Insolvenzverwalter Dr. jur. Michael Jaffé: Weitere rund 200 Millionen Euro werden an die mehr als 54.000 P&R GlÀubiger ausgezahlt
23.11.2023 - 11:22:04 | dgap.de| EQS-Media / 23.11.2023 / 11:22 CET/CEST Rechtsanwalt Dr. jur. Michael JaffĂ© Insolvenzverwalter der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, GrĂŒnwald, der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, GrĂŒnwald, sowie der P&R Transport-Container GmbH, GrĂŒnwald Rechtsanwalt Dr. jur. Philip Heinke Insolvenzverwalter der P&R Container Leasing GmbH, GrĂŒnwald  Dritte Abschlagsverteilung soll noch vor Weihnachten kommen: Weitere rund 200 Millionen Euro werden an die mehr als 54.000 P&R GlĂ€ubiger ausgezahlt Insgesamt damit 544 Millionen Euro auf ĂŒber 86.000 Einzelforderungen in den vier P&R-Insolvenzverfahren verteilt MĂŒnchen, 23. November 2023. Noch vor Weihnachten sollen die insgesamt mehr als 54.000 GlĂ€ubiger in den Insolvenzverfahren der vier deutschen P&R-Containerverwaltungsgesellschaften weitere rund 200 Millionen Euro erhalten. Die GlĂ€ubigerausschĂŒsse haben der nunmehr bereits dritten Abschlagsverteilung zugestimmt, sodass die Zahlungen nach Niederlegung der Verteilungsverzeichnisse beim zustĂ€ndigen Insolvenzgericht MĂŒnchen und Ablauf der gesetzlich vorgesehenen Fristen erfolgen können. Damit erhöht sich die Gesamtsumme der auf die ĂŒber 86.000 festgestellten Einzelforderungen bislang gezahlten Verteilungen auf ĂŒber eine halbe Milliarde, genau rund 544 Millionen Euro. âWir kommen bei der Realisierung des Werts der noch vorhandenen Containerflotte, die immer noch mit ĂŒber 500.000 TEU etwa 1 Prozent des weltweiten Gesamtbestandes ausmacht, gut voran. Wir streben weiterhin an, aus der Containerverwertung fĂŒr alle vier P&R-Containergesellschaften am Ende insgesamt Erlöse von deutlich ĂŒber 1 Milliarde Euro zu erzielenâ, so Insolvenzverwalter Dr. jur. Michael JaffĂ©. Aktuell hat die nicht insolvente Schweizer P&R bereits ĂŒber 800 Mio. Euro erwirtschaftet. âDas und die Tatsache, dass wir jetzt schon die dritte Abschlagsverteilung vornehmen können, ist angesichts der Vielzahl der Probleme, die es zu bewĂ€ltigen galt, aus unserer Sicht ein enormer Erfolgâ, bilanziert die Insolvenzverwaltung. Dies war angesichts der verworrenen Ausgangslage und der bei Insolvenzantragstellung festgestellten Defizite nicht absehbar. Hinzu kamen vielfach ungeklĂ€rte Rechtsfragen, fĂŒr die Lösungen gefunden werden konnten. Vor der Insolvenz hatten die deutschen P&R-Gesellschaften in groĂem Umfang Seefrachtcontainer an Anleger verkauft. Demnach hĂ€tte es rund 1,6 Millionen Container im Bestand geben mĂŒssen, tatsĂ€chlich vorhanden waren bei Insolvenzantragstellung jedoch nur rund 618.000 StĂŒck. Nur mit den bei Anlegern eingeworbenen Einnahmen aus den vermeintlichen ContainerverkĂ€ufen im Milliardenbereich war es P&R in den Vorjahren möglich, ĂŒberhaupt Mieten an die ĂŒbrigen Anleger zu zahlen und RĂŒckkĂ€ufe zu tĂ€tigen, obgleich diese Erlöse nie am Containermarkt erwirtschaftet worden waren, weil es die verkauften Container tatsĂ€chlich nicht gab. Erfolgreiche Zwischenbilanz: Verwertung verlĂ€uft weiter ungestört positiv Der Insolvenzverwaltung ist es gelungen, die Erlöse aus der Containerverwertung fĂŒr die hiesigen GlĂ€ubiger zu sichern und die