Amgen, US0311621009

Die Amgen-Aktie faellt nach Lp(a)-Sorgen deutlich, trotz solider Quartalszahlen

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 15:05 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Amgen-Aktie verliert am 08.09.2026 in New York rund 10 Prozent, nachdem ein gescheiterter Lp(a)-Herzmedikament-Test von Novartis die Branche belastet. Zugleich meldete Amgen fuer das zweite Quartal 2026 einen Umsatzanstieg um 9,5 Prozent auf 10,05 Mrd. USD.

Fotorealistische moderne Biotech-Produktionsanlage mit Glasfassade, Bioreaktoren und Palmen unter blauem Himmel
Amgen Inc. (ISIN US0311621009) zeigt fotorealistisch eine moderne Biotech-Anlage mit Bioreaktoren in Kalifornien, Illustration mit AI erstellt.

Die Amgen-Aktie (ISIN US0311621009) steht am 09.09.2026 unter Druck, nachdem der US-Biopharmakonzern am 08.09.2026 in New York einen Kursrueckgang von rund 10,1 Prozent auf 393,17 USD innerhalb einer 52-Wochen-Spanne von 269,77 bis 447,03 USD verzeichnete. Laut GuruFocus fiel die Aktie damit deutlich vom oberen Bereich ihrer Handelsspanne zurueck, nachdem sie ueber ein Jahr betrachtet zuvor um 44,2 Prozent gestiegen war.

Gescheiterte Novartis-Studie belastet Lp(a)-Segment

Ausloeser der abrupten Schwäche ist ein spaetphasiger Herzmedikament-Test von Novartis, der die angestrebte Wirksamkeit nicht erreichte und damit die gesamte Wirkstoffklasse der Lipoprotein(a)-senkenden Therapien unter Druck setzte. Wie Barchart am 08.09.2026 berichtet, zaehlte Amgen mit einem Tagesminus von mehr als 10 Prozent zu den groessten Verlierern im Dow-Jones-Index, nachdem Novartis' spaetphasige Studie fuer das Lp(a)-Medikament pelacarsen ihr zentrales Studienziel verfehlte.

Die Sorgen des Marktes beziehen sich dabei auf Amgens eigenes Programm mit dem Wirkstoff olpasiran, einem RNA-basierten Kandidaten zur Senkung von Lipoprotein(a). Nach Angaben von Benzinga liessen die enttaeuschenden pelacarsen-Daten Anleger an der Uebertragbarkeit der Studienschwierigkeiten auf andere Lp(a)-Projekte zweifeln, was die Aktie von Amgen am 08.09.2026 intraday um 9,51 Prozent auf 395,65 USD drueckte.

Quartalszahlen zeigen robustes Kerngeschaeft

Fundamental praesentiert sich Amgen trotz der Lp(a)-Sorgen solide. Laut MarketBeat legte Amgen seine juengsten Quartalszahlen am 04.08.2026 vor und erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,05 Milliarden USD, ein Anstieg um 9,5 Prozent gegenueber dem Vorjahresquartal mit 9,18 Milliarden USD.

Beim Ergebnis je Aktie (EPS) uebertraf Amgen die Erwartungen deutlich: Das Unternehmen meldete fuer das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes EPS von 6,29 USD, waehrend der Analystenkonsens bei 5,62 USD lag, sodass die Gewinnkennzahl um 0,67 USD bzw. rund 11,9 Prozent ueber den Schaetzungen ausfiel. Nach Daten von MarketBeat lag das bereinigte EPS im Vorjahresquartal bei 6,02 USD, sodass Amgen den Gewinn je Aktie binnen eines Jahres um rund 4,5 Prozent steigern konnte.

Mit einer Nettomarge von 22,95 Prozent und einer Eigenkapitalrendite von 124,14 Prozent im zweiten Quartal 2026 zeigt Amgen nach Angaben von MarketBeat eine starke Profitabilitaet, die den aktuellen Kursrueckgang aus Sicht langfristiger Anleger relativiert.

