M&G, GB00B03MM408

Der National Grid Viking Link - Stromkabel verbindet Großbritannien und Dänemark

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 10:15 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

National Grid Viking Link überträgt bis zu 1.400 Megawatt Ökostrom zwischen Großbritannien und Dänemark und ist rund 760 Kilometer lang. Wer National Grid PLC Aktien (ISIN GB00B03MM408) hält, sollte dieses Infrastrukturprojekt kennen.

3D-Render eines modernen gläsernen Bürohochhauses mit Platz und Fußgängern in London
Architektur-Render eines modernen Glasturms verdeutlicht den Unternehmenssitz von M&G plc, ISIN GB00B03MM408, London, Illustration mit AI erstellt.

National Grid Viking Link liegt wie ein unscheinbares Band auf dem Meeresboden, nur wenige Zentimeter dick, aber über 760 Kilometer lang und an Land in großen Kabeltrommeln aufgerollt, deren Stahl nach kaltem Öl riecht. Wenn Projektleiterin Laura Mason von National Grid über das Hochspannungskabel spricht, macht sie deutlich, wie sehr dieses Energieprojekt den Alltag von Millionen Haushalten verändern kann.

Viking Link als Sonntags-Klassiker

National Grid Viking Link ist ein grenzüberschreitendes Hochspannungs-Gleichstromkabel (HVDC), das die Netze von Großbritannien und Dänemark direkt verbindet und bis zu 1.400 Megawatt übertragen kann. Mit dieser Kapazität lassen sich laut Betreiberangaben rechnerisch rund 2,5 Millionen britische Haushalte mit Strom versorgen, abhängig von Verbrauch und Lastprofil.

Der Interkonnektor wurde von National Grid gemeinsam mit dem dänischen Netzbetreiber Energinet entwickelt und verbindet die Umspannwerke Bicker Fen in Lincolnshire und Revsing in Südjütland. Über die Trasse werden vor allem Windstrommengen aus Dänemark und Norddeutschland flexibel mit dem britischen Markt verknüpft, um erneuerbare Energie besser auszulasten.

Technische Eckdaten und Bauphase

National Grid Viking Link arbeitet mit einer Übertragungsspannung von 525 Kilovolt Gleichstrom und nutzt moderne Konverterstationen, die den Strom aus den nationalen Wechselspannungsnetzen in Gleichstrom und wieder zurückwandeln. Die Gesamtlänge von rund 760 Kilometern ergibt sich aus einem etwa 620 Kilometer langen Seeabschnitt und zusätzlichen Landkabelsegmenten in beiden Ländern.

Die Bauarbeiten starteten nach der Final Investment Decision im Jahr 2018, als National Grid und Energinet das gemeinsame Projekt formell beschlossen und die Investitionssumme bestätigten. Im Laufe der Bauphase stellten Ingenieure von Siemens Energy und Hitachi Energy Konvertertechnik und Kabelsysteme bereit, während auf den Werften Kabelschiffe die schweren Trommeln luden.

Vertiefen & einordnen

National Grid PLC und der Viking Link Interkonnektor

Weitere Hintergründe zum Energieinfrastrukturprojekt Viking Link und zur Rolle von National Grid PLC im europäischen Stromverbund finden Sie in unserem Themenbereich und im Investor-Relations-Bereich des Unternehmens.

Strategische Rolle im europäischen Stromverbund

National Grid Viking Link ist Teil einer europäischen Strategie, Strommärkte enger zu koppeln und erneuerbare Energien über Grenzen hinweg einzusetzen. Durch den Interkonnektor kann Großbritannien bei hohem Windaufkommen in Dänemark günstigen Strom importieren und in windschwachen Phasen umgekehrt exportieren, sofern die Marktpreise dies unterstützen.

National Grid beschreibt Viking Link als Beitrag zur Versorgungssicherheit, weil der Zugang zu zusätzlichen Erzeugungsquellen die Risiken von Engpässen reduziert. Gleichzeitig soll der Handel über den Interkonnektor langfristig dazu beitragen, Wholesale-Preisspitzen zu glätten, was sich indirekt auf die Endkundenpreise auswirken kann, ohne dass konkrete Tarife zugesichert werden.

Kapazität, CO?-Effekt und Netzintegration

National Grid Viking Link mit 1.400 Megawatt Kapazität entspricht ungefähr der Leistung eines großen konventionellen Kraftwerksblocks, wird aber statt für Kohle oder Gas vor allem für Windstrom genutzt. National Grid und Energinet betonen, dass die bessere Nutzung von Offshore-Windparks durch den Interkonnektor dazu beitragen soll, CO?-Emissionen zu senken, indem weniger fossile Reserveleistung benötigt wird.

