Tag, Schweiz

Ein schwarzer Tag fĂŒr die Schweiz – eine Standortoffensive ist zwingend

01.08.2025 - 11:05:00

Basel - Mit den von den USA verhĂ€ngten Zöllen von 39 Prozent droht der Schweiz enormer wirtschaftlicher Schaden. Auch wenn pharmazeutische Produkte vorerst von Zöllen ausgenommen sind – mit dem gestrigen Entscheid zum «Most-Favoured-Nation Drug Pricing» setzt die US-Regierung die weltweite Versorgung mit innovativen Medikamenten aufs Spiel. Dadurch sind auch die forschenden pharmazeutischen Firmen in der Schweiz sowie die Versorgung in der Schweiz betroffen. UnabhĂ€ngig davon, wie es nun weitergeht, muss die Schweiz sich dringend darauf konzentrieren, ihre eigenen Rahmenbedingungen zu verbessern. Es braucht umfangreiche Reformen, um den Pharmastandort Schweiz zu sichern, den Patientenzugang zu verbessern und dafĂŒr zu sorgen, dass die Investitionen in Forschung und Entwicklung innovativer Medikamente bestehen bleiben.

Mit grosser Besorgnis nimmt Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Unternehmen der Schweiz, den von der US-Regierung verhĂ€ngten Zollsatz von 39 Prozent zur Kenntnis. FĂŒr die Schweiz ist dies ein schwarzer Tag. Zwar sind pharmazeutische Produkte vorerst von den Zöllen ausgenommen. Allerdings setzt die US-Regierung mit dem gestrigen Entscheid zum «Most-Favoured-Nation Drug Pricing ( https://www.whitehouse.gov/fact-sheets/2025/07/fact-sheet-president-donald-j-trump-announces-actions-to-get-americans-the-best-prices-in-the-world-for-prescription-drugs/ )» (MFN) die weltweite Versorgung mit innovativen Medikamenten aufs Spiel.

Der Erlass sieht unter anderem die EinfĂŒhrung einer PrĂ€ferenzklausel vor, die die Preise fĂŒr US-Arzneimittel an die niedrigsten Preise in anderen vergleichbaren Volkswirtschaften angleicht. Der Schweiz droht damit ein ernsthaftes Versorgungsproblem: Die Unternehmen werden gezwungen sein, sich auf jene MĂ€rkte zu konzentrieren, in welchen sie die grössten UmsĂ€tze erzielen. Die Schweiz mit einem Weltmarktanteil von 0.5% wird dabei das Nachsehen haben.

Es braucht umfangreiche Reformen

Es braucht nun umfangreiche Reformen, um den Wirtschafts- und insbesondere den Pharmastandort Schweiz zu sichern, den Patientenzugang zu verbessern und dafĂŒr zu sorgen, dass Investitionen in Forschung und Entwicklung innovativer Medikamente bestehen bleiben. Wichtig wird sein, dass die Schweiz die GesprĂ€che und Verhandlungen mit den USA nun fortfĂŒhrt, um den generellen Zollsatz abzubauen und Zölle spezifisch fĂŒr die Pharmaunternehmen zu verhindern. Zudem mĂŒssen international die Preisfestsetzungssysteme auf die neue RealitĂ€t des MFN-Prinzips angepasst werden, um die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten in den verschiedenen LĂ€ndern sicherzustellen. Das Ergebnis dieser GesprĂ€che und Verhandlungen gilt es abzuwarten.

Mit dem Entscheid der US-Administration wird eine Denkpause bei der Umsetzung von Regulierungsprojekten, verbunden mit der gleichzeitigen Modernisierung des Preisbildungssystems, noch dringender fĂŒr die Schweiz. Denn die Preisbildung fĂŒr Medikamente in der Schweiz ist veraltet und nicht mehr zeitgemĂ€ss: Sie setzt Fehlanreize, verlĂ€ngert die VergĂŒtungsverfahren und gefĂ€hrdet den Zugang. Konkrete VorschlĂ€ge der Industrie liegen seit Langem auf dem Tisch. Ebenfalls muss nun endlich eine Life-Science-Strategie auf den Weg gebracht werden. Politik und Behörden sind aufgefordert, diese VorschlĂ€ge rasch umzusetzen.

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Aussender: Interpharma Ansprechpartner: Georg DĂ€rendinger Tel.: +41 61 264 34 00 E-Mail: georg.daerendinger@interpharma.ch Website: www.interpharma.ch

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