Gesundheit, Medizin

Schweizer Pharmastandort am Scheideweg: Neue geopolitische RealitÀt erfordert rasches Handeln

08.01.2026 - 09:30:00

Basel - Die Schweiz steht als Pharmastandort vor einem Umbruch. Geopolitische Entwicklungen und neue internationale Spielregeln stellen die WettbewerbsfĂ€higkeit, Innovationskraft und AttraktivitĂ€t des Landes auf eine harte Probe. Die Politik ist gefordert, den Standort nachhaltig zu stĂ€rken, um den Wohlfahrtsbeitrag der Branche fĂŒr die Schweiz zu sichern und dafĂŒr zu sorgen, dass Patienten in der Schweiz auch kĂŒnftig Zugang zu innovativen Medikamenten haben.

Die Ausgangslage fĂŒr die pharmazeutische Industrie in der Schweiz hat sich grundlegend geĂ€ndert. Einerseits mĂŒssen Pharmaunternehmen in grossen MĂ€rkten wie den USA und China zunehmend massiv in den Bereichen Forschung und Produktion investieren, um sich Zutritt zu diesen SchlĂŒsselmĂ€rkten zu sichern. Dadurch wird der Standortwettbewerb im Rest der Welt immer hĂ€rter. Dies setzt den Pharmastandort Schweiz unter Druck.

Anderseits schaffen globale Entwicklungen wie das Most-Favored-Nation-Regime und der Einbezug der Schweiz als Referenzland fĂŒr die Medikamentenpreisfestsetzung in den USA völlig neue Voraussetzungen fĂŒr die weltweite Lancierung von innovativen Medikamenten. Dies stellt die Patientenversorgung insbesondere in kleinen MĂ€rkten wie der Schweiz, die kaufkraftbereinigt tiefere Preise als ihre NachbarlĂ€nder aufweist, vor grosse Herausforderungen.

Die Schweiz steht am Scheideweg – Entscheidungen, die noch vor Kurzem getroffen wurden, mĂŒssen heute unter den geĂ€nderten Vorzeichen betrachtet werden. Die WettbewerbsfĂ€higkeit der Schweiz hĂ€ngt nun davon ab, wie rasch und entschlossen Politik und Branche gemeinsam auf diese Herausforderungen reagieren. Es braucht moderne, kaufkraftbereinigte Preisbildungsmodelle, einen attraktiven Rahmen fĂŒr die schnelle Lancierung von neuen Produkten und eine konstruktive Zusammenarbeit aller relevanten Akteure, um den Forschungs- und Produktionsstandort zu sichern und weiterzuentwickeln.

Dr. David Traub , Vorstandsmitglied von Interpharma, sagt: «Der Zugang zu Innovation ist nicht mehr selbstverstĂ€ndlich. Entscheidungen der letzten Jahre haben die VerfĂŒgbarkeit neuer Therapien fĂŒr Schweizer Patienten bereits deutlich erodieren lassen und die aktuellen geopolitischen Entwicklungen drohen diese Situation weiter akut zu verschĂ€rfen. Jetzt mĂŒssen wir handeln.»

Jörg-Michael Rupp , PrĂ€sident von Interpharma, sagt: «Die Schweiz steht derzeit an einem entscheidenden Scheideweg. Da wir in der Schweiz weder ĂŒber geopolitischen Einfluss noch ĂŒber einen riesigen Markt verfĂŒgen, ist unsere einzige WĂ€hrung die Exzellenz unserer Rahmenbedingungen. Wir hinken der Konkurrenz zwar noch nicht hinterher, aber wir verlieren schleichend unsere fĂŒhrende Stellung. Wenn wir uns jetzt fĂŒr gezielte Investitionen in die Zukunft statt fĂŒr eine reine Sparpolitik entscheiden, sichern wir nicht nur den Wohlstand unseres Landes, sondern auch eine erstklassige medizinische Versorgung fĂŒr uns alle.»

Dr. RenĂ© Buholzer , CEO von Interpharma, sagt: «Kurzfristig muss die Schweiz nun schĂ€dliche Regulierungsvorhaben stoppen und das Preissystem modernisieren. Mittelfristig muss sie die Unternehmen entlasten, eine Life-Science-Strategie entwickeln sowie neue Finanzierungsmodelle schaffen, um PrĂ€mienzahler zu entlasten. So sichern wir den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten und stĂ€rken die Schweiz als fĂŒhrenden Life-Science-Standort.»

(Ende)

Aussender: Interpharma Ansprechpartner: Georg DĂ€rendinger Tel.: +41 61 264 34 00 E-Mail: [email protected] Website: www.interpharma.ch

@ pressetext.de