Voraussetzungen fĂŒr eine Verwertung der Containerflotte zu schaffen. Die Erlöse aus der Containerverwertung basieren vor allem auf Einnahmen aus der fortgesetzten Vermietung der Container am Weltmarkt. Zudem werden Container nach MaĂgabe der abgeschlossenen Vereinbarungen und nach Ablauf ihrer Lebensdauer verkauft, wobei der Abverkaufsanteil mit fortschreitendem Alter der Containerflotte insbesondere in den kommenden Jahren deutlich steigen wird. In den letzten Jahren verzeichnete der Containermarkt in Bezug auf die Auslastung und den Wechselkurs eine vorwiegend positive Entwicklung. Allein im Jahr 2023 werden so rund 145 Millionen Euro vereinnahmt werden. Der Containermarkt bleibt jedoch grundsĂ€tzlich volatil, sodass zukĂŒnftige Erlöse nur schwer prognostizierbar sind. Nahezu 100prozentige Zustimmung von GlĂ€ubigerseite Ebenso bedeutsam fĂŒr den jetzt erzielten Erfolg in der Abschlagsverteilung war die ĂŒberwĂ€ltigende Zustimmung der GlĂ€ubiger fĂŒr den Vorschlag der Insolvenzverwalter zur Verteilung der Erlöse zwischen den vier P&R-Containerverwaltungsgesellschaften bereits Ende 2020, auf deren Grundlage heute ĂŒberhaupt erst Abschlagsverteilungen möglich sind. So gab es letztlich bei 86.000 versandten Stimmzetteln dazu eine nahezu 100prozentige Zustimmung. Dadurch und die darin zum Ausdruck kommende UnterstĂŒtzung fĂŒr die Herangehensweise der Insolvenzverwaltung, die bis heute andauert, konnte die Containerverwertung auf eine rechtssichere Grundlage gestellt werden.             Vorangegangen war dem der Abschluss von Vergleichsvereinbarungen mit den GlĂ€ubigern zur Feststellung ihrer Forderungen bereits Ende 2019. âAuch hierbei konnten wir uns auf eine ĂŒberragende Zustimmungsquote stĂŒtzen, wodurch langwierige Prozesse vermieden und letztlich die Insolvenzverfahren enorm beschleunigt werden konntenâ, so die Insolvenzverwalter. Insgesamt sind in den Insolvenzverfahren der vier deutschen P&R-Containerverwaltungsgesellschaften Forderungen in Höhe von rund 3,1 Milliarden Euro zur Tabelle festgestellt. BGH-Entscheidung ein Meilenstein Ein wesentlicher Meilenstein in den Insolvenzverfahren wurde schlieĂlich mit der Anfang MĂ€rz 2023 veröffentlichten Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Thema âInsolvenzanfechtungâ erreicht. So hat der BGH damit die bis dahin offene Frage geklĂ€rt, ob insolvenzrechtliche AnfechtungsansprĂŒche gegen die Anleger in Bezug auf die in den letzten vier Jahren vor Insolvenzantragstellung an diese geleisteten Zahlungen bestehen könnten, und dies letztlich verneint. Vorausgegangen war dem der sehr aufwĂ€ndige Abschluss von bis zu dem BGH-Entscheid notwendigen Hemmungsvereinbarungen mit den GlĂ€ubigern. So wurden seitens der Insolvenzverwalter mehr als 125.000 Hemmungsvereinbarungen an die betroffenen Anleger versandt, ein bislang in der deutschen Rechtsgeschichte einmaliger Vorgang. 