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Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. / Europa will neue eigene ...

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Europa will neue eigene Bezahllösungen: Deutschland kennt sie kaum (FOTO) Berlin - Europa entwickelt eigene Antworten auf eine zunehmend digitale Zahlungswelt: Mit Wero steht eine europÀische Alternative zu US-amerikanischen Diensten bereit, der digitale Euro nimmt als Projekt der EuropÀischen Zentralbank weiter Gestalt an.

Doch in der deutschen Bevölkerung sind beide Bezahllösungen kaum bekannt. Das zeigt die aktuelle, reprĂ€sentative Umfrage des Instituts fĂŒr Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. Beim digitalen Bezahlen fĂŒhlen sich die Menschen hierzulande im Vergleich mit den europĂ€ischen Nachbarn abgehĂ€ngt.

Wero weitgehend unbekannt

Vor rund zwei Jahren ist mit Wero eine privatwirtschaftliche Zahlungslösung fĂŒr den europĂ€ischen Markt gestartet. Trotzdem hat die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) noch nie von dem Bezahlsystem gehört. 45 Prozent kennen Wero, doch selbst unter ihnen ĂŒberwiegt die ZurĂŒckhaltung: Lediglich fĂŒnf Prozent haben das System bereits genutzt, weitere vier Prozent haben es immerhin freigeschaltet. Circa die HĂ€lfte (46 Prozent) der Wero-Kenner:innen kann sich eine Nutzung grundsĂ€tzlich vorstellen, drei von zehn (30 Prozent) sagen, es sei nichts fĂŒr sie. Unter denjenigen, die von Wero zum ersten Mal gehört haben, lehnt eine klare Mehrheit (61 Prozent) eine Nutzung ab. Nur 13 Prozent fĂ€nden es interessant, das neue System kennenzulernen. Besonders groß ist die Skepsis unter den Ă€lteren Befragten: Acht von zehn (80 Prozent) der ĂŒber 60-JĂ€hrigen, die Wero noch nicht kannten, sagen, es sei nichts fĂŒr sie.

Digitaler Euro: Wenige wollen ihn nutzen

Etwas bekannter als Wero ist der digitale Euro: Mehr als die HĂ€lfte der Befragten (54 Prozent) hat vom digitalen Euro gehört. Jedoch erwĂ€chst aus dem Wissen um die digitale WĂ€hrung kaum Interesse: Nur sieben Prozent wĂŒrden ihn wahrscheinlich nutzen, weitere 23 Prozent könnten es sich zumindest vorstellen. DemgegenĂŒber schließt rund ein Drittel der Befragten (31 Prozent) die Nutzung gĂ€nzlich aus. Jede:r FĂŒnfte (20 Prozent) gibt an, sich eine Nutzung eher nicht vorstellen zu können. Ebenso viele (20 Prozent) zeigten sich in der Befragung unentschieden. Deutlich fallen die Unterschiede zwischen den Generationen aus: Von den 16- bis 29-JĂ€hrigen wĂŒrden 17 Prozent den digitalen Euro wahrscheinlich nutzen, bei den ĂŒber 60-JĂ€hrigen sind es nur zwei Prozent. In dieser Altersgruppe schließt knapp die HĂ€lfte (47 Prozent) eine Nutzung gĂ€nzlich aus.

Deutschland sieht sich beim digitalen Bezahlen abgehÀngt

Beim bargeldlosen Bezahlen spielt Deutschland nach EinschĂ€tzung der Befragten nicht in der europĂ€ischen Spitzengruppe: Nur fĂŒnf Prozent halten das Land beim bargeldlosen Bezahlen fĂŒr fĂŒhrend in Europa. Vier von zehn (41 Prozent) meinen, andere europĂ€ische LĂ€nder seien deutlich weiter vorn, drei von zehn (29 Prozent) sehen sie zumindest etwas voraus. Besonders kritisch fĂ€llt das Urteil zu Deutschlands Position bei denjenigen aus, die selbst bevorzugt mit Karte oder Smartphone zahlen: Circa die HĂ€lfte der Befragten (48 bzw. 49 Prozent) sieht Deutschland klar abgehĂ€ngt. Ob sich darin persönliche Erfahrungen mit der Akzeptanz bargeldloser Zahlungen im Alltag widerspiegeln, lĂ€sst die Umfrage offen.

girocard auch digital am weitesten verbreitet

WĂ€hrend neue Bezahllösungen noch um Aufmerksamkeit werben mĂŒssen, hat sich die Debitkarte der Deutschen Kreditwirtschaft, die girocard, lĂ€ngst etabliert. 98 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren besitzen eine girocard oder eine andere Debitkarte - die Verbreitung reicht damit nahezu lĂŒckenlos ĂŒber alle Einkommens- und Altersgruppen hinweg. Über eine Kreditkarte verfĂŒgen nach eigenen Angaben 57 Prozent der Befragten. Beim Kartenbesitz zeigt sich ein deutlicher Einkommenseffekt: In Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2.000 Euro besitzen lediglich 32 Prozent eine Kreditkarte, in Haushalten ab 4.000 Euro sind es 71 Prozent.

