Starkes PharmageschĂ€ft stimmt Bayer optimistischer fĂŒr 2026
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 10:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Wir haben bei der Wachstumsentwicklung von Pharmaceuticals inzwischen einen Wendepunkt erreicht, und wir sehen, dass es aufwÀrts geht", sagte der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson am Dienstag zur Vorlage der Resultate des dritten Quartals. An der Börse kamen die GeschÀftszahlen und der neue Ausblick gut an. Der Aktienkurs stieg am Vormittag um 5,5 Prozent auf 52,80 Euro.
Nubeqa hat sich schon vor einer Weile zum umsatzstĂ€rksten Medikament von Bayer gemausert. Allein im dritten Quartal wuchs der Umsatz mit dem Mittel gegen Prostatakrebs um mehr als die HĂ€lfte auf knapp eine Milliarde Euro. Kerendia, das zum Schutz von Nieren und Herz eingesetzt wird, wuchs noch etwas deutlicher auf Erlöse von 374 Millionen Euro, womit es nur noch knapp hinter dem einstigen Kassenschlager Xarelto liegt. Der Umsatz mit dem Blutgerinnungshemmer bricht wegen auslaufender Patente schon lĂ€nger StĂŒck fĂŒr StĂŒck weg.
Derweil bleiben die Perspektiven fĂŒrs PharmageschĂ€ft gut. Erst jĂŒngst wurde der Gerinnungshemmer Asundexian zur SekundĂ€rprĂ€vention von SchlaganfĂ€llen unter dem Markennamen Sunharbo in China zugelassen. In den USA dĂŒrfte die Zulassung bald erfolgen. Experten trauen dem Mittel ebenfalls sehr hohe UmsĂ€tze zu.
Alles in allem steigerte die Pharmasparte im Berichtszeitraum den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 1,29 Milliarden Euro. Damit erwirtschaftete der GeschĂ€ftsbereich den GroĂteil des operativen Konzerngewinns, der um rund 7 Prozent auf knapp 1,62 Milliarden Euro anzog.
Dagegen fiel das operative Ergebnis in der Agrarsparte im saisonal weniger bedeutenden dritten Jahresviertel um mehr als 40 Prozent auf 101 Millionen Euro. Grund waren höhere Herstellungs- sowie Vertriebskosten. Das GeschĂ€ft mit rezeptfreien Medikamenten verzeichnete einen leichten ErgebnisrĂŒckgang auf 347 Millionen Euro.
FĂŒr das Gesamtjahr rechnet Bayer-Chef Anderson nun mit einem um Sonder- und WĂ€hrungseffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) von 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro. Das sind an beiden Enden der Spanne jeweils 200 Millionen Euro mehr als zuvor. Inklusive Wechselkurseffekten stehen 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro im Plan nach bisher 9,4 bis 9,9 Milliarden. Analysten rechnen aktuell mit 9,7 Milliarden Euro als operatives Ergebnis im laufenden Jahr.
Zudem erwartet Bayer nun einen Abfluss freier Finanzmittel (Free Cashflow) von 1,5 bis 0,5 Milliarden Euro, statt 2,5 bis 1,5 Milliarden. Damit einhergehend rechnet das Unternehmen zum Jahresende mit einer niedrigeren Nettofinanzverschuldung von 28,0 bis 29,0 Milliarden Euro, das sind jeweils eine Milliarde Euro weniger als bisher angedacht.
Den Umsatzausblick fĂŒr 2026 bestĂ€tigte Bayer. WĂ€hrungsbereinigt sollen es 45 bis 47 Milliarden Euro werden; inklusive Wechselkurseffekten 44,7 bis 46,7 Milliarden Euro.
In den drei Monaten bis Ende September stiegen die Erlöse im Jahresvergleich nominal um gut 4 Prozent auf 10,05 Milliarden Euro. Unter dem Strich fiel ein Nettoverlust von 672 Millionen Euro an, nach einem Minus von 963 Millionen Euro vor einem Jahr. Beim Verlust spielen auch Wertminderungen in der Sparte Consumer Health sowie Aufwendungen fĂŒr Rechtsstreitigkeiten eine Rolle.
Im Fokus bleibt beim Konzern zudem, die finanziellen Risiken durch die US-Rechtsstreitigkeiten rund um mögliche Krebsrisiken durch glyphosathaltige Unkrautvernichter einzudÀmmen. Kern ist ein breit angelegter Sammelvergleich, dem ein Richter noch zustimmen muss.
