Hermès-Aktie: China bremst Wachstum, Lederwaren bleiben stark
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:36 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSHermès zwischen Lederstärke und China-Schwäche
- Das Umsatzwachstum im dritten Quartal blieb hinter den Erwartungen zurĂĽck und verlangsamte sich deutlich.
- Ledergüter und Sattlerwaren legten weiter kräftig zu, während Bekleidung und Accessoires nachgaben.
- Das Management hält trotz schwieriger Marktbedingungen an seinem mittelfristigen Wachstumsziel fest.
Der französische Luxusgüterkonzern Hermès hat im dritten Quartal 2026 an Wachstumstempo verloren. Wie Reuters am 22. Oktober berichtete, stieg der Umsatz im Zeitraum bis Ende September währungsbereinigt um 4,3 Prozent auf 4,10 Milliarden Euro. Damit blieb Hermès hinter dem von Visible Alpha ermittelten Analystenkonsens von 5,2 Prozent zurück. Die Meldung belastete die Einschätzung der Aktie, weil die Entwicklung auf eine breitere Abkühlung im Luxusgütermarkt hindeutet.
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche in China. Finanzchef Eric du Halgouet bezeichnete den chinesischen Markt laut Reuters-Bericht bei MarketScreener als sehr schwierig. Die Nachfrage nach volumenstärkeren Accessoires, Schuhen und Uhren litt unter einer geringeren Kundenfrequenz. Das Unternehmen will dennoch weiter in China investieren und bleibt langfristig zuversichtlich.
Ledersparte bleibt Wachstumsmotor
Die wichtigste Stütze des Geschäfts war erneut die Sparte Ledergüter und Sattlerwaren. Ihr Umsatz legte im dritten Quartal um 10,8 Prozent zu. Die Nachfrage nach den Handtaschenmodellen Birkin und Kelly blieb damit deutlich robuster als in anderen Produktgruppen.
Dagegen sank der Umsatz mit Bekleidung und Accessoires um 2 Prozent. Laut dem Reuters-Bericht war der Rückgang vor allem auf die Entwicklung in China zurückzuführen; Bekleidung allein wuchs auch unter Einbeziehung des chinesischen Geschäfts. Die unterschiedliche Entwicklung der Sparten erhöht den Druck auf Hermès, die starke Position bei Lederwaren in weitere Produktkategorien zu übertragen.
Das Management hält an seinem mittelfristigen Ziel eines währungsbereinigten Umsatzwachstums fest. Zugleich will Hermès die Gesamtproduktion in den kommenden Jahren weiterhin um etwa 6 Prozent steigern. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Nachfrage in China stabilisiert werden kann, ohne dass die zusätzlichen Kapazitäten die Exklusivität der Marke schwächen.
Aktie vor dem Xetra-Handel fester
Der Realtime-Kurs der Hermès International-Aktie lag am Freitag, 30. Oktober 2026, um 10:33 Uhr bei Lang & Schwarz bei 1.281,50 Euro, 1,42 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag, 29. Oktober. Die Notierung spiegelt damit eine Erholung gegenüber dem vorangegangenen Xetra-Schluss wider, ändert aber nichts am zentralen Anlagethema: Die Ledersparte wächst stark, während China und die weniger exklusiven Kategorien bremsen.
Hermès International im Überblick
- Unternehmen: Hermès International SCA
- ISIN: FR0000052292
- Xetra-Symbol: HMI.DE
- Lang & Schwarz: 1.281,50 Euro am 30.10.2026 um 10:33 Uhr
- Vergleich: 1,42 Prozent ĂĽber dem Xetra-Schluss vom 29.10.2026
- Heimatbörse: Euronext Paris
- Sektor: Bekleidung und Accessoires
Das Marktumfeld für europäische Luxusgüter bleibt von der verhaltenen Nachfrage in China und geopolitischen Risiken geprägt. Weitere Entwicklungen im Sektor finden Anleger in den aktuellen Meldungen zum CAC 40.
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