Datenrettung 2026: Festplatten bleiben Laboralltag, bei formatierten SSDs entscheidet der Controller
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:35 Uhr | pressetext, AD HOC NEWSDie Festplatte ist noch lange nicht Geschichte
Die Live-Umfragen unter den Teilnehmenden waren keine repräsentative Erhebung, zeigten aber ein deutliches Bild: Klassische Festplatten machen trotz der Verbreitung von SSDs weiterhin einen großen Teil der Laborarbeit aus, häufig Laufwerke von Seagate und Western Digital. Defekte Schreib-Lese-Köpfe und Firmware-Probleme gehören zu den wiederkehrenden Aufgaben. Heliumgefüllte Festplatten mit hohen Kapazitäten erschweren mechanische Eingriffe zusätzlich. Bei SSDs sorgen neue Controllergenerationen und die interne Speicherverwaltung für ständig neue Fehlerbilder. Künstliche Intelligenz nutzen manche Labore bereits beim Programmieren und für interne Hilfswerkzeuge, als Werkzeug für die Analyse großer Datenmengen wurde sie eher als Ausblick diskutiert.
Formatierte SSD: Was der Controller noch kennt, entscheidet
Ein Schwerpunkt der Vorträge galt SSDs, deren Daten gelöscht, formatiert oder scheinbar überschrieben wurden. TRIM, Garbage Collection und controllerseitige Verschlüsselung können eine Rekonstruktion erschweren oder ausschließen. Ob noch etwas zu retten ist, hängt davon ab, ob die Information im NAND-Speicher physisch gelöscht wurde oder ob das Laufwerk sie nur nicht mehr unter ihrer bisherigen Adresse führt. Controller, Firmware, die Art des Löschvorgangs und die Schreib- und Verwaltungsvorgänge, die das Laufwerk danach ausgeführt hat, geben den Ausschlag.
Schreibt eine SSD erneut auf dieselbe logische Adresse, legt sie die neuen Daten in der Regel an anderer physischer Stelle ab, der ältere Inhalt bleibt zunächst bestehen. TRIM meldet dem Controller lediglich, welche Bereiche nicht mehr gebraucht werden, physisch gelöscht wird erst später bei der Garbage Collection. Bei bestimmten Controllern lassen sich deshalb ältere Versionen der Zuordnungstabelle heranziehen, um noch vorhandene Daten wieder zugänglich zu machen.
In Alicante zeigte sich an mehreren Fällen, dass eine formatierte SSD nicht automatisch ein Totalverlust ist. Sind die ursprünglichen Informationen im NAND-Speicher dagegen physisch gelöscht, holt sie auch Spezialwerkzeug nicht zurück.
Mechanisch beschädigte USB-Sticks und Speicherkarten
Besonders viel Aufmerksamkeit bekamen Fälle mit gebrochenen Monolith-Speichern, wie sie in USB-Sticks und Speicherkarten verbaut sind. Auf engstem Raum reißen dabei Leiterbahnen und Kontakte. ACELab zeigte, wie sich solche Schäden untersuchen, Kontaktpunkte freilegen und elektrische Verbindungen wiederherstellen lassen, und belegte mit konkreten Fällen, dass eine Rettung auch nach schweren Beschädigungen gelingen kann. Der Aufwand ist beträchtlich: Laborausstattung, präzise Handarbeit und oft viel Zeit. Standardisieren lässt sich das kaum. Neue NAND-Flash-Adapter, die ACELab ebenfalls vorstellte, erleichtern den direkten Zugriff auf Speicherchips und bieten eine Alternative zu bisherigen Lösungen wie dem Spider Board.
RAID ohne Metadaten: Die Rohdaten verraten die Struktur
Für defekte RAID-Verbünde, bei denen die Konfiguration unbekannt ist oder Metadaten fehlen, stellte ACELab-Ingenieur Alexander Leonenko einen statistischen Ansatz vor. Aus Mustern in den Rohdaten der einzelnen Laufwerke ergeben sich unter geeigneten Voraussetzungen Anhaltspunkte für Blockgrößen, die Zahl der beteiligten Platten, ihre Anordnung und Startpositionen. Ob die daraus rekonstruierte Struktur zutrifft, zeigt sich erst beim Zusammensetzen des Verbunds. Verschlüsselte Daten, ungeeignete Muster oder stark beschädigte Verbünde setzen dem Verfahren Grenzen.
PC-3000 zieht mit neuen Controllern nach
Das Team um Roman Morozov, CSO bei ACELab, präsentierte die aktuellen Erweiterungen der PC-3000-Plattform: Unterstützung weiterer SSD-Controller für SATA, NVMe und USB, zusätzliche Funktionen für Festplatten-Firmware und Verbesserungen beim Auslesen beschädigter Medien. DATA REVERSE® arbeitet seit 16 Jahren mit der Plattform, zu Beginn mit zwei Systemen für HDD- und Flash-Datenrettung. Die Ausstattung im Leipziger Labor ist seither mit den Aufgaben gewachsen.
Austausch zwischen Laboren, die mit denselben Werkzeugen arbeiten
Für das Leipziger Team lag der Wert der vier Tage ebenso in den Gesprächen mit anderen Laboren. Die Werkzeuge sind oft dieselben, die Erfahrungen mit bestimmten Laufwerksmodellen und Schadensbildern nicht. In den Pausen und an den Abenden ging es um schwierige SSD-Controller, Helium-Laufwerke und die Frage, wann sich ein besonders aufwendiger Rettungsversuch noch lohnt. Dabei kamen auch die Fälle zur Sprache, in denen die vorgestellten Verfahren an ihre Grenzen stoßen.
Fazit aus Leipzig
DATA REVERSE® wertet die vier Tage als fachlich ergiebig. Die Fallbeispiele zu beschädigten Flash-Speichern, die Möglichkeiten bei formatierten SSDs und der statistische RAID-Ansatz haben dem Team neue Ansatzpunkte für die eigene Laborarbeit gegeben, die Gespräche mit anderen Laboren haben bestehende Kontakte vertieft und neue eröffnet. Das Unternehmen dankt dem ACELab-Team für Organisation und Offenheit im Dialog sowie den Teilnehmenden für den Austausch. Zurück in Leipzig geht es nun darum, die Erkenntnisse in die tägliche Arbeit zu übertragen.
DATA REVERSE® ist ein Datenrettungslabor mit Sitz in Leipzig, nach ISO 9001 und ISO/IEC 27001 zertifiziert und seit über 20 Jahren auf Festplatten, SSDs, Flash-Speicher und RAID-Systeme spezialisiert.
Weitere Informationen: http://www.datareverse-datenrettung.de/ace-lab-tech-week-2026-in-alicante-rueckblick-und-fazit/ http://www.datareverse-datenrettung.de/wiederherstellen-von/flash-speicher/ssd-speicher/
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Aussender: DATA REVERSE® Datenrettung Ansprechpartner: Christine Schröder Tel.: +49 341 392 817 89 E-Mail: presse@datareverse.de Website: www.datareverse-datenrettung.de
