EQS, Whistleblowing-Umfrage

EQS Whistleblowing-Umfrage 2024: EuropÀische Gesetzgebung treibt digitalen Hinweisgeberschutz in Unternehmen voran

11.07.2024 - 08:30:01

EQS Group AG


EQS-Media / 11.07.2024 / 08:30 CET/CEST
MĂŒnchen – 11. Juli 2024 Der Anteil der deutschen Unternehmen, die ĂŒber ein Hinweisgebersystem verfĂŒgen, ist im vergangenen Jahr von 82 Prozent auf 97 Prozent gestiegen – unter anderem getrieben durch die Umsetzung der Whistleblowing-Richtlinie der EU im Hinweisgeberschutzgesetz, das im Juli 2023 in Kraft getreten ist. Das zeigt die neue Whistleblowing-Umfrage 2024 der EQS Group, fĂŒr die mehr als 700 Compliance-Verantwortliche in Europa befragt wurden. Um Hinweise auf unethisches oder illegales Verhalten an einer zentralen Meldestelle entgegenzunehmen, setzen Unternehmen ĂŒberwiegend auf digitale KanĂ€le: 74 Prozent haben ein Softwaresystem fĂŒr Hinweisgeber eingefĂŒhrt. GesetzeskonformitĂ€t sicherzustellen ist fĂŒr Unternehmen in Deutschland der entscheidende Treiber fĂŒr die EinfĂŒhrung eines Hinweissystems. 94 Prozent nannten dies als einen der wichtigsten GrĂŒnde – ein Anstieg von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (2023: 87 Prozent). 37 Prozent haben ihr Whistleblowing-System aber bereits seit mindestens drei Jahren im Einsatz, also deutlich lĂ€nger, als sie durch das Hinweisgeberschutzgesetz dazu verpflichtet sind. Nur etwa drei Prozent der Unternehmen in Deutschland haben derzeit noch kein Hinweisgebersystem eingerichtet. Von diesen gaben 38 Prozent an, dass sie vom Hinweisgeberschutzgesetz nicht betroffen sind – vermutlich, da sie weniger als 50 BeschĂ€ftigte haben. Die HĂ€lfte (50 Prozent) nannte außerdem fehlende Ressourcen als Grund, mehr als im europĂ€ischen Durchschnitt (38 Prozent). Whistleblowing als Teil der Unternehmenskultur Hinweisgeberschutz wird in Unternehmen nicht nur durch externe Faktoren getrieben, sondern ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur. FĂŒr die Befragten ist die Entwicklung einer Speak-up-Kultur der zweitwichtigste Grund nach Compliance fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Whistleblowing-Lösung. Die Bedeutung der Unternehmenskultur ging allerdings im Vergleich zum Vorjahr leicht zurĂŒck, von 66 Prozent in 2023 auf 51 Prozent in der diesjĂ€hrigen Umfrage. Weitere 37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit einem Hinweisgebersystem finanzielle Verluste oder ReputationsschĂ€den fĂŒr ihr Unternehmen verhindern wollen. Von den Mitarbeitenden werden Whistleblowing-KanĂ€le insgesamt gut angenommen, sowohl in kleinen und mittelstĂ€ndischen als auch in großen Unternehmen: Die HĂ€lfte der befragten Unternehmen erhielt im Jahr 2023 mindestens eine Meldung ĂŒber ihr Hinweisgebersystem, und ein FĂŒnftel (21 Prozent) erhielt sogar mehr als zehn Hinweise. Bei Unternehmen, die mehr als 50 Meldungen verzeichneten, handelt es sich mehrheitlich um Großunternehmen mit mehr als 10.000 BeschĂ€ftigten. Die meisten Meldungen betrafen den Bereich Personalwesen (35 Prozent), gefolgt von Bestechung und Korruption (18 Prozent) sowie VerstĂ¶ĂŸe gegen soziale Standards und Menschenrechte (17 Prozent) und IT und Datenschutz (17 Prozent). AnonymitĂ€t ist Markt-Standard Das Hinweisgeberschutzgesetz schreibt nicht vor, dass MeldekanĂ€le in Unternehmen anonyme Hinweise ermöglichen mĂŒssen. Dennoch lassen 9 von 10 Unternehmen Hinweise ohne Angaben zur IdentitĂ€t zu. FrĂŒhere Studien (EQS Whistleblowing Report 2021) haben gezeigt, dass etwa die HĂ€lfte aller Erstmeldungen anonym abgegeben wird, wenn der Meldekanal dies zulĂ€sst. Die VerfĂŒgbarkeit eines anonymen Kanals hatte keinen Einfluss auf die Anzahl missbrĂ€uchlicher Meldungen, die mit dem Ziel gemacht wurden, Mitarbeitenden oder dem Unternehmen gezielt Schaden zuzufĂŒgen. Marcus Sultzer, Mitglied der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der EQS Group, kommentiert die Ergebnisse: „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass GesetzeskonformitĂ€t weiterhin der wichtigste Treiber fĂŒr Hinweisgeberschutz ist. Das