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Schwaches Solargeschäft bringt LPKF tiefer in die Verlustzone

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 10:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Laserspezialist LPKF DE0006450000 ist mit einem schwachen Solargeschäft und Auftragsverzögerungen aus Halbleiterindustrie in den neun Monaten noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Die bereits jüngst gesenkte Jahresprognose bestätigte Vorstandschef Klaus Fiedler zur Zahlenvorlage am Donnerstag in Garbsen. Derweil treibt das Unternehmen seinen Umbau samt Sparprogramm und Stellenabbau voran. Geplant ist ab 2027 auch eine neue Organisationsstruktur. An der Börse verlor die Aktie am Vormittag als Schlusslicht im SDax DE0009653386 mehr als sieben Prozent.

Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 60,3 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verschlechterte sich auf minus 8,9 Millionen Euro nach minus 0,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Verlust von 13,7 Millionen Euro nach gut 5 Millionen Euro. Im dritten Quartal erzielte LPKF aber trotz eines Umsatzrückgangs allerdings wieder ein positives Ergebnis.

Auf Neunmonatssicht lagen die Erlöse nahezu in allen Geschäftsbereichen unter dem Vorjahresniveau. Einzig der Bereich Electronics konnte zulegen, gestützt vor allem durch die Nachfrage nach der Tensor-Technologie für die Laserbearbeitung. Besonders stark litt das Solargeschäft. Hier wirkt sich negativ aus, dass Kunden mit Blick auf den Technologiewechsel zu Perowskit-Solarzellen Investitionen aufschieben.

"Die Geschäftsentwicklung bleibt hinter unseren Erwartungen zurück", räumte Konzernchef Fiedler laut Mitteilung ein. Ein größerer Solarauftrag aus China sei bislang ausgeblieben, zudem verzögerten sich erwartete Bestellungen im Bereich Advanced Packaging.

Dabei geht es um neue Verfahren zur Chipfertigung mit Glas. Mit der LIDE-Technologie will LPKF Glas für die Halbleiterproduktion strukturieren. Der Konzern sieht darin langfristig großes Potenzial, der Übergang von Entwicklungsprojekten zur Serienfertigung dauert jedoch länger als geplant. Eine Absichtserklärung eines führenden asiatischen Herstellers wertet der LPKF-Lenker zwar als wichtigen Meilenstein, wie er in einem Brief an die Aktionäre schrieb - bislang hat der Konzern aber noch nicht über einen konkreten Auftrag berichtet.

Wegen der Schwierigkeiten hatte das Management Ende September eine Gewinnwarnung veröffentlicht und seine Umsatz- und Margenprognosen gedämpft. Nach den verhaltenen ersten neun Monaten stehe auch ein anspruchsvolles viertes Quartal bevor, hieß es nun.

Für 2026 geht das Unternehmen noch von einem Umsatz von 93 bis 100 Millionen Euro aus, nach gut 115 Millionen Euro im Vorjahr. Die bereinigte Marge (Ebit) dürfte von im Vorjahr 0,0 Prozent 2026 auf minus 7,0 bis minus 2,5 Prozent fallen.

Um wieder zurück in die Spur zu finden, hatte der Konzern im vergangenen Jahr sein Sparprogramm "North Star" gestartet. Es soll bis 2028 zu einer zweistelligen operativen Marge führen und jährliche Einsparungen von gut 8 Millionen Euro bringen. Letztere würden aufgrund des unterschiedlichen Hochlaufs einzelner Maßnahmen "schrittweise wirksam", so Fiedler.

Dabei laufe die Umsetzung des Programms planmäßig, und der erste Teil sei abgeschlossen. Im zweiten Schritt steht eine Reform der Organisationsstruktur samt einem geplanten weiteren Stellenabbau bevor. Die erforderlichen Maßnahmen werden nach Konzernangaben derzeit mit dem Betriebsrat beraten, die neue Struktur soll dann zu Jahresbeginn 2027 implementiert werden. Geplant sind unter anderem zentrale Funktionen etwa für Entwicklung, Produktion, Lieferketten und Vertrieb.

Die Belegschaft ist bereits in den vergangenen Monaten vorrangig in der Produktion und in der Entwicklung geschrumpft: Ende September beschäftigte LPKF noch 651 Menschen, 85 weniger als ein Jahr zuvor.

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