Aktien Frankfurt: Dax nach Rutsch unter 25.000 Punkten zurück auf Vortagesniveau
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDabei eroberte der deutsche Leitindex die Marke von 25.000 Punkten, die er zeitweise deutlich unterschritt, wieder zurück.
Unterstützung kam von den US-Börsen, denn nach einem starken Quartalsbericht und optimistischeren Ausblick des Speicherchiphersteller Micron US5951121038 wird die Technologiebörse Nasdaq mit Gewinnen erwartet.
Am Nachmittag hielt sich der Dax bei 25.194 Punkten stabil am Vortagesschluss, nachdem er am Vormittag noch zeitweise in Richtung 24.800 Punkte auf den tiefsten Stand seit Ende Juli abgesackt war. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte verringerte sein Minus und gab zuletzt 0,7 Prozent auf 30.635 Punkte ab.
Die Anleger befinden sich laut Marktanalyst Timo Emden von Captrader weiter in einem Balanceakt zwischen Zuversicht und Vorsicht. "Offensichtlich nutzen erste Schnäppchenjäger die vermeintlich günstigen Preisniveaus für einen Einstieg in den Markt und begeben sich auf die Pirsch." Zugleich habe sich der Anleihemarkt "spätestens jetzt neben dem Ölpreis zum Schreckgespenst für die Märkte entwickelt. Anleger fürchten mittlerweile nicht mehr vereinzelte Ölpreisspitzen als vielmehr dessen Zweitrundeneffekte."
Am Morgen hatten erneut kräftig gestiegene Ölpreise die bereits am Vortag wieder hochgekochten Inflations- und Zinssorgen befeuert. Außerdem schossen die Renditen zahlreicher Staatsanleihen weiter in die Höhe, was für Aktien kräftiger Gegenwind bedeutet. "So steigen die Finanzierungskosten für Unternehmen, und gleichzeitig werden Anleihen als Anlagealternative attraktiver", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Heidelberg Materials DE0006047004 nahmen mit plus 3,8 Prozent zuletzt die Dax-Spitze ein. Jefferies-Analystin Glynis Johnson ist zuversichtlich, was das operative Ergebnis des Zementherstellers im dritten Quartal betrifft. Sie erwartet zur Zahlenvorlage Anfang November trotz des schwierigen Umfeldes Ergebniswachstum und eine Bestätigung der Jahresziele.
Die Aktie des Autozulieferers Continental DE0005439004 legte um 0,5 Prozent zu. Letzte Signale des Managements vor der wegen der Quartalszahlen Anfang November anstehenden Schweigeperiode waren positiv ausgefallen. So hält UBS-Analyst David Lesne eine Aufstockung der Gesamtjahresziele für möglich. Das dritte Quartal dürfte stark ausgefallen sein und den operativen Ergebniskonsens übertreffen, schrieb er. Die Trennung von ContiTech dürfte zudem um den Jahreswechsel herum finalisiert werden.
Fresenius DE000FRE5EN2 gaben unterdessen um 0,6 Prozent nach. Der Medizin- und Krankenhauskonzern will seine Biopharma-Tochter mAbxience komplett übernehmen. Für die übrigen Anteile im Umfang von 45 Prozent zahlt er bis zu 750 Millionen Euro. Schlusslicht waren Bayer mit minus 2,9 Prozent. Zu dieser Aktie schrieb JPMorgan-Analyst Richard Vosser kritisch, dass die frühen Konsensschätzungen für das dritte Quartal wohl zu hoch sein dürften.
Renk DE000RENK730 gaben den vierten Tag in Folge nach, verringerten ihre teils kräftigen Tagesverluste zuletzt aber auf nur noch 0,3 Prozent. Diesmal litten sie unter einem negativen Analystenkommentar der Bank of America, die ihre Kaufempfehlung für die Rüstungsaktie gestrichen hat. Für Hensoldt DE000HAG0005 dagegen, die um 2,5 Prozent stiegen, bekräftigte Holmes sein Anlageurteil "Buy". Außerdem nahm er das Papier des Anbieters von Verteidigungs- und Sicherheitselektronik in die BofA-Liste mit den besten Anlageideen im Nebenwertebereich auf./ck/jha/
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
