoten zwischen Überregulierung der Automobilwirtschaft und suboptimalen Rahmenbedingungen fĂŒr die ElektromobilitĂ€t zu lösen, legt auto-schweiz einen «Zehn-Punkte-Massnahmenplan fĂŒr MobilitĂ€t» vor. Dieser umfasst diverse Hausaufgaben fĂŒr Politik und Verwaltung, wie Thomas RĂŒcker, Direktor von auto-schweiz, erlĂ€uterte: «Neben regulatorischen Massnahmen, die mit der anstehenden Entscheidung des Bundesrats ĂŒber die CO2-Verordnung vorgenommen werden mĂŒssen, beinhaltet die Liste auch andere Bereiche. So fordern wir mehr Preistransparenz bei öffentlichen LadevorgĂ€ngen und die seit Jahren geplante Liberalisierung des privaten Strommarktes. Durch den ausgelösten Wettbewerb wĂ€ren die Energieanbieter gezwungen, gĂŒnstigere Preise zu offerieren – ein Wettbewerb, der fĂŒr uns als Automobilwirtschaft selbstverstĂ€ndlich ist.» Des Weiteren gelte es, Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren und die 4-prozentige Automobilsteuer, die beim Fahrzeugimport fĂ€llig wird, auf elektrische Fahrzeuge fĂŒr fĂŒnf Jahre zu sistieren: «Die Erhebung dieser Abgabe kam einfach zu frĂŒh. Angesichts der nach wie vor gesunden Bundesfinanzen muss dem Bundesrat der vorĂŒbergehende Verzicht auf diese Einnahmen zugunsten der UnterstĂŒtzung der ElektromobilitĂ€t und der Erreichung der eigenen Klimaziele wert sein.» Stossend ist ebenfalls, dass die sehr guten Erfahrungen in der emissionsfreien Lastwagenanwendung dank der Investitionssicherheit fĂŒr den GĂŒterverkehr keinerlei Bedeutung fĂŒr Lieferwagen und Personenwagen findet. Der vollstĂ€ndige «10-Punkte-Plan zum Gelingen der E-MobilitĂ€t»: 1. 5-jĂ€hriges Moratorium der Automobilsteuer auf E-Fahrzeuge Beschleunigt Transformation auf CO2-neutrale Antriebstechnologien durch niedrigere Kaufpreise. 2. Steuerliche BegĂŒnstigung bei Installation von privaten Ladestationen und Recht auf Laden Schafft stĂ€rkere Anreize fĂŒr HauseigentĂŒmer, Arbeitgeber und Investitionswillige – profitieren wĂŒrden insbesondere Mieter. 3. Preistransparenz beim öffentlichen Laden Löst einen funktionierenden Preiswettbewerb zwischen den Anbietern aus, von dem E-Autofahrer profitieren. 4. VollstĂ€ndige Liberalisierung des Strommarktes Resultiert in kostengĂŒnstigeren Tarifen fĂŒr private Nutzer beim Heimladen und am Arbeitsplatz. 5. Konsequenter Verzicht auf kostentreibende «Swiss Finish»-Regulierungen Vermeidet Rechtsunsicherheit bei Anbietern und verhindert massive Verteuerung der E-MobilitĂ€t in der Schweiz. 6. Keine rĂŒckwirkende Inkraftsetzung der CO2-Verordnung Vermeidung widerrechtlicher Sanktionierung von bereits abgeschlossenen Inverkehrsetzungen und VerkĂ€ufen. 7. Flexibilisierung des CO2-Absenkungspfads Vermeidung der Verteuerung der individuellen und gewerblichen MobilitĂ€t durch flexible Anpassung der CO2-Zwischenziele an die Marktgegebenheiten. 8. Technologieoffenheit Ermöglicht Wettbewerb und die besten emissionsfreien Antriebe bzw. fĂŒhrt dazu, dass das Potenzial der verschiedenen Antriebsarten ausgeschöpft werden kann – nicht nur fĂŒr Neufahrzeuge, sondern auch fĂŒr den bestehenden Fuhrpark. 9. Harmonisierung der kantonalen Motorfahrzeugsteuern, MWST-Verzicht auf neue BEV prĂŒfen SpĂŒrbare VergĂŒnstigung elektrischer MobilitĂ€t insbesondere fĂŒr Private. BĂŒrokratiearmer Schub in Richtung Netto-Null, angesichts gut laufender Bundesfinanzen. 10. AttraktivitĂ€tssteigerung von E-Lieferwagen Anschub fĂŒr elektrische Lieferwagen bis 4,25 Tonnen und Senkung der HĂŒrden fĂŒr Unternehmen beim Umstieg auf E-MobilitĂ€t.
Weitere AuskĂŒnfte:
Christoph Wolnik
Stv. Direktor, Mediensprecher
T 079 882 99 13
christoph.wolnik@auto.swiss


Ende der Medienmitteilungen

2089203  20.02.2025 CET/CEST fncls.ssp?fn=show_t_gif&application_id=2089203&application_name=news&site_id=trading_house_net~~~7efceac5-959a-43d6-afef-21ad42b6a5d4

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
boerse | 66689014 |