National Grid integriert Viking Link in seine britische Netzplanung als Teil des Interconnector-Portfolios, das auch Verbindungen nach Norwegen, Frankreich, Belgien und in die Niederlande umfasst. Diese Leitungen werden über die britische Strombörse und gekoppelte Day-Ahead-Märkte von Nord Pool und anderen Plattformen vermarktet, wodurch die Auslastung der Kabel dynamisch mit den Preisunterschieden zwischen den Regionen gesteuert wird.

Finanzierung und wirtschaftlicher Rahmen

National Grid Viking Link wurde im Rahmen regulierter Netzinvestitionen finanziert, bei denen die nationalen Regulierungsbehörden in Großbritannien und Dänemark den zulässigen Ertrag auf das eingesetzte Kapital festlegen. Für National Grid bedeutet das, dass Einnahmen aus dem Interkonnektor über Netzentgelte und den Energiehandel erzielt werden, während die Renditeobergrenzen den Charakter als Infrastrukturinvestment unterstreichen.

Im Geschäftsbericht von National Grid werden Interkonnektoren wie Viking Link als eigenständige Asset-Klasse geführt, die einen planbaren Cashflow beisteuern und zur Stabilität des Portfolios beitragen. Analysten verweisen darauf, dass eine solche Infrastruktur nicht nur für die Energiewende, sondern auch aus Sicht institutioneller Investoren interessant ist, weil die Nutzungsdauer typischerweise mehrere Jahrzehnte beträgt.

Projektsteuerung und beteiligte Unternehmen

National Grid Viking Link wurde unter der Verantwortung von Projektteams, in denen Ingenieure, Umweltplaner und Finanzcontroller zusammenarbeiten, realisiert. Für das Kabelsystem war unter anderem der japanische Hersteller Sumitomo Electric als Lieferant beteiligt, während europäische Engineering-Unternehmen an der Verlegung und an den Konverterstationen mitwirkten.

National Grid CEO John Pettigrew hat in mehreren Statements hervorgehoben, dass Interkonnektoren wie Viking Link ein Kernbestandteil der britischen Dekarbonisierungsstrategie seien und die Integration von Offshore-Wind im Nordsee-Raum erleichtern. Energinet wiederum sieht im Projekt eine Chance, dänische Windkapazitäten besser zu vermarkten und die Rolle des Landes als Energie-Drehscheibe Nordeuropas zu stärken.

Kosten, Regulatorik und langfristige Nutzung

National Grid Viking Link wird von Marktkommentatoren mit Projektkosten im Bereich von rund 2 Milliarden Euro beziffert, wobei konkrete Zahlen je nach Quelle variieren. Die Kosten umfassen Kabelproduktion, Installation, Konverterstationen und Netzanschlüsse sowie Planungs- und Genehmigungsschritte in beiden Ländern.

Die regulatorischen Rahmenbedingungen wurden in Großbritannien von Ofgem und in Dänemark von der nationalen Energieregulierungsbehörde begleitet. Diese Institutionen entscheiden über die Anerkennung der Investitionskosten im Netzentgelt und über die Aufteilung der Erlöse aus dem Energiehandel zwischen den beteiligten Netzbetreibern.

Markteinführung und Betriebsbeginn

National Grid Viking Link nahm nach Abschluss der Bau- und Testphase den kommerziellen Betrieb in den 2020er-Jahren auf, nachdem die Verbindung schrittweise in das europäische Strommarkt-Clearing eingebunden wurde. Vor der Inbetriebnahme wurden umfangreiche Tests der Kabelisolierung, der Konvertersteuerung und der Netzsynchronisation durchgeführt, um Fehlerquellen früh zu erkennen.

National Grid informiert öffentlich über Wartungsfenster und zeitweilige Kapazitätsreduktionen des Viking Link, wenn beispielsweise Inspektionen oder Arbeiten an den Konverterstationen anstehen. Für Verbraucher spielt das Kabel eher im Hintergrund eine Rolle, weil sich seine Wirkung vor allem in Großhandelspreisen und Netzstabilität zeigt, während der physische Stromfluss nicht direkt beim Endkunden sichtbar wird.

Konkreter Nutzen für Haushalte und Unternehmen

National Grid Viking Link kann vor allem in Zeiten hoher dänischer Windproduktion dazu beitragen, dass Großbritannien günstigere Stromimporte erhält, wodurch energieintensive Industrie und Gewerbe von niedrigeren Großhandelspreisen profitieren können. Für Haushalte ergibt sich der Nutzen eher indirekt über den allgemeinen Strompreis und über die Möglichkeit, dass die Netze weniger stark auf teure fossile Spitzenlastkraftwerke angewiesen sind.