ist verstĂ€ndlich, trĂ€gt aber der Bedeutung von Whistleblowing fĂŒr IntegritĂ€t, Ethik und eine positive Kultur in Unternehmen nicht hinreichend Rechnung. Angesichts der zunehmenden KomplexitĂ€t der globalen Compliance-Landschaft sollten Unternehmen zudem ĂŒber einzelne Gesetze hinausblicken und Compliance ganzheitlich und integriert betrachten. Dabei kann Technologie eine zentrale Rolle spielen. Digitale Lösungen helfen dabei, regulatorische Anforderungen effizienter zu erfĂŒllen, Risiken zu minimieren und transparent mit internen und externen Stakeholdern zu kommunizieren. Zudem können sie als einziger Kanal vollstĂ€ndige AnonymitĂ€t fĂŒr Hinweisgeber sicherstellen.“ Zugriff fĂŒr externe Stakeholder – gerade in der Supply Chain relevant  Fast drei Viertel der Unternehmen (73 Prozent) gewĂ€hren externen Stakeholdern wie Kunden und Partnern Zugang zu den MeldekanĂ€len. Dieser proaktive Ansatz ist insbesondere fĂŒr Unternehmen wichtig, die von gesetzlichen Regelungen im Zusammenhang mit Lieferketten betroffen sind. So mĂŒssen laut Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) MeldekanĂ€le fĂŒr externe Stakeholder entlang der Supply Chain zugĂ€nglich sein. Auch die EU Directive on Corporate Sustainability Due Diligence (CSDDD), die von den EU-Staaten im Mai 2023 verabschiedet wurde, sieht dies vor. „Viele MissstĂ€nde werden möglicherweise nicht von den eigenen Mitarbeitenden bemerkt, sondern von Kunden, Lieferanten, GeschĂ€ftspartnern oder Anwohnern“, so Marcus Sultzer. „Einige Unternehmen befĂŒrchten, dass sie mit haltlosen Meldungen ĂŒberschwemmt werden, wenn sie ihr Hinweisgebersystem öffnen. Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Sorge unbegrĂŒndet ist. Stattdessen profitieren Unternehmen erheblich von Hinweisen aus ihrem erweiterten Netzwerk, da sie so schneller auf MissstĂ€nde aufmerksam werden und diese zĂŒgig beheben können.“ Über die Umfrage Im Rahmen der EQS Whistleblowing-Umfrage 2024 wurden im Juni und Juli 2024 mehr als 700 Compliance-Fachleute aus ĂŒber 20 europĂ€ischen LĂ€ndern befragt. Die Befragten reprĂ€sentieren ein breites Spektrum unterschiedlicher Branchen und UnternehmensgrĂ¶ĂŸen, von kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen bis zu Großunternehmen mit mehr als 50.000 BeschĂ€ftigen. 81 Prozent der Befragten sind in Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien ansĂ€ssig. Pressekontakt  Christina Jahn  Tel.: +49 89 444430133  E-Mail: [email protected]  Über EQS Group   Die EQS Group ist ein fĂŒhrender internationaler Cloudsoftware-Anbieter in den Bereichen Corporate Compliance, Investor Relations und Sustainability Reporting. Weltweit nutzen Tausende Unternehmen die Produkte der EQS Group, um Vertrauen zu schaffen, indem sie zuverlĂ€ssig und sicher komplexe regulatorische Anforderungen erfĂŒllen, Risiken minimieren und transparent ĂŒber ihren GeschĂ€ftserfolg sowie dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Klima berichten.  Die Produkte der EQS Group sind in der Cloud-basierten Software EQS COCKPIT gebĂŒndelt. Damit lassen sich Compliance-Prozesse in den Bereichen Hinweisgeberschutz und Fallbearbeitung, Richtlinienmanagement und Genehmigungsprozesse ebenso professionell steuern wie das GeschĂ€ftspartnermanagement, die Insiderlistenverwaltung und die Meldepflichten. Börsennotierte Unternehmen nutzen zudem ein globales Newswire, Investor Targeting und Kontaktmanagement, aber auch IR-Webseiten, digitale Berichte und Webcasts fĂŒr eine effiziente und sichere Investorenkommunikation. DarĂŒber hinaus entwickelt die EQS Group Software fĂŒr die ErfĂŒllung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten von Unternehmen, sowie fĂŒr eine regelkonforme Nachhaltigkeitsberichterstattung.  Die EQS Group wurde im Jahr 2000 in MĂŒnchen gegrĂŒndet. Heute ist der Konzern mit rund 550 Mitarbeitenden in den wichtigsten Finanzmetropolen der Welt vertreten. https://www.eqs.com/de


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Schlagwort(e): Recht

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