Forvis Mazars veröffentlicht eine Benchmark-Studie zur Finanzberichterstattung europÀischer Banken
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 11:30 Uhr | pressetext, AD HOC NEWSZentrale Erkenntnisse
* Im Jahr 2025 war keine allgemeine Verschlechterung des Kreditrisikos festzustellen. Wichtige Kennzahlen wie Deckungsquoten sowie modellunabhĂ€ngige Anpassungen ("Management Overlays") gingen leicht zurĂŒck und zeigen eine geringere Streuung als in den Vorjahren. * Die Bruttokreditexponierungen stiegen um 3,0 %, vor allem bei Engagements der Stufe 1 (Stage 1), wĂ€hrend die ECL-RĂŒckstellungen um 1,9 % zurĂŒckgingen. Dies fĂŒhrte zu einer niedrigeren durchschnittlichen Deckungsquote fĂŒr Kredite zu fortgefĂŒhrten Anschaffungskosten von 1,20 % (gegenĂŒber 1,26 % zum Jahresende 2024 und 1,57 % im Jahr 2019). * Die Ertragslage entwickelte sich weiterhin moderat positiv: Bei 18 der 26 untersuchten Banken stieg das operative Ergebnis. Das Wachstum fiel jedoch geringer aus als im Vorjahr (8 % gegenĂŒber 20 %). Der durchschnittliche ECL-Aufwand blieb mit 13 % des operativen Ergebnisses weitgehend stabil (2024: 12 %). * Der Anteil der Management Overlays an den gesamten ECL-RĂŒckstellungen sank weiter auf 9 % (2024: 10 %, 2023: 12 %). Dies bestĂ€tigt die schrittweise Normalisierung seit dem Höhepunkt der Pandemie und die zunehmende Bedeutung modellbasierter SchĂ€tzungen.
EuropÀische Banken zeigen stabile Kreditrisiken trotz anhaltender Unsicherheiten
Die Studie basiert auf den bis zum 1. April 2026 veröffentlichten GeschĂ€ftsberichten von 26 europĂ€ischen Bankengruppen. Obwohl zentrale Kreditrisikokennzahlen weiter zurĂŒckgingen, scheinen sich sowohl deren Niveau als auch die Unterschiede zwischen den Instituten zunehmend zu stabilisieren. Dies deutet darauf hin, dass europĂ€ische Banken insgesamt gut aufgestellt sind, um kĂŒnftigen wirtschaftlichen Belastungen zu begegnen.
ECL-Aufwand steigt leicht
Mit den steigenden operativen Ergebnissen erhöhte sich auch der durchschnittliche ECL-Aufwand um 14 %. Die erwarteten Kreditverluste machten damit rund 13 % des operativen Ergebnisses aus, verglichen mit 12 % im Jahr 2024. Die Kreditkosten bleiben somit beherrschbar, zeigen jedoch einen leichten AufwĂ€rtstrend. Gleichzeitig entwickelten sich die ECL-Aufwendungen unterschiedlich: 16 Banken verzeichneten einen Anstieg, 10 einen RĂŒckgang. Dies verdeutlicht die unterschiedlichen Risikodynamiken innerhalb Europas.
Verschiebung hin zu Stage-1-Engagements
Die Studie zeigt zudem eine Verschiebung der Kreditexponierungen zwischen den IFRS-9-Stufen. Das Wachstum wurde insbesondere von Stage-1-Engagements getragen, die durch NeugeschĂ€ft sowie Umschichtungen aus höheren Risikostufen zunahmen. Gleichzeitig gingen die Deckungsquoten fĂŒr Stage 1 zurĂŒck, wĂ€hrend sie fĂŒr Stage 2 und Stage 3 leicht anstiegen. Dies weist auf unterschiedliche Risikovorsorgedynamiken innerhalb der einzelnen Risikostufen hin. Peter Wundsam, Managing Partner bei Forvis Mazars in Austria, sieht darin ein Zeichen fĂŒr die zunehmende StabilitĂ€t des Sektors: "Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Banken zunehmend auf etablierte Risikomodelle stĂŒtzen können. Gleichzeitig bleiben sie wachsam und berĂŒcksichtigen geopolitische, wirtschaftliche und klimabezogene Unsicherheiten weiterhin in ihren Bewertungen."