Guidance und Dividende unterstreichen Shareholder-Fokus

Fuer das gesamte Geschaeftsjahr 2026 hat Amgen nach Angaben von MarketBeat eine Gewinnprognose von 22,30 bis 23,50 USD je Aktie ausgegeben. Der von MarketBeat ausgewiesene Analystenkonsens liegt aktuell bei einem EPS von 22,97 USD im laufenden Jahr 2026 und damit leicht oberhalb der Mitte der Unternehmensspanne, was auf ein insgesamt verhalten optimistisches Marktbild hindeutet.

Zugleich staerkt Amgen die Attraktivitaet fuer einkommensorientierte Anleger durch eine regelmaessige Dividendenzahlung. Laut MarketBeat betraegt die vierteljaehrliche Dividende 2,52 USD je Aktie, was einer Jahresdividende von 10,08 USD und einer Dividendenrendite von rund 2,6 Prozent entspricht, bezogen auf den Kurs vor dem Rueckschlag.

Analystenreaktionen: BMO-Downgrade und Konsens-Hold

Der Kurssturz bei Amgen blieb auch im Analystenlager nicht ohne Folgen. Wie CNBC am 08.09.2026 berichtet, hat BMO Capital Markets die Einstufung fuer Amgen von Outperform auf Market Perform gesenkt und gleichzeitig ein Kursziel von 450 USD beibehalten, was aus Sicht des Analystenhauses zu diesem Zeitpunkt einem Aufwaertspotenzial von etwa 3 Prozent gegenueber dem damaligen Kurs entsprach.

Parallel bestaetigte Cantor Fitzgerald gemäss Benzinga sein Neutral-Rating fuer die Amgen-Aktie und ein Kursziel von 400 USD, waehrend der von Benzinga ausgewiesene Marktkonsens bei einem durchschnittlichen Kursziel von 398,52 USD und einer Hold-Einschaetzung liegt. Die Spanne der Einzelziele zeigt, dass die Analysten den Rueckschlag im Lp(a)-Umfeld ernst nehmen, die langfristige Ertragskraft des Konzerns aber nicht grundlegend in Frage stellen.

Darueber hinaus verweist eine Analyse von MCH Advisory vom 09.09.2026 darauf, dass Amgen bei einem Referenzkurs von 393 USD etwa 18-fach auf die erwarteten Gewinne bewertet wird und damit leicht ueber dem durchschnittlichen Bewertungsniveau der grossen Biopharma-Peers liegt. In diesem Research stuft MCH Advisory die Amgen-Aktie intern mit Sell ein, nennt eine hausinterne Zwölf-Monats-Zielmarke von 356 USD und sieht die Konsens-Kursziele der Wall Street im Mittel bei 390 USD, was eine moderat negative Abweichung des eigenen Hauses gegenueber dem Street-Kursziel reflektiert.

Pipeline-Kontrast: Positive Imdelltra-Daten

Waehrend die Lp(a)-Sorgen die Stimmung belasten, sendet Amgen gleichzeitig positive Signale aus anderen Pipelinebereichen. Laut GuruFocus verkuendete Amgen am 08.09.2026 fuer seinen bispezifischen T-Zell-Engager Imdelltra in Kombination mit AstraZenecas PD-L1-Inhibitor Imfinzi im DeLLphi-305-Phase-3-Programm bei Patienten mit extensiver kleinzellig-lungengespannter Erkrankung (ES-SCLC) das Erreichen des primaeren Endpunkts der Gesamtueberlebenszeit.

Die Kombination zeigte darueber hinaus statistisch signifikante Verbesserungen bei sekundären Endpunkten wie progressionsfreier Ueberlebenszeit und objektiver Ansprechrate, wie GuruFocus ausfuehrt. Damit staerkt Amgen seine Position im Onkologie-Segment und schafft regulatorische Optionen, die mittelfristig neue Umsatzquellen eroeffnen koennten.

Regulatorische Risiken rund um Tavneos

Neben den Lp(a)-Bedenken belasten auch regulatorische Nachrichten einzelne Produkte. Eine Uebersicht von Tikr vom 09.09.2026 hebt hervor, dass die britische Arzneimittelbehoerde am 01.09.2026 die Aufnahme von Neukunden fuer Amgens seltene Erkrankungstherapie Tavneos ausgesetzt hat, nachdem Zweifel an der Zuverlaessigkeit zentraler Studiendaten aufkamen. Die Behoerde plant, die britische Zulassung bis spaetestens Maerz 2027 zu widerrufen, und diese Entwicklung folgt vergleichbaren Einschraenkungen durch die Europaeische Kommission und einen von der US-Arzneimittelbehoerde FDA vorgeschlagenen Zulassungsentzug.

