Wesfarmers-Aktie: Bunnings meldet gebremstes Wachstum
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:27 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSBunnings bremst Wesfarmers
- Wesfarmers berichtete über ein moderateres Umsatzwachstum bei Bunnings im Geschäftsjahr 2027.
- Höhere Inflation und Zinsen belasten die Budgets von Haushalten und Unternehmen.
- Kmart und Officeworks entwickelten sich laut Unternehmensangaben im Rahmen der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026.
- WesCEF soll im ersten Halbjahr 2027 von Ammoniakpreisen, Kapazitätserweiterungen und besseren Lithiumpreisen profitieren.
Wesfarmers hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, auf seiner Hauptversammlung ein gemischtes Bild für das Geschäftsjahr 2027 gezeichnet. Wie Rask Media berichtet, hat sich das Umsatzwachstum der Baumarktkette Bunnings gegenüber der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 verlangsamt.
Wesfarmers begründete die schwächere Entwicklung zuletzt mit niedrigeren Umsätzen in saisonalen Kategorien und im Geschäft mit gewerblichen Kunden. Zugleich verwies das Management auf die Belastung der Haushalts- und Unternehmensbudgets durch erhöhte Inflation und höhere Zinsen. Die starke operative Entwicklung der Chemie-, Energie- und Düngemittelsparte WesCEF habe die moderatere Nachfrage im Einzelhandel teilweise ausgeglichen.
Einzelhandel zeigt unterschiedliche Dynamik
Bei Kmart lag das Umsatzwachstum laut dem Bericht im Geschäftsjahr 2027 im Großen und Ganzen auf dem Niveau der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026. Unterstützend wirkten die preisorientierte Positionierung der Anko-Produkte und der Ausbau der Omnichannel-Strukturen. Die Fertigstellung des neuen Standorts in Moorebank im Bundesstaat New South Wales ist für November 2026 vorgesehen; die Inbetriebnahme soll im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2028 folgen.
Für Kmart erwartet Wesfarmers im Geschäftsjahr 2027 zusätzliche Betriebskosten von 30 bis 40 Millionen australischen Dollar. Diese sollen aus parallelen Standortkosten, der Einführung von Technologie und weiteren Projektaufwendungen entstehen. Bei Officeworks entwickelte sich das Umsatzwachstum ebenfalls weitgehend im Rahmen der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026. Das Transformationsprogramm soll bis Ende 2027 abgeschlossen werden und danach die Kostenbasis strukturell senken.
Die Gesundheitssparte meldete weiterhin ein starkes Umsatzwachstum im Priceline-Apothekennetz. Die im August gestartete Neuaufstellung des Kundenbindungsprogramms als Pulse Rewards wurde laut Wesfarmers gut aufgenommen. Im Großhandelsgeschäft verbessert sich die Abwicklung mit der Automatisierung der Logistikzentren; der Standort Adelaide ist bereits in Betrieb, Perth soll im kommenden Jahr folgen.
WesCEF liefert operativen Ausgleich
Für WesCEF erwartet Wesfarmers im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 Unterstützung durch den zeitverzögerten Effekt der Ammoniakpreisweitergabe, jüngste Kapazitätserweiterungen und bessere Preise für Lithium. Die Spodumenkonzentrat-Produktion in Mt Holland soll die Nennkapazität von 380.000 Tonnen erreichen, davon entfallen 190.000 Tonnen auf WesCEF. Mehr als die Hälfte der Produktion ist für den Marktverkauf vorgesehen.
Der Realtime-Kurs der Wesfarmers-Aktie lag am Freitag, 30. Oktober 2026, um 09:16 Uhr bei Lang & Schwarz bei 48,02 Euro.
Wesfarmers im Überblick
- Unternehmen: Wesfarmers Limited
- ISIN: AU000000WES1
- Ticker: WES an der ASX
- Lang-und-Schwarz-Kurs: 48,02 Euro am 30. Oktober 2026 um 09:16 Uhr
Die Entwicklung zeigt für Anleger einen Zielkonflikt: Die Einzelhandelssparten müssen sich gegen eine vorsichtigere Konsumnachfrage behaupten, während WesCEF und die Gesundheitssparte operative Stabilität beitragen. Für die weitere Bewertung der Aktie bleiben daher die Nachfrage bei Bunnings, die Kosten des Kmart-Umbaus und die Entwicklung der Lithiumpreise zentrale Faktoren.
Das australische Marktumfeld lässt sich über den S&P/ASX 200 verfolgen.
