Verbund AG, AT0000746409

Verbund-Aktie: Niedrige Wasserführung drückt Ergebnis und Ausblick

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:18 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Verbund-Aktie steht nach dem Neunmonatsbericht unter Druck. Niedrige Wasserführung und schwächere Strompreise belasten Gewinn und Ausblick.

Wasserführung belastet Verbund-Ergebnis

  • Das Konzernergebnis sank in den ersten drei Quartalen 2026 um 43,5 Prozent auf 684,8 Millionen Euro.
  • Die Wasserkrafterzeugung fiel wegen historisch niedriger Wasserführung um 20,2 Prozent.
  • Für 2026 erwartet Verbund ein EBITDA von rund 2,12 Milliarden Euro und ein bereinigtes Konzernergebnis von rund 1,05 Milliarden Euro.
Verbund AG, AT0000746409, Illustration mit AI erstellt.

Die Verbund-Aktie steht nach dem Bericht zu den ersten drei Quartalen 2026 im Anlegerfokus. Der österreichische Energiekonzern meldete am 5. November einen deutlichen Ergebniseinbruch und passte zugleich seine Prognose für das Gesamtjahr an. Die Corporate News von VERBUND nennt historisch niedrige Wasserführung und rückläufige Absatzpreise für Wasserkraft als zentrale Belastungen.

Der Realtime-Kurs der Verbund-Aktie lag am Freitag, 6. November 2026, um 12:10 Uhr bei Lang & Schwarz bei 72,83 Euro.

Wasserkraft zieht Ergebnis nach unten

Das EBITDA sank im Jahresvergleich um 29,0 Prozent auf 1.498,5 Millionen Euro. Das Konzernergebnis ging um 43,5 Prozent auf 684,8 Millionen Euro zurück. Bereinigt um Einmaleffekte blieb ein Ergebnis von 725,0 Millionen Euro, 37,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Wasserkrafterzeugung verringerte sich um 20,2 Prozent auf 15.984 Gigawattstunden. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag bei 0,61 und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 0,79 sowie dem langjährigen Durchschnitt. Zusätzlich sank der durchschnittlich erzielte Absatzpreis für eigene Wasserkraft um 33,8 Euro je Megawattstunde auf 79,7 Euro je Megawattstunde.

Verbund führte den Preisrückgang auch auf Rückkäufe zurück. Wegen der niedrigen Wasserführung musste der Konzern bereits verkaufte, aber nicht erzeugte Strommengen am Spotmarkt beschaffen. Die höheren Einkaufspreise belasteten den realisierten Absatzpreis. Das Segment Absatz und weitere Geschäftsbereiche konnten die Einbußen teilweise ausgleichen.

Neue Prognose setzt Erzeugung voraus

Für 2026 erwartet Verbund nun ein EBITDA von rund 2.120 Millionen Euro, ein berichtetes Konzernergebnis von rund 1.010 Millionen Euro und ein bereinigtes Konzernergebnis von rund 1.050 Millionen Euro. Die neuen Zielgrößen ersetzen die zuvor veröffentlichten Prognosebandbreiten. In die Anpassung fließt eine unterdurchschnittliche Wasserführung im Oktober ein; für November und Dezember setzt der Konzern eine durchschnittliche Eigenerzeugung aus Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik voraus.

Die Wind- und Photovoltaikerzeugung stieg trotz unterplanmäßiger Bedingungen um 70 Gigawattstunden auf 1.622 Gigawattstunden. Verbund plant für 2026 eine Ausschüttungsquote von 45 bis 55 Prozent des um Einmaleffekte bereinigten Konzernergebnisses. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob sich die Erzeugungsbedingungen im Jahresendgeschäft normalisieren und die niedrigeren Ergebnisse durch andere Segmente abgefedert werden.

Verbund AG im Überblick

  • Unternehmen: Verbund AG
  • ISIN: AT0000746409
  • WKN: 877738
  • Handelsplatz: Lang & Schwarz
  • Kurs: 72,83 Euro am 6. November 2026 um 12:10 Uhr
  • Berichtszeitraum: Erste drei Quartale 2026

Das österreichische Marktumfeld verfolgen Anleger über die aktuellen Marktberichte.

Weitere Meldungen und Analysen zur Verbund-Aktie bündeln die nächsten Nachrichten zum Unternehmen.

Disclaimer...
de | AT0000746409 | VERBUND AG | boerse | 70469225 |