Gegenvorschlag, Kostenbremse-Initiative

Gegenvorschlag zur Kostenbremse-Initiative missachtet Parlamentsentscheid und verstÀrkt das Silo-Denken

06.05.2025 - 17:50:00

Basel - Ein zukunftsfĂ€higes Gesundheitswesen erfordert ganzheitliche AnsĂ€tze. Beim Gegenvorschlag zur vom Volk abgelehnten Kostenbremse-Initiative zeigt sich jedoch einmal mehr, dass das Schweizer Gesundheitswesen noch immer von Silo-Denken geprĂ€gt ist: Obwohl das Parlament separate Kostenziele pro Kostenblock ganz bewusst aus der Vorlage gestrichen hatte, missachten EDI und BAG diesen Entscheid in krasser Weise und nehmen das Silo-Denken wieder in die Vorlage auf. StiefmĂŒtterlich behandelt werden dagegen die ebenfalls wichtigen QualitĂ€tsziele. Grosse Fragezeichen gibt es auch bezĂŒglich der zustĂ€ndigen Kommissionen. Interpharma lehnt die VerordnungsĂ€nderung in der vorliegenden Form daher ab und fordert den Bund auf, statt in einzelnen Silos in ĂŒbergreifenden AnsĂ€tzen zu denken. Nur so sind im Schweizer Gesundheitswesen notwendige Reformen möglich.

Interpharma, der Verband der forschenden Pharmaindustrie der Schweiz, lehnt die vorgeschlagene Änderung der Verordnung ĂŒber die Krankenversicherung (KVV) in der vorliegenden Form ab. Interpharma kritisiert insbesondere die EinfĂŒhrung separater Kostenziele fĂŒr einzelne Leistungsbereiche. Bereits die Botschaft des Bundesrats krankte an solchem Silo-Denken, weshalb das Parlament ganz bewusst korrigierte und eine ganzheitliche Steuerung beschloss. EDI und BAG missachten diesen deutlichen Entscheid, indem im Verordnungsentwurf erneut separate Kostenziele nach Leistungsbereichen eingefĂŒhrt werden. Dieses Vorgehen ist nicht nur in der Sache falsch, sondern untergrĂ€bt die GlaubwĂŒrdigkeit des politischen Prozesses und ist fĂŒr einen Rechtsstaat wie die Schweiz unwĂŒrdig und höchst bedenklich.

Zudem fordert Interpharma eine stĂ€rkere Verankerung und Messbarkeit von QualitĂ€tszielen in der Gesundheitsversorgung. Neben wirtschaftlichen Aspekten mĂŒssen auch patientenrelevante Therapieergebnisse, medizinische Leitlinien und digitale Innovationen systematisch berĂŒcksichtigt werden.

Auch bei der Zusammensetzung der neuen Kommission fĂŒr Kosten- und QualitĂ€tsmonitoring sieht Interpharma Handlungsbedarf. Die pharmazeutische Industrie als zentraler Akteur im Gesundheitswesen muss angemessen vertreten sein. Allerdings plĂ€diert Interpharma fĂŒr die Weiterentwicklung bestehender Strukturen wie der Eidgenössischen QualitĂ€tskommission anstelle der Schaffung neuer Gremien mit zum Teil ĂŒberlappenden Verantwortlichkeiten.

Die vorgesehene Datenweitergabe zur Messung von Zielen wird begrĂŒsst, sollte jedoch mit den laufenden Initiativen im Rahmen von DigiSantĂ© koordiniert werden – insbesondere im Hinblick auf den Swiss Health Data Space.

Zur Vernehmlassungsantwort ( https://www.interpharma.ch/wp-content/uploads/2025/05/Stellungnahme_KVV_Qualitaet_Kostenziele_final.pdf )

(Ende)

Aussender: Interpharma Ansprechpartner: Georg DĂ€rendinger Tel.: +41 61 264 34 00 E-Mail: georg.daerendinger@interpharma.ch Website: www.interpharma.ch

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