KrankenhĂ€user fĂŒrchten neue Milliardenlöcher und Pleiten
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEtliche Kliniken schreiben zudem schon derzeit immer höhere Verluste, wie die MĂŒnchner Unternehmensberatung Roland Berger in der neuen Ausgabe ihrer jĂ€hrlichen Krankenhausstudie schreibt. Wahrscheinliche Folge sind demnach Personalabbau und verschobene Investitionen. Grundlage sind Interviews mit rund 600 GeschĂ€ftsfĂŒhrern und Ă€rztlichen Direktoren.
Starker Anstieg der Krankenhaus-Insolvenzen erwartet
2025 waren demnach fast drei Viertel (73 Prozent) der Kliniken in den roten Zahlen. Das waren zwar geringfĂŒgig weniger als im Jahr davor, doch werden die Finanzlöcher immer tiefer: Bei ĂŒber der HĂ€lfte (56 Prozent) summierte sich das Defizit demnach am Jahresende auf ĂŒber zehn Prozent des Umsatzes, in einigen HĂ€usern sogar bereits auf ein Viertel. Nach EinschĂ€tzung der Unternehmensberater rutscht damit ein GroĂteil der Kliniken unter die Grenze der finanziellen TragfĂ€higkeit. Viele Kliniken haben demnach ihre Reserven weitgehend aufgebraucht. "Die Zahl der Insolvenzen wird wahrscheinlich stark steigen", schreibt Mitautor Jonas Hollacher.
Stellenabbau in Sicht - auch auf den Stationen
Um gegenzusteuern, wollen viele HĂ€user demnach beim Personal sparen. Laut Umfrage planen mehr als zwei Drittel (68 Prozent) demnach MaĂnahmen beim Pflegepersonal, und sogar 86 Prozent in den ĂŒbrigen Abteilungen. Und gut die HĂ€lfte der Kliniken will demnach Investitionen verschieben oder streichen.
Verluste von vornherein einkalkuliert
Die Lage ist so schlecht, dass laut Krankenhausstudie viele HĂ€user die Hoffnung auf schwarze Zahlen bereits aufgegeben haben: Denn gleichzeitig sagen 84 Prozent der befragten Klinikchefs, dass sie ihr Ergebnisziel im vergangenen Jahr erreicht hĂ€tten - sie hatten die Verluste also von vornherein eingeplant. "Die wirtschaftliche Verschlechterung wird demnach nicht mehr als ĂŒberraschend erlebt, sondern bewusst einkalkuliert", heiĂt es in dem Papier.
Sparpaket wird Finanzlage der KrankenhÀuser weiter verschlechtern
Das im Juli von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Sparpaket fĂŒr das Gesundheitswesen wird die Defizite nach EinschĂ€tzung der befragten Klinikchefs weiter vergröĂern. Im Schnitt rechnen sie demnach mit einem RĂŒckgang der Einnahmen um sieben Prozent. Das "Beitragsstabilisierungsgesetz" soll weitere Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krakenkassen verhindern. Neben den KrankenhĂ€usern fĂŒrchtet auch der HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverband schlechtere medizinische Versorgung als Folge des Gesetzes, auch viele Landes- und Kommunalpolitiker hatten protestiert.
Ein Ende der Malaise ist demnach nicht in Sicht, stattdessen erwarten zwei Drittel der Krankenhauschefs laut Umfrage fĂŒr die nĂ€chsten Jahre eine Fortsetzung der Talfahrt mit einer weiteren Verschlechterung der Lage.
