VW-Ladetochter Elli stellt GeschÀft neu auf - Jobs in Gefahr
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDazu zĂ€hlen unter anderem Wallboxen fĂŒr zu Hause, aber auch der Bau von Ladeinfrastruktur fĂŒr Unternehmen. "Wir richten unser Portfolio neu aus, und konzentrieren uns auf digitale und skalierbare GeschĂ€ftsmodelle, mit denen wir mehr Kunden in mehr MĂ€rkten erreichen und kontinuierliche UmsĂ€tze erzielen können", sagte Elli-Chef Giovanni Palazzo der Deutschen Presse-Agentur.
FĂŒr Kundinnen und Kunden hat der Schritt Palazzo zufolge keine Auswirkungen. Software-Updates, Service und Ersatzteile blieben gesichert. Die RestbestĂ€nde an Wandladestationen will die Firma noch verkaufen. Elli trennt sich auĂerdem von der Produktion spezieller LadesĂ€ulen und gibt auch die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Volkswagens Batterie-GroĂspeicher, die als Puffer fĂŒr Wind- und Solarenergie dienen, ab. Die Anlagen sollen kĂŒnftig von einem anderen Unternehmen des Konzerns betrieben werden.
Elli konzentriert sich auf bestimmte Felder
Der Schritt ist Teil einer gröĂeren Neuaufstellung der Energie- und Ladefirma. Prozesse und Organisation sollen umgebaut, die Struktur schlanker, schneller und digitaler werden. Von 2027 an bĂŒndelt Elli sein GeschĂ€ft in den Feldern Energie und MobilitĂ€t. FortgefĂŒhrt werden das Ladenetz mit mehr als einer Million Punkten in Europa, Tank- und Ladelösungen fĂŒr Fahrzeugflotten sowie das Ăkostrom-Angebot Volkswagen DE0007664039 Naturstrom. Teil des neu aufgestellten GeschĂ€ftsmodells werden zudem Lösungen sein, bei denen E-Autos nicht nur zum Laden angeschlossen, sondern intelligent in das Stromnetz eingebunden werden. So können sie beispielsweise als Stromspeicher dienen.
Verhandlungen ĂŒber Stellenabbau
Wie viele der rund 400 Elli-BeschĂ€ftigten wegen der Neuaufstellung ihren Job verlieren könnten, lieĂ Palazzo offen. Die Zahl sei aber nicht unerheblich, da eine groĂe Anzahl von Mitarbeitern in den betroffenen Bereichen arbeite. Auch wie der Stellenabbau ablaufen soll, blieb zunĂ€chst unklar. Dem Manager zufolge laufen aber bereits GesprĂ€che mit den Arbeitnehmervertretern. Diese seien konstruktiv. Palazzo hofft auf eine Einigung in den kommenden Wochen. Den BeschĂ€ftigten wurden die PlĂ€ne am Dienstag prĂ€sentiert.
VW-Tochter soll profitabel werden
Der Autokonzern aus Wolfsburg hat Elli im Jahr 2018, vor dem Start der E-Auto-Familie ID, als Ladeinfrastruktur- und Stromanbieter aufgelegt. Seitdem kamen weitere GeschĂ€ftsfelder hinzu. Mit der Neuaufstellung will Elli die Grundlage fĂŒr langfristige WettbewerbsfĂ€higkeit schaffen. Der Lademarkt in Europa wachse schnell und konsolidiere sich zugleich. Die Konkurrenz wird demnach schĂ€rfer, die Margen sinken. Das Unternehmen will das Wachstum der vergangenen Jahre daher in nachhaltige finanzielle StĂ€rke umwandeln und die Ressourcen auf den nach eigenen Angaben erfolgreichen Produktkern konzentrieren.
Gemessen am Konzernumsatz ist das GeschĂ€ft von Elli zwar winzig - aber es wĂ€chst schnell. Im Abschluss 2024, der öffentlich im Unternehmensregister einsehbar ist, wies die VW-Tochter einen Umsatz von 174 Millionen Euro. Das Hardware-GeschĂ€ft machte damals rund 15 Prozent aus. Der Nachsteuerverlust betrug rund 54 Millionen Euro. Zu den aktuellen GeschĂ€ftszahlen Ă€uĂerte sich Palazzo nicht. Nach dpa-Informationen aus Konzernkreisen steuert die Tochter beim Umsatz im laufenden Jahr auf ein Mehrfaches des Wertes von 2024 zu.
Der Manager will Elli durch die Neuaufstellung auch in die Gewinnzone fĂŒhren: "Durch die Senkung der Fixkosten, insbesondere der Personalkosten, wollen wir die RentabilitĂ€t steigern", sagte Palazzo. Der Weg in die schwarzen Zahlen sei relativ kurz. Dadurch dĂŒrfte die VW-Tochter auch fĂŒr Investoren interessant werden. Erste GesprĂ€che gibt es demnach bereits.
