New York: Nasdaq 100 erklimmt Rekordhoch - Zinssorgen gebremst
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSie war geprägt von den Diskussionen rund um das Tempo der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI), hohen Ölpreisen und dem anhaltenden Höhenflug bei den Renditen der US-Staatsanleihen.
Nun hellten die wieder sinkenden Ölkreise, die sich stabilisierenden Renditen und aktuelle Arbeitsmarktdaten die Stimmung auf. Davon profitierten insbesondere die konjunktursensiblen Technologiewerte. So schnellten die Technologieindizes Nasdaq Composite XC0009694271 und der stärker beachtete Nasdaq 100 US6311011026 auf Rekordhochs. Letzterer gewann zuletzt 1,4 Prozent auf 30.920 Punkte.
Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 stieg um ein Prozent auf 7.740 Zähler. Der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 gewann 0,6 Prozent auf 51.217 Punkte, nachdem er Tags zuvor zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni abgesackt war. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von gut einem Prozent an.
Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) schrieb zu dem Jobbericht: "Der Arbeitsmarktbericht enttäuscht angesichts der positiven Indikationen, die es vonseiten der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, des ADP-Reports oder des ISM-Beschäftigungsindexes gegeben hatte". Am Aktienmarkt kommt dies positiv an, weil es die Zins- und Inflationssorgen der Anleger ebenso dämpft wie die wieder niedrigeren Ölpreise.
Die Ölpreise litten darunter, dass die G7-Staaten wie Deutschland, Frankreich und die USA angesichts der steigenden Kraftstoffpreise auf eine Nutzung von Ölnotreserven dringen. Ab sofort und über vier Monate sollten 100 Millionen Barrel Rohöl der im März beschlossenen Freigabe tatsächlich freigegeben werden, hieß es.
Unter den Einzelwerten standen insbesondere die Aktien von Nike US6541061031 im Fokus, die nach einem schwachen Geschäftsausblick mehr als fünf Prozent verloren. Geht es nach dem Analysten Jay Sole von der Bank UBS, ist das Ende der aktuellen Nike-Talfahrt an der Börse wohl noch nicht in Sicht. Mit den Gewinnschätzungen könnte es weiter bergab gehen und die Bewertung sei trotz des monatelangen Abwärtstrends nicht günstig.
Unter den Technologietiteln sackten die Aktien der Festplattenhersteller Western Digital US9581021055 und Seagate KYG7945J1040 um 12,4 beziehungsweise 14 Prozent ab. Grund war ein Bericht der japanischen Zeitung Nikkei. Demnach will der Konkurrent Toshiba JP3592200004 massiv in den Ausbau von Produktionskapazitäten für Hard Disks investieren.
Dagegen zogen die Aktien von ON Semiconductor US6821891057 um 4,6 Prozent und die von Synaptics US87157D1090 um 13,8 Prozent an. ON will seine im Sommer bekannt gegebene Übernahme nun nicht mehr mit eigenen Aktien sondern bar bezahlen, womit die Transaktion für den Spezialisten für Leistungshalbleiter billiger wird.
Für die Anteilscheine von Tesla US88160R1014 ging es um 5,6 Prozent nach oben. Die Auslieferungen des von Tech-Milliardär Elon Musk geführten E-Autobauers waren zwar im vergangenen Quartal gesunken, lagen aber über den Erwartungen von Analysten.
In dem starken Umfeld für Technologiewerte erreichten die Anteilscheine von Nvidia US67066G1040 einen Höchststand und legten zuletzt um fast drei Prozent zu. Der Kursanstieg wurde in den letzten Wochen durch die Zuversicht beflügelt, dass KI-Agenten wie "Muse" von der Facebook-Mutter Meta US30303M1027 die Nachfrage nach Halbleitern ankurbeln könnten. Die Aktien erhielten einen weiteren Schub, nachdem Nvidia am Montag bekannt gegeben hatte, dass es den Umfang seines Aktienrückkaufprogramms um die Rekordsumme von 150 Milliarden US-Dollar erhöhen werde. Damit steuert Nvidia als aktuell teuerstes börsennotiertes Unternehmen der Welt auf eine Marktkapitalisierung von mittlerweile sechs Billionen Dollar zu.