Georg Fikar, Director Financial Services bei Forvis Mazars in Austria, sieht darin ein Zeichen fĂŒr die zunehmende StabilitĂ€t des europĂ€ischen Bankensektors: "Die Ergebnisse zeigen, dass europĂ€ische Banken ihre Risikomanagement- und Prognoseprozesse in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt haben. Der RĂŒckgang der modellunabhĂ€ngigen Anpassungen bei der Risikovorsorge spricht dafĂŒr, dass viele Institute wieder stĂ€rker auf ihre etablierten IFRS-9-Modelle vertrauen können. Die insgesamt stabile Entwicklung des Kreditrisikos zeigt, dass zahlreiche Banken heute widerstandsfĂ€higer aufgestellt sind als noch vor wenigen Jahren."
Weniger Management Overlays
Auch die Nutzung von Post-Model Adjustments und Overlays ging weiter zurĂŒck. Ihr Anteil an den gesamten ECL-RĂŒckstellungen lag 2025 bei nur noch 9 % und damit so niedrig wie seit ihrer EinfĂŒhrung wĂ€hrend der Covid-19-Pandemie nicht mehr. Die Ergebnisse deuten auf eine stĂ€rkere Orientierung an modellbasierten KreditrisikoschĂ€tzungen hin. Gleichzeitig berĂŒcksichtigen die Banken weiterhin makroökonomische, handelsbezogene sowie klimabezogene Unsicherheiten in ihren Risikomodellen.
"Banken bleiben insgesamt widerstandsfÀhig"
Vincent Guillard, Partner und Leiter der Studie, erklĂ€rt: "Unsere Studie zeigt, dass sich europĂ€ische Banken aus Kreditrisikosicht weiterhin insgesamt in einer stabilen Position befinden. Die Bilanzen spiegeln eine Verschiebung hin zu Stage-1-Engagements sowie eine geringere AbhĂ€ngigkeit von Management Overlays wider. Obwohl die Kreditkosten im Durchschnitt leicht gestiegen sind, entwickeln sich die Trends von Institut zu Institut unterschiedlich. Vor diesem Hintergrund beeinflussen anhaltende makroökonomische Unsicherheiten â einschlieĂlich handelspolitischer Spannungen â weiterhin die zukunftsgerichteten Annahmen und fĂŒhren zu vorsichtigen Prognosen."
Vorsicht prÀgt weiterhin die Prognosen
Insgesamt zeigen die in der Studie untersuchten zukunftsorientierten makroökonomischen Annahmen weiterhin ein heterogenes Bild. Zwar liegen die Prognosen der Banken weitgehend im Einklang mit jenen der EuropÀischen Zentralbank und der Bank of England, dennoch bestehen Unterschiede. Die Mehrheit der Banken misst negativen Szenarien weiterhin ein bedeutendes Gewicht bei.
Ăber die Studie "Financial reporting of European banks" Die Studie basiert ausschlieĂlich auf Informationen aus den bis zum 1. April 2026 veröffentlichten GeschĂ€ftsberichten von 26 europĂ€ischen Banken. Pressemitteilungen, InvestorenprĂ€sentationen oder vergleichbare Veröffentlichungen wurden nicht berĂŒcksichtigt. Die detaillierte Methodik ist im vollstĂ€ndigen Bericht beschrieben.
Download der gesamten Studie zur Finanzberichterstattung europÀischer Banken: www.forvismazars.com/at/de/branchen/financial-services/banking/finanzberichterstattung-europaeischer-banken-2026 ( https://www.forvismazars.com/at/de/branchen/financial-services/banking/finanzberichterstattung-europaeischer-banken-2026 )
Ăber Forvis Mazars Forvis Mazars ist eine der gröĂten WirtschaftsprĂŒfungs- und Steuerberatungskanzleien in Ăsterreich mit Standorten in Wien und Krems. Rechtliche Leistungen werden unter der Marke "Forvis Mazars Legal in Austria" durch die unabhĂ€ngige Kanzlei Starlinger Mayer RechtsanwĂ€lt:innen GmbH erbracht. Das Unternehmen wĂ€chst stetig und hat derzeit sechzehn Partner:innen sowie mehr als 250 Mitarbeitende. Forvis Mazars in Ăsterreich ist Teil einer internationalen Partnerschaft mit ĂŒber 40.000 Mitarbeitenden in mehr als 100 LĂ€ndern. Damit ist die Kanzlei ein leistungsstarker Partner fