FĂ€hrlinienbetreiber Hadag beklagt Treibstoffkosten - Auswirkungen auch in Kiel
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 12:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie öffentliche Kieler Schlepp- und FĂ€hrgesellschaft (SFK) hat notgedrungen den Treibstoff fĂŒr mehrere FĂ€hren gewechselt, was zu einem gröĂeren Reinigungsaufwand fĂŒhrt.
Die Hadag teilte mit, die Einnahmen blieben konstant, wĂ€hrend die Kosten fĂŒr Treibstoff stiegen. Es gebe einen höheren Finanzbedarf, fĂŒr den die Stadt aufkomme. Das Angebot werde trotz höherer Kosten nicht verringert, weil die Hadag Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sei und Fahrten anbieten mĂŒsse.
Die 28 Schiffe der Hadag tanken schwefelbefreiten Marinediesel. Zu der Flotte gehören drei Hybrid-FÀhren, die auch elektrisch fahren. Die Hadag geht nicht davon aus, dass das Entlastungspaket von Bund und LÀndern, das sich an Autofahrer richtet, Auswirkungen auf die Kosten hat.
Kieler Anbieter hat Treibstoff gewechselt
Die SFK in Kiel betreibt drei vollelektrische FĂ€hren, die auf der Schwentinelinie fahren. Auf der Fördelinie, die Stadtteile auf beiden Seiten der Kieler Förde verbindet, kommen fĂŒnf Plug-in-Hybrid-Schiffe zum Einsatz.
Diese fĂŒnf FĂ€hren fahren normalerweise mit GTL, das steht fĂŒr Gas to Liquid. "Dieser synthetische Dieselkraftstoff wird aus Erdgas hergestellt. Dieser Kraftstoff erzeugt kaum Feinstaub und Stickoxide", sagt der Sprecher. Die Produktionsstelle fĂŒr GTL im Nahen Osten sei jedoch zerstört worden. Daher fahre die SFK nun mit normalem Marinediesel.
FĂŒr die Reederei habe es sogar den Vorteil, dass sie wegen der höheren Energiedichte weniger Kraftstoff im Vergleich zum GTL verbrauche und dieser auch noch gĂŒnstiger sei, wie ein SFK-Sprecher sagte. "Die etwas geringeren Kosten fĂŒr den Kraftstoff werden durch die hĂ€ufigere Reinigung der Abgasfilter wieder kompensiert." Das Abgas vom Diesel enthĂ€lt sehr viel Feinstaub, von dem es gereinigt werde. "Daher ist das Ergebnis also gleich null."
"Es sollen auch die FĂ€hren entsprechend umgerĂŒstet werden, um Kraftstoff einzusparen. Es stehen also zunĂ€chst Investitionen an, um dann final die Kosten zu senken", sagte der Sprecher. Die höheren Kosten zahle die Landeshauptstadt.
Die Kieler Hafenschlepper fahren dagegen nur mit Marinediesel. "Hier sind kaum Einsparungen umzusetzen", sagte der Sprecher. Die SFK plane den Umstieg auf Hybridschlepper. "Die Mehrkosten tragen die Reedereien beziehungsweise Schiffsmakler."
Barkassenbetreiber schlieĂt Erhöhungen nicht aus
Die höheren Treibstoffpreise beschÀftigen nicht nur öffentliche Unternehmen, sondern auch die privaten Barkassenbetreiber im Hamburger Hafen. Die Fahrten durch den Hafen sind bei Urlaubern beliebt.
Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unternehmensgruppe Abicht, Hubert Neubacher, sagte, das Unternehmen habe frĂŒhzeitig Treibstoff zum Festpreis eingekauft. Die Lieferung halte bis Anfang 2027. Danach, von Februar an, erhöhten sich die Einkaufskosten im Monat im Vergleich zum Istzustand um circa 100.000 Euro.
Sollten die Einkaufspreise wieder auf das vorige Niveau sinken, könne Neubacher davon absehen, Ticketpreise zu erhöhen. "Sollte es jedoch bei den derzeitig hohen Preisen bleiben, werden wir an einer Erhöhung leider nicht vorbeikommen." Vorstellbar sei, die Preise um rund fĂŒnf Prozent zu steigern.
Zu der Unternehmensgruppe Abicht gehören die Anbieter Barkassen-Meyer und Gregors. Die Schiffe der Abicht-Gruppe tanken, wie einst die Hybrid-FÀhren der Kieler Schlepp- und FÀhrgesellschaft, GTL.
Anfragen an die Anbieter KapitĂ€n PrĂŒsse, Glitscher, Barkassen Ehlers und Barkassenbetrieb BĂŒlow blieben unbeantwortet.