Auch beim mobilen Bezahlen hat die girocard eine fĂŒhrende Rolle. Unter denjenigen, die bereits mit einem Smartphone oder einer Smartwatch gezahlt haben, haben drei Viertel (74 Prozent) ihre girocard hinterlegt. Eine digitale Kreditkarte nutzen 33 Prozent, eine andere Debitkarte haben zehn Prozent mit Smartphone oder Smartwatch verknĂŒpft.

Bezahlen in fĂŒnf Jahren: Karte weiter vorn

Welche Zahlungsmittel werden die Menschen in fĂŒnf Jahren hĂ€ufig nutzen? Die Antworten zeichnen ein eindeutiges Bild: Die deutliche Mehrheit (78 Prozent) erwartet, hĂ€ufig per Karte zu zahlen - mit großem Abstand vor allen anderen Optionen. Bargeld folgt mit 55 Prozent, das Smartphone liegt mit 49 Prozent auf dem dritten Platz. Auf andere Zahlungslösungen wie Wero will jede:r Vierte setzen (39 Prozent). Den digitalen Euro sehen nur zwölf Prozent als Zahlungsmittel, das sie in fĂŒnf Jahren hĂ€ufig nutzen werden. Krypto- oder DigitalwĂ€hrungen wie Bitcoin benennen die wenigsten Befragten (vier Prozent) als ihr Zahlungsmittel der Zukunft.

Ingo Limburg, Vorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V., ordnet die Ergebnisse ein: "Die Zahlen belegen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher beim Bezahlen vor allem eines suchen: VerlĂ€sslichkeit und StabilitĂ€t. Neue europĂ€ische Bezahlwege können kĂŒnftig eine wichtige Rolle spielen, doch das Vertrauen der Verbraucher und Verbraucherinnen mĂŒssen sich Wero und der digitale Euro erst erarbeiten. Die girocard zeigt, wie es geht: durch jahrzehntelange PrĂ€senz, nahezu lĂŒckenlose Akzeptanz und ein hohes Sicherheitsniveau. Das ist der Maßstab, an dem sich neue Systeme messen lassen mĂŒssen."

Mehr Ergebnisse der Studie finden Sie im Exposé (https://www.initiative-deutsche -zahlungssysteme.de/media/2026_idz_allensbach-studie_exposee.pdf) auf der Website der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.

Zur Studie

Die Untersuchung des Instituts fĂŒr Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. stĂŒtzt sich auf insgesamt 1.039 Interviews mit einem reprĂ€sentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren. Die Interviews wurden zwischen dem 1. Juli und 13. August 2026 mĂŒndlich-persönlich durchgefĂŒhrt.

Zur Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.

Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit Sitz in Berlin versteht sich als Netzwerk fĂŒr Unternehmen und Institutionen, die die bargeldlosen Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft akzeptieren oder die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Dazu gehört unter anderem auch die girocard als meist genutzte Debitkarte Deutschlands. Als Verein bĂŒndelt die Initiative Interessen von rund 80 Mitgliedern und vertritt sie gegenĂŒber Politik und Medien. Seit knapp 20 Jahren beschĂ€ftigt sich die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit dem Bezahlen in Deutschland.

Über die girocard

Mit der Marke "girocard" bĂŒndelt die Deutsche Kreditwirtschaft ihr eigenstĂ€ndiges, unabhĂ€ngiges Debitkarten-Bezahlsystem und das Deutsche Geldautomaten-System. Mit rund 100 Millionen Karten und rund 8,3 Milliarden Transaktionen im Jahr 2025 ist sie das meistgenutzte Zahlungssystem in Deutschland. Ob kontaktlos, mobil oder klassisch mit PIN - die girocard garantiert einen sicheren, einfachen und schnellen Bezahlvorgang. Der Name und das Logo girocard wurden 2007 von der Deutschen Kreditwirtschaft eingefĂŒhrt.

Pressekontakt:

Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. Pierre Du Bois Tel.: +49 30 509313-305 mailto:pierre.dubois@initiative-dz.de http://www.initiative-dz.de

Publik. Agentur fĂŒr Kommunikation GmbH Barbara König Tel.: +49 621 9636 00 20 mailto:b.koenig@agentur-publik.de http://www.agentur-publik.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/127450/6374557 OTS: Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.

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