Knorr-Bremse-Aktie: Umsatz und Free Cashflow am Prognoseende
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:45 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSStarkes Quartal, verhaltener Börsenkurs
- Knorr-Bremse steigerte Umsatz und operatives Ergebnis im dritten Quartal deutlich.
- Der Auftragseingang der Rail-Division blieb hinter dem Vorjahresquartal zurück.
- Für 2026 erwartet der Konzern Umsatz und Free Cashflow am oberen Ende der bisherigen Prognosespannen.
Knorr-Bremse hat am Mittwoch, 28. Oktober 2026, starke Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Wie der Konzern in seiner Mitteilung schreibt, stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 9,0 Prozent auf 2,051 Milliarden Euro. Das operative EBIT erhöhte sich um 19,1 Prozent auf 299 Millionen Euro, die operative EBIT-Marge kletterte von 13,3 auf 14,6 Prozent.
Umsatz und Ergebnis legen zu
Auch der Free Cashflow entwickelte sich deutlich besser. Er nahm um 49,8 Prozent auf 238 Millionen Euro zu, nach 159 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Auftragseingang wuchs konzernweit um 4,9 Prozent auf 2,053 Milliarden Euro, während der Auftragsbestand zum 30. September um 7,0 Prozent auf 7,883 Milliarden Euro stieg.
Die Entwicklung der Geschäftsbereiche fiel unterschiedlich aus. In der Rail-Division sank der Auftragseingang um 10,9 Prozent auf 1,045 Milliarden Euro, der Umsatz stieg jedoch um 6,1 Prozent auf 1,114 Milliarden Euro. Das operative EBIT verbesserte sich um 9,9 Prozent auf 197 Millionen Euro. In der Truck-Division erhöhte sich der Auftragseingang dagegen um 30,1 Prozent auf 1,018 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um 12,5 Prozent auf 938 Millionen Euro, das operative EBIT um 31,9 Prozent auf 116 Millionen Euro.
Prognose am oberen Ende
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Knorr-Bremse den bisherigen Ausblick. Der Konzern erwartet einen Umsatz von 8,1 bis 8,3 Milliarden Euro, eine operative EBIT-Marge von 14,0 bis 14,5 Prozent und einen Free Cashflow von 750 bis 850 Millionen Euro. Umsatz und Free Cashflow sollen jeweils am oberen Ende ihrer Spannen liegen. Als Voraussetzung nennt das Unternehmen unter anderem, dass sich die Krise im Nahen Osten nicht verschärft oder länger anhält.
Vorstandschef Marc Llistosella bezeichnete das Quartal als das profitabelste seit fünf Jahren und verwies auf die Fortschritte des Strategieprogramms BOOST. Finanzvorstand Frank Weber führte die operative Verbesserung zudem auf Effizienzmaßnahmen, ein diszipliniertes Working-Capital-Management und die robuste Geschäftsentwicklung zurück. Für das vierte Quartal erwartet Knorr-Bremse bei der Rail-Division eine teilweise Erholung des Auftragseingangs auf rund 1,2 Milliarden Euro.
Aktie reagiert trotz Zahlen schwach
Der Realtime-Kurs der Knorr-Bremse-Aktie lag am Freitag, 30. Oktober 2026, um 09:37 Uhr bei Lang & Schwarz bei 88,70 Euro, 1,22 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag, 29. Oktober. Die Notierung liegt damit deutlich unter dem Jahreshoch von 115,60 Euro, bleibt aber über dem Jahrestief von 77,50 Euro. Die Börsenreaktion zeigt, dass Anleger neben der operativen Verbesserung auch die Auftragsschwäche im Rail-Geschäft und die Erwartungen an die weitere Ergebnisentwicklung einordnen.
Knorr-Bremse im Überblick
- Unternehmen: Knorr-Bremse AG
- ISIN: DE000KBX1006
- Ticker: KBX
- Lang & Schwarz: 88,70 Euro am 30.10.2026 um 09:37 Uhr
- Veränderung: -1,22 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss vom 29.10.2026 bei 89,80 Euro
- 52-Wochen-Spanne: 77,50 bis 115,60 Euro
- Börsenwert: 14,298 Milliarden Euro
- Sektor: Industriegüter
Das Marktumfeld für deutsche Standardwerte lässt sich über den DAX verfolgen.