National Grid betont im Kontext von Viking Link, dass solche Projekte zur „Resilience“ der Stromversorgung beitragen, weil mehrere internationale Verbindungen alternative Energiequellen erschließen. Unternehmen, die langfristige Stromlieferverträge schließen, berücksichtigen diese Infrastruktur zunehmend in ihren Risikoanalysen, da sie Einfluss auf Preisvolatilität und Versorgungssicherheit hat.

Risiken, Wartung und technische Herausforderungen

National Grid Viking Link verläuft zu großen Teilen durch maritime Gewässer, in denen Schiffsanker, Fischereiaktivitäten und geologische Veränderungen Risiken darstellen können. Deshalb wird das Kabel in vielen Abschnitten in den Meeresboden eingepflügt oder mit Schutzstrukturen versehen, um mechanische Belastungen zu minimieren.

National Grid und Energinet planen regelmäßige Überprüfungen des Kabelzustands und der Konverteranlagen, die sowohl per ferngesteuerter Sensorik als auch bei Bedarf durch spezialisierte Wartungsschiffe erfolgen. Gleichzeitig müssen die Netzbetreiber Cybersecurity-Aspekte beachten, weil Steuerungs- und Marktkommunikationssysteme zunehmend digital vernetzt sind.

Viking Link im Kontext anderer National-Grid-Produkte

National Grid Viking Link ist Teil eines größeren Portfolios von Interkonnektoren und Netzprojekten, zu dem auch die „Greenlink“, „North Sea Link“ und andere Leitungen zählen, die ebenfalls auf den Austausch von Strommengen mit europäischen Nachbarn setzen. Auf der britischen Seite arbeitet National Grid zusätzlich an Projekten zur Integration von Offshore-Wind mit neuen Hochspannungsleitungen und dem Ausbau der Netzinfrastruktur in Küstenregionen.

National Grid stellt auf seinen Informationsseiten den Zusammenhang zwischen Viking Link und nationalen Dekarbonisierungszielen her, die eine nahezu emissionsfreie Stromerzeugung in den kommenden Jahrzehnten anstreben. Der Interkonnektor unterstützt dabei die Flexibilität des Systems: Je nach Marktbedingungen kann Strom aus Regionen mit hoher Wind- oder Solarproduktion dorthin fließen, wo die Nachfrage aktuell besonders hoch ist.

Kurzfristige und langfristige Perspektiven

National Grid Viking Link zeigt kurz- bis mittelfristig vor allem seine Wirkung durch die erhöhte Anzahl von Stunden, in denen Preisunterschiede zwischen den Märkten genutzt werden können. Langfristig hängt der Erfolg des Projekts davon ab, wie schnell sich weitere Erzeugungs- und Speichertechnologien entwickeln und wie die Regulierung mit neuen Marktmodellen für Flexibilität und Speicher umgeht.

National Grid verweist in seinen Zukunftsszenarien darauf, dass Interkonnektoren wie Viking Link auch künftig relevant bleiben, selbst wenn nationale Erzeugungsportfolios wachsen. Denn der Austausch über Grenzen hinweg schafft zusätzliche Optionen, Engpässe auszugleichen und regionale Wetterextreme besser abzufedern, ohne dass sich einzelne Länder vollständig autark organisieren müssen.

Kontext und die National Grid Aktie

National Grid Viking Link ist für das Unternehmen ein typischer Infrastruktur-Klassiker: technisch anspruchsvoll, langfristig ausgelegt und eng reguliert, aber von zentraler Bedeutung für die Energiewende in Europa. Für Anleger ist relevant, dass die National Grid Aktie (ISIN GB00B03MM408) an der London Stock Exchange gehandelt wird und Interkonnektoren wie Viking Link einen Teil des regulierten Anlagevermögens bilden.

Fakten zum Viking Link Interkonnektor

  • Produkt: Viking Link Interkonnektor
  • Hersteller: National Grid PLC
  • Kategorie: Klassiker/Longseller Energieinfrastruktur
  • Markteinfuehrung: kommerzieller Betrieb in den 2020er-Jahren
  • UVP / Preis: Projektkosten im Milliarden-Euro-Bereich
  • Verfuegbarkeit: im Netzbetrieb zwischen Großbritannien und Dänemark
  • Zielgruppe: Energieversorger, Stromhändler, industrielle Großverbraucher, nationale Übertragungsnetzbetreiber
  • Besonderheit / USP: 760 Kilometer HVDC-Verbindung mit 1.400 Megawatt Kapazität zwischen Großbritannien und Dänemark

Mehr zu Viking Link in sozialen Medien

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | GB00B03MM408 | M&G | boerse | 69875774 |