EQS-News: CrĂ©dit Mutuel Asset Management: EuropĂ€ische MobilitĂ€tswoche: Die soziale Dimension - ein unterschĂ€tzter Kostenfaktor fĂŒr Unternehmen (deutsch)
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 13:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSCrĂ©dit Mutuel Asset Management: "EuropĂ€ische MobilitĂ€tswoche: Die soziale Dimension - ein unterschĂ€tzter Kostenfaktor fĂŒr Unternehmen"
EQS-Media / 21.09.2026 / 13:17 CET/CEST
EuropÀische MobilitÀtswoche: Die soziale Dimension - ein unterschÀtzter
Kostenfaktor fĂŒr Unternehmen
Von Vincent Goussard, Crédit and ESG Research Analyst, Crédit Mutuel Asset
Management
Die EuropÀische MobilitÀtswoche findet vom 16. bis 22. September statt. Die
Initiative der EuropĂ€ischen Kommission ruft BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, Kommunen
und Unternehmen dazu auf, nachhaltige Verkehrsmittel zu bevorzugen: zu FuĂ
gehen, Radfahren, Carsharing und öffentlicher Nahverkehr. Bereits zum
zweiten Mal in Folge steht die Woche unter dem Motto "MobilitĂ€t fĂŒr alle".
[1]
FĂŒr Unternehmen berĂŒhrt das Thema zwei ESG-Dimensionen.
1. Umwelt: Der Arbeitsweg der BeschÀftigten [2] fÀllt unter die
Scope-3-Emissionen, die bis zu 90 % des gesamten CO2-FuĂabdrucks eines
Unternehmens ausmachen können [3].
2. Soziales: Der Zugang zu erschwinglichen, nachhaltigen und geeigneten
Verkehrsmitteln entscheidet ĂŒber den Zugang zu BeschĂ€ftigung,
Gesundheitsversorgung und Wohlbefinden. Auf diese zweite Dimension
konzentrieren wir uns im Folgenden.
Ein schrumpfender Bewerberpool
In der gesamten EuropÀischen Union warnen das StÀdtenetzwerk Eurocities [4]
und der Verband fĂŒr öffentlichen Nahverkehr UITP [5] seit mehreren Jahren
vor "Transportarmut": Kosten, VerfĂŒgbarkeit und ZugĂ€nglichkeit von
Verkehrsmitteln versperren einem Teil der Bevölkerung - insbesondere in
Berufen, die sich nicht remote ausĂŒben lassen - den Zugang zu
ArbeitsplÀtzen, Ausbildung oder essenziellen Dienstleistungen.
FĂŒr Unternehmen ist das mehr als eine Frage der öffentlichen Politik: Es
bestimmt die GröĂe des Bewerberpools rund um ihre Standorte. Ein Industrie-
oder Logistikstandort mit schlechter ĂPNV-Anbindung sieht sein Einzugsgebiet
automatisch schrumpfen - Kandidaten ohne Auto werden faktisch
ausgeschlossen. Am stĂ€rksten trifft dieses Risiko Branchen, die auf groĂe
Mengen gering qualifizierter oder geografisch verstreuter ArbeitskrÀfte
angewiesen sind: Logistik, verarbeitendes Gewerbe, Einzelhandel und
personennahe Dienstleistungen.
Die Pendelstrecke als Faktor des Fluktuationsrisikos
Mehrere aktuelle Studien belegen einen Zusammenhang zwischen
Pendelbedingungen und Leistung am Arbeitsplatz. Eine 2026 im Journal of
Transport and Health veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass Pendelstress
die ProduktivitÀt von Mitarbeitenden mindert [6]. Eine PageGroup-Studie [7]
mit mehr als 12.000 BerufstÀtigen zeigt, dass dieser Stress je nach
Verkehrsmittel deutlich variiert: Im Durchschnitt bezeichnen 38 % der
BeschÀftigten ihren Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln als
stressig, gegenĂŒber 34 % bei denjenigen, die mit dem privaten Fahrzeug
unterwegs sind. Die LĂŒcke vergröĂert sich deutlich in LĂ€ndern, in denen das
ĂPNV-Netz als unterentwickelt wahrgenommen wird. Lange Fahrzeiten belasten
auch die Personalgewinnung: Sie verringern die Zahl verfĂŒgbarer Kandidaten
fĂŒr eine bestimmte Position und gehen mit einer höheren Ablehnungsquote bei
Stellenangeboten einher. FĂŒr Arbeitgeber wird die QualitĂ€t des Arbeitswegs
damit - neben VergĂŒtung und Arbeitsbedingungen - zu einem eigenstĂ€ndigen
Faktor des Fluktuations- und Disengagement-Risikos.
