Intel enttĂ€uscht mit Prognose - Aktie stĂŒrzt ab
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 16:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Kurs aktualisiert)
SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der Chipriese Intel US4581401001 hat im Rahmen seiner Quartalsberichterstattung mit seiner Prognose schwer enttĂ€uscht. Intel macht zu schaffen, dass wegen des explosiven Anstiegs der Speicherpreise weniger PCs verkauft werden. Hinzu kommen Lieferketten-Probleme bei Chips fĂŒr Rechenzentren, bei denen es eine hohe Nachfrage gibt.
Der Aktienkurs stĂŒrzte im frĂŒhen US-Handel um gut 28 Prozent auf noch mehr als 66 US-Dollar ab. Das war der tiefste Stand seit April. Auf Sicht von 12 Monaten steht aber immer noch ein Kursplus von fast zwei Dritteln zu Buche. Ende Juni hatten die Intel-Anteile allerdings auch schon einmal mehr als 140 Dollar gekostet.
Intel erwartet fĂŒr das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar (13,45 bis 14,35 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten eher mit 17 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie verfehlte Intel mit einer Prognose von 25 US-Cent die Markterwartung von 43 Cent deutlich.
Schwaches PC-GeschÀft
Intel-Finanzchef David Zinsner sagte, das Unternehmen stelle seit Wochen eine AbschwĂ€chung des GeschĂ€fts fest, weil wegen hoher Speicherpreise weniger Computer gekauft wĂŒrden. Auch mindestens ĂŒbers erste Halbjahr 2027 werde es keine Besserung geben, betonte er.
Der Vorstandsvorsitzende Lip-Bu Tan verwies zudem darauf, dass der ganze Markt betroffen sei. Auch im gesamten kommenden Jahr wĂŒrden die Speicherpreise ein schwerwiegendes Problem bleiben. Intel rechnet fĂŒr 2027 mit einem Schrumpfen des PC-Marktes um zehn Prozent nach einem RĂŒckgang um zwölf Prozent in diesem Jahr.
Der Umsatzausblick auf das Schlussquartal bleibe selbst hinter den pessimistischsten SchĂ€tzungen zurĂŒck, merkte UBS-Analyst Timothy Arcuri an. Mit Blick auf die Quartalszahlen notierte Blayne Curtis von Jefferies, dass der Halbleiterkonzern weitgehend erwartungsgemÀà abgeschnitten habe. Auch er bemĂ€ngelte den enttĂ€uschenden Ausblick. Intel komme angesichts der weiter hohen Nachfrage im ServergeschĂ€ft mit der Produktion nicht hinterher, wĂ€hrend im GeschĂ€ft mit den PC-Herstellern der Abbau von LagerbestĂ€nden den Umsatz und die Margen belastet habe.
Kehrseite des KI-Booms
Die Speicherpreise sind in den vergangenen Monaten wegen der hohen Nachfrage zum Ausbau von Rechenzentren fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz explosiv gestiegen. Intel profitiert mit seinen Prozessoren ebenfalls vom KI-Boom. Man habe aber die Nachfrage nicht ausreichend bedienen können, sagte Lip-Bu Tan. GrĂŒnde dafĂŒr waren unter anderem EngpĂ€sse bei einigen Rohstoffen sowie die zeitweise SchlieĂung einer Fabrik in Israel.
Im vergangenen Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar zu, was in etwa den Analystenerwartungen entsprach. Unterm Strich sank der Gewinn um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar.
Intel kĂŒndigte zudem an, im laufenden Jahr rund 20 Milliarden Dollar fĂŒr neue Werke und AusrĂŒstung auszugeben - dieser Betrag wĂŒrde sich 2027 nochmals "signifikant" erhöhen. Finanzvorstand Zinsner bezeichnete 2027 als ein "Investitionsjahr" fĂŒr Intel, da das Unternehmen versucht, die ProduktionskapazitĂ€ten zu steigern, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Dies gelte insbesondere fĂŒr Produkte fĂŒr Rechenzentren, so Zinsner. In diesem Zeitraum werde das Unternehmen voraussichtlich keinen freien Barmittelzufluss erwirtschaften, erklĂ€rte er.
Die Intel-Aktie war bis Ende Juni stark gestiegen - weil Anleger darauf setzten, dass der Konzern mit neuen Produktionsverfahren vom GeschĂ€ft mit Technik fĂŒr Rechenzentren profitieren wird. AuĂerdem versucht Lip-Bu Tan, Intel ein zusĂ€tzliches Standbein als Auftragsfertiger fĂŒr andere Chipanbieter aufzubauen.