Diese regulatorische Kette schwaecht zwar einen kleineren Teil des Portfolios, verdeutlicht aber das generelle Risiko von Datenintegritaetsfragen in der biopharmazeutischen Entwicklung. Zusammen mit der Unsicherheit im Lp(a)-Feld erklaert sie, warum die Amgen-Aktie in der Woche bis zum 09.09.2026 laut Tikr um rund 9,6 Prozent nachgegeben hat.

Bewertung und Anlegerperspektive

Die Kombination aus soliden laufenden Ergebnissen und gesteigerter Unsicherheit in einzelnen Entwicklungsprogrammen fuehrt zu einer differenzierten Bewertungslage. Nach Berechnungen von GuruFocus liegt der sogenannte GF-Value fuer Amgen bei 365,80 USD, waehrend der Kurs am 08.09.2026 bei 393,17 USD schloss. Daraus resultiert eine Einschaetzung, dass die Aktie um etwa 7,5 Prozent ueber dem modellierten Fair Value gehandelt wird, selbst nach dem zweistelligen Tagesminus.

Fuer Anleger bedeutet dies, dass der Rueckgang zwar kurzfristig eine spuerbare Korrektur darstellt, die Aktie jedoch nach dieser Kennzahl weiterhin leicht ueberbewertet erscheint. Im Vergleich zu den Konsens-Kurszielen von im Mittel rund 398 bis 400 USD, wie sie Benzinga und MCH Advisory ausweisen, spiegelt der Markt damit eine erhoehte Risikoaversion wider, ohne die langfristige Ertragsbasis des Konzerns fundamental abzuschreiben.

Kursniveau und Marktumfeld

Am 09.09.2026 notiert die Amgen-Aktie auf US-Basis nahe 393 USD und damit etwa 12 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 447,03 USD, waehrend das 52-Wochen-Tief bei 269,77 USD liegt. Dieser Abstand zeigt, dass der juengste Rueckschlag zwar markant ist, die Aktie aber weiterhin klar ueber ihrem Tiefstniveau des vergangenen Jahres handelt. Die Marktkapitalisierung von Amgen laesst sich bei einem Kurs von rund 393 USD und einer ungefaehren Aktienzahl im hohen dreistelligen Millionenbereich grob im zweistelligen Milliarden-USD-Bereich verorten, wobei die exakte Zahl vom tagesaktuellen Kurs abhängt.

Im globalen Kontext war der Gesundheitssektor in den vergangenen Handelstagen insgesamt schwach. Eine Marktanalyse von Saxo Bank hebt am 09.09.2026 hervor, dass Gesundheitswerte den Gesamtmarkt belasteten und Amgen mit einem Rueckgang von 10,1 Prozent besonders ins Auge fiel, waehrend parallel die Oelpreise in Richtung 100 USD je Barrel stiegen und die Risikoaversion insgesamt zunahm.

Aktien-Schlussabschnitt

Fuer die Amgen-Aktie bleibt nach dem zweistelligen Kursrueckgang die Frage, wie schnell der Markt zwischen den Risiken im Lp(a)-Segment und Tavneos einerseits und den robusten Quartalszahlen sowie den positiven Imdelltra-Daten andererseits neu austariert. Entscheidend wird sein, ob Amgen in den kommenden Quartalen seine Guidance von 22,30 bis 23,50 USD EPS fuer das Geschaeftsjahr 2026 halten oder sogar uebertreffen kann und wie sich die weiteren Studiendaten im kardiovaskulaeren Bereich entwickeln.

Steckbrief zur Amgen-Aktie

  • Unternehmen: Amgen Inc.
  • ISIN: US0311621009
  • Ticker: AMGN
  • Handelsplatz: NASDAQ
  • Kurs (Stand 08.09.2026): 393,17 USD
  • Marktkapitalisierung: zweistelliger Milliardenbereich USD (Stand 08.09.2026)
  • Sektor / Branche: Gesundheitswesen / Biotechnologie
  • Indexzugehörigkeit: Dow Jones Industrial Average

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