Aktive MobilitÀt - ein messbarer PrÀventionshebel
Aktive MobilitÀt (Gehen, Radfahren, E-Biking) bietet einen gut
dokumentierten Gegenpol. Eine 2025 in Frontiers in Sports and Active Living
veröffentlichte Studie zeigt, dass sie leichte bis moderate körperliche
AktivitÀt in den tÀglichen Arbeitsweg einbringt, die Risiken durch
anhaltendes Sitzen begrenzt und gleichzeitig die Belastung durch
Fahrzeugabgase reduziert [8]. Bei vergleichbarer Wegezeit berichten diese
BeschÀftigten von besserer körperlicher und mentaler Gesundheit als Nutzer
passiver Verkehrsmittel - was sich wiederum in einer höher eingeschÀtzten
beruflichen LeistungsfÀhigkeit niederschlÀgt.
FĂŒr Unternehmen geht es daher nicht allein darum, Anreize zu schaffen
(sichere FahrradabstellplÀtze, Duschen, das französische MobilitÀtspauschale
fĂŒr nachhaltige MobilitĂ€t), sondern die QualitĂ€t des Arbeitswegs als echten
Einflussfaktor auf Fehlzeiten, Engagement und letztlich TeamproduktivitÀt zu
behandeln.
Ein weiterer, in der Finanzanalyse bislang weitgehend ĂŒbersehener Aspekt
betrifft die Auswirkung auf die Gesundheitskosten. Eine finnische Studie aus
dem Jahr 2024, veröffentlicht im Scandinavian Journal of Medicine & Science
in Sports, untersuchte BeschÀftigte des öffentlichen Sektors und zeigt, dass
ein hohes Maà an aktiver MobilitÀt (durchschnittlich 61 km pro Woche) die
Wahrscheinlichkeit von KrankheitsausfÀllen um 8 bis 12 % senkt - und die von
Langzeiterkrankungen um 18 %.
PrÀvention statt Nachsorge: eine wirtschaftliche AbwÀgung
Das Beispiel der Bank of America ist aufschlussreich: Die Bank gibt fĂŒr ihre
211.000 BeschĂ€ftigten jĂ€hrlich mehr als 250 Millionen US-Dollar fĂŒr
GLP-1-Abnehmmedikamente aus (rund 13 % ihres gesamten Gesundheitsbudgets) -
gerechtfertigt durch die erwartete Senkung des kardiovaskulÀren Risikos
mittelfristig [9]. So spezifisch dieses Beispiel fĂŒr das
US-Gesundheitssystem ist, in dem Arbeitgeber die medizinische Versorgung
direkt finanzieren, so deutlich veranschaulicht es im Umkehrschluss den
wirtschaftlichen Nutzen vorgelagerter PrĂ€vention, die deutlich gĂŒnstiger ist
als kurative Behandlung. Ăbertragen auf den französischen Kontext, wo
Arbeitgeber seit 2016 verpflichtet sind, mindestens 50 % der BeitrÀge zur
betrieblichen Zusatzkrankenversicherung zu ĂŒbernehmen, gilt dieselbe Logik:
Indem eine Politik aktiver MobilitÀt Erkrankungen im Zusammenhang mit
Bewegungsmangel eindÀmmt, kann sie dazu beitragen, den Anstieg der vom
Unternehmen getragenen Versicherungskosten zu begrenzen.
Die soziale Dimension der MobilitÀt ist damit weit mehr als ein auf eine
Woche im Jahr beschrÀnktes Thema der internen Kommunikation - sie verdient
es, als vollwertiger Bestandteil des Humankapitals behandelt zu werden, mit
messbaren Auswirkungen auf Rekrutierungskosten, PersonalstabilitÀt und
letztlich die operative LeistungsfÀhigkeit.
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Crédit Mutuel Asset Management: 128 Boulevard Raspail, 75006 Paris, ist eine
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und seit dem 11.04.2025 bei ORIAS (www.orias.fr) unter der Nr. 25003045
registrierte Vermögensverwaltungsgesellschaft. Crédit Mutuel Asset
Management ist eine Aktiengesellschaft (Société Anonyme) mit einem
Grundkapital von 3.871.680 EUR, eingetragen im Handelsregister von Paris unter
der Nummer 388 555 021, und eine Tochtergesellschaft der Groupe La
Française, der Vermögensverwaltungs-Holdinggesellschaft der Crédit Mutuel
Alliance Fédérale.
[1] EUROPEAN MOBILITY WEEK | The campaign
[2] https://ghgprotocol.org/sites/default/files/2022-12/Chapter7.pdf
[3] Environmental supply chain risks to cost companies $120 billion by 2026
- CDP
[4] European Mobility Week: Making mobility for everyone - Eurocities
[5] Mobility for Everyone: European Mobility Week Spotlights Inclusive
Transport Solutions - UITP
[6] The hidden toll of commuting: How and when stress travels from the road
to the workplace - Transportation Research- via ScienceDirect
[7] Le trajet du travail des européens: calme et détendu, ou stressant et
inefficace? | Michael Page
[8] Frontiers | Incorporating active commuting into daily life: a narrative
review of e-bikes' impact on health and urban air quality
[9] Bank of America CEO: GLP-1 drugs for employees cost $250M a year
Ende der Pressemitteilung
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Schlagwort(e): Finanzen
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