99 Prozent der Anleger haben diese Vereinbarung auch akzeptiert. âWir haben uns zur grundlegenden KlĂ€rung dieser Rechtsfrage bewusst auf insgesamt sechs PrĂ€zedenzfĂ€lle konzentriert und konnten so masseschonend eine Entscheidung herbeifĂŒhren, ohne anderenfalls mehr als 100.000 Klageverfahren fĂŒhren zu mĂŒssen,â betont Insolvenzverwalter Dr. jur. Michael JaffĂ©. Die Insolvenzverwalter begrĂŒĂten die abschlieĂende BGH-Entscheidung, schaffte sie doch Klarheit in Bezug auf die weitere Vorgehensweise und trug so erheblich zur Beschleunigung auch der dritten Abschlagsverteilung sowie zu hohen auszahlbaren Quoten bei. Da damit feststand, dass die Zahlungen an die Anleger nicht anfechtbar sind, konnten nunmehr auch die höchst vorsorglich fĂŒr den Anfechtungsfall gebildeten RĂŒckstellungen aufgelöst werden. Diese waren notwendig gewesen, da sich nicht ausschlieĂen lieĂ, dass eine erfolgreiche Anfechtung Auswirkungen auf die Verteilung der eingezogenen Gelder gehabt hĂ€tte. Quoten fĂŒr GlĂ€ubiger steigen auf 17,5 Prozent Die Auflösung dieser RĂŒckstellungen ermöglicht nun jedoch die Auszahlung einer Quote von 12 Prozent fĂŒr die GlĂ€ubiger der P&R Transport-Container GmbH (TC) mit rund 15.300 Einzelforderungen und der P&R Container Leasing GmbH (CL) mit rund 2.400 Einzelforderungen. Bei diesen Gesellschaften waren die notwendigen RĂŒckstellungen in Bezug auf die Frage der Anfechtbarkeit der vorinsolvenzlich ausgezahlten Gelder bisher relativ höher ausgefallen. Nach den ersten beiden Abschlagsverteilungen hatte die Quote fĂŒr die GlĂ€ubiger der CL und der TC daher nur insgesamt jeweils 5,5 Prozent erreichen können. Mit der dritten Abschlagsverteilung werden dann auch die Quoten fĂŒr die GlĂ€ubiger in den Insolvenzverfahren der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwal-tungs-GmbH (GC) mit rund 40. 000 festgestellten Einzelforderungen und der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (LF) mit rund 28.500 festgestellten Forderungen auf jeweils 17,5 Prozent steigen. Diese GlĂ€ubiger erhalten jetzt jeweils weitere 5 Prozent der in diesen Insolvenzverfahren festgestellten Forderungen. Bei der GC und LF konnten bislang bereits Quoten von 12,5 Prozent gezahlt werden. âWir kommen damit, wie wir dies auch in Aussicht gestellt hatten, mit der dritten Abschlagsverteilung in allen vier Verfahren auf die gleiche Quote, nĂ€mlich jetzt 17,5 Prozent. Dies entspricht weit mehr als es die ersten Kaufangebote fĂŒr die Containerflotte bzw. die Forderungen der GlĂ€ubiger erwarten lieĂen. Und da die Containerflotte weiter verwertet wird, werden die Quoten erfreulicherweise weiter ansteigenâ, zeigt sich Insolvenzverwalter Dr. jur. Michael JaffĂ© zuversichtlich. Zehntausende von VorgĂ€ngen bearbeitet â Ende der Insolvenzverfahren noch nicht in Sicht Einen erheblichen Aufwand bei der Vorbereitung der dritten Abschlagsverteilung verursachten auch die mittlerweile Zehntausende von DatenĂ€nderungen auf GlĂ€ubiger-Seite, vielfach aufgrund von ErbfĂ€llen. Im Rahmen des TagesgeschĂ€fts der Insolvenzverwaltung kommen dabei laufend neue FĂ€lle hinzu, die einer genaueren PrĂŒfung zu unterziehen sind. âDa die Containerflotte weiter massemehrend verwertet werden kann und muss, lĂ€sst sich noch keine Prognose zum Ende der Insolvenzverfahren abgeben. Unser Grundsatz ist weiterhin, möglichst viele Erlöse fĂŒr die GlĂ€ubiger zu sichern und diese so schnell wie möglich auszuzahlen. Vier Jahre nach der Insolvenzeröffnung haben wir bereits alle wesentlichen rechtlichen Baustellen im Interesse der GlĂ€ubiger abgearbeitetâ, so Dr. jur. Michael JaffĂ©. Alle Informationen zur dritten Abschlagsverteilung sowie zu relevanten aktuellen Entwicklungen können