Fessenheim-PlÀne: Pariser Umweltbehörde will Nachbesserungen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDort soll schwach radioaktiv belasteter Schrott aufbereitet werden.
In einer UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung wirft die Behörde dem staatlichen Stromkonzern EdF insbesondere eine fehlerhafte Bewertung der Auswirkungen des Projekts auf Feuchtgebiete vor. Es seien zusĂ€tzliche AusgleichsmaĂnahmen nötig, die in einem angemessenen VerhĂ€ltnis zur Zerstörung von rund zehn Hektar Feuchtgebieten stehen.
AuĂerdem rĂ€t die Umweltbehörde dem Energiekonzern zu prĂ€zisieren, dass in dem geplanten Werk auch AbfĂ€lle mit höherer radioaktiver Belastung eintreffen werden, aber nur Metalle mit sehr geringer RadioaktivitĂ€t recycelt werden. Die Spezifikationen und Verfahren, die sicherstellen, dass tatsĂ€chlich nur schwach belastete Materialien verarbeitet werden, mĂŒssten dargelegt werden.
BemÀngelt wird von der Behörde auch, dass die Transporte zu und von dem Werk per Lastwagen erfolgen sollen, obwohl ein Gleisanschluss vorhanden ist und das ehemalige AKW-GelÀnde direkt an einem Rheinseitenkanal liegt.
Das Kraftwerk Fessenheim sĂŒdlich von Freiburg war 2020 nach 42 Betriebsjahren stillgelegt worden. Atomkraftgegner auch in Deutschland hatten zuvor jahrelang die Abschaltung des Meilers im Elsass gefordert. Aktuell steht der RĂŒckbau des Kraftwerks an.
EdF will an dem Atomstandort auf einem bisher ungenutzten Areal ab 2027 eine Schmelzanlage fĂŒr schwach radioaktiv belasteten Schrott errichten, mit der die Umweltbehörde sich jetzt beschĂ€ftigt hat. Es können den PlĂ€nen zufolge potenziell 500.000 Tonnen Metalle aus ganz Frankreich verwertet werden, etwa Dampferzeuger aus heimischen Atomkraftwerken.
EdF verspricht im sogenannten Technocentre 200 ArbeitsplĂ€tze. Die Schrottverwertung soll 2031 in Betrieb gehen, fĂŒr das Projekt sollen etwa 450 Millionen Euro flieĂen.
