ROUNDUPStromausfÀlle, Kiew

Selenskyj greift erneut Klitschko an

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 21:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Angesichts massiver StromausfĂ€lle nach russischen Angriffen vor allem in der Hauptstadt Kiew hat der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj erneut BĂŒrgermeister Vitali Klitschko kritisiert.

"Das sind die Folgen nicht umgesetzter BeschlĂŒsse auf stĂ€dtischer Ebene zur Vorbereitung auf die Heizperiode sowie auf diese russische Operation gegen die ukrainische Energiewirtschaft", polterte der Staatschef auf Telegram. Die Situation sei in der Dreimillionenstadt daher besonders schwer, so der PrĂ€sident. Einwohner und Unternehmen leiden unter langen Abschaltungen von Strom und Wasser. "Die Herausforderungen sind sehr ernst", schrieb Selenskyj.

Die Regierung ergreift demnach zusĂ€tzliche Maßnahmen, um den Betroffenen zu helfen. Mit Deutschland und Spanien gebe es zudem neue Vereinbarungen. "Ich habe dazu mit den Staats- und Regierungschefs und Unternehmen wĂ€hrend meiner Besuche gesprochen", erklĂ€rte der PrĂ€sident. Es gehe um die Lieferung von Generatoren, Kabeln und anderer AusrĂŒstung. Probleme gebe es aber auch in den GroßstĂ€dten Dnipro, Charkiw, Odessa und deren Umland sowie in den Regionen Schytomyr, Sumy, Tscherkassy, Poltawa und Winnyzja.

BĂŒrgermeister kontert Selenskyj

Klitschko wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. "Wie hĂ€tte die Hauptstadt denn der "russischen Sonderoperation gegen die ukrainische Energiewirtschaft" vorbeugen sollen?", fragte er bei Telegram. Er verwies darauf, dass in Kiew seit dem 16. Oktober FernwĂ€rme geliefert werde. Vertreter der Hauptstadt seien auch nicht zu den vom Staatschef erwĂ€hnten Beratungen eingeladen worden.

Klitschko bezichtigte Selenskyj mit den Anschuldigungen gegen Kiew der "Manipulation" und "LĂŒge". "WiderwĂ€rtig sieht das alles in Bezug auf die Einwohner der Hauptstadt aus", schrieb er. Das gehe auch gegen die Arbeit der FachkrĂ€fte, die "unter Einsatz ihres Lebens unter Beschuss rund um die Uhr praktisch Unmögliches leisten".

Klitschko wirft Selenskyj Unkenntnis vor

Der BĂŒrgermeister zweifelte an Selenskyjs Kenntnis der "realen Situation um die Energieversorgung". Er verwies darauf, dass Kiew Teil des ukrainischen Verbundnetzes sei. "Und wenn dieses Netz im ganzen Land zerstört wird, kann es nicht an manchen Orten noch leuchten, wĂ€hrend Klitschko an anderen alles abgeschaltet hat", so Kiews Stadtoberhaupt.

Klitschko forderte den PrĂ€sidenten auf, die Suche nach Schuldigen in dieser schweren Situation einzustellen. Standhalten könne das Land nur mit einer konstruktiven Zusammenarbeit und einem Zusammenwirken aller Strukturen und Fachleute, schrieb er. FĂŒr Schlussfolgerungen sei spĂ€ter Zeit.

In den vergangenen Wochen hat das russische MilitĂ€r seine Angriffe mit Drohnen und Raketen gegen ukrainische Energieanlagen intensiviert. Millionen Ukrainer mĂŒssen bei herbstlichen Temperaturen ohne Heizung, mit Strom- und WasserausfĂ€llen leben. Selenskyj warnte am Freitagabend vor neuen russischen Angriffen auf Energieanlagen, aber auch auf die wichtigen BrĂŒcken ĂŒber den Fluss Dnipro. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion.

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