die GlĂ€ubiger auf der eigens eingerichteten Info-Seite unter www.frachtcontainer-inso.de im Internet sowie im GlĂ€ubiger-Informations-System (GIS) der Kanzlei (www.jaffe-rae.de) abrufen. Die einzelnen GlĂ€ubiger werden jedoch auch wie ĂŒblich vom Insolvenzverwalter schriftlich ausfĂŒhrlich ĂŒber die Auszahlung und die Höhe des fĂŒr ihre festgestellte Forderung ermittelten Auszahlungsbetrags informiert. Weitere Informationen: Dr. jur. Michael JaffĂ© wird seit ĂŒber zwei Jahrzehnten regelmĂ€Ăig von den Gerichten in schwierigen und groĂen InsolvenzfĂ€llen bestellt, in denen es darum geht, das Vermögen fĂŒr die GlĂ€ubiger zu sichern und bestmöglich zu verwerten. Eine besondere Expertise liegt dabei auf mehrstufigen Konzerninsolvenzverfahren und Verfahren mit grenzĂŒberschreitenden Sachverhalten. Zu den national und international bekanntesten Insolvenzverfahren von Dr. jur. Michael JaffĂ© zĂ€hlen der Medienkonzern KirchMedia des verstorbenen Dr. Leo Kirch, der vormals weltweit tĂ€tige Speicherchip-Hersteller Qimonda sowie die deutschen Tochtergesellschaften der Petroplus-Gruppe. Als Insolvenzverwalter von drei deutschen P&R Container-Verwaltungsgesellschaften verwertet er die weltweite Containerflotte. Seit 25. August 2020 ist er darĂŒber hinaus als Insolvenzverwalter der Wirecard AG sowie weiterer Wirecard -Gesellschaften tĂ€tig. Dr. jur. Philip Heinke ist Wirtschaftsmediator sowie Fachanwalt fĂŒr Insolvenzrecht und wird seit ĂŒber fĂŒnfzehn Jahren ĂŒberregional als Insolvenzverwalter bestellt. Er verfĂŒgt ĂŒber umfangreiche Erfahrungen in Bezug auf BetriebsfortfĂŒhrungen von Unternehmen verschiedenster Branchen sowie in grenzĂŒberschreitenden Insolvenzverfahren ebenso wie in Kapitalanlageverfahren. So wurde er unter anderem als Insolvenzverwalter in den Verfahren hm touristik GmbH & Co. KG sowie P & R Container Leasing GmbH, P & R AG und Wirecard Retail Services GmbH bestellt. Die Kanzlei JAFFĂ RechtsanwĂ€lte Insolvenzverwalter ist seit mehr als zwei Jahrzehnten eine der fĂŒhrenden Kanzleien auf den Gebieten Insolvenzverwaltung, Insolvenzrecht sowie Sanierung (nach dem ESUG), insbesondere in komplexen und grenzĂŒberschreitenden Verfahren. Eine wichtige Grundlage dafĂŒr ist die regelmĂ€Ăig gerade bei komplexen Verfahren gefragte langjĂ€hrige Erfahrung, Kompetenz und UnabhĂ€ngigkeit. Nicht zuletzt deshalb genieĂt die Kanzlei seit Jahrzehnten das Vertrauen von Gerichten und GlĂ€ubigern gerade in schwierigen Verfahren, in denen widerstreitende Interessen der Beteiligten bestehen. Die Kanzlei kann mit ihrer eigenen leistungsstarken und ĂŒber Jahre gewachsenen Struktur Verfahren jeder GröĂenordnung im Interesse der GlĂ€ubiger begleiten. FĂŒr weitere Informationen steht Ihnen gerne zur VerfĂŒgung: Medienkontakt fĂŒr die Insolvenzverwalter: Sebastian Brunner Tel.: +49/175/5604673 E-Mail: sebastian.brunner@brunner-communications.de Ende der Pressemitteilung Emittent/Herausgeber: Sebastian Brunner Communications Schlagwort(e): Finanzen 23.11.2023 CET/CEST Veröffentlichung einer Pressemitteilung, ĂŒbermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group AG. FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Die EQS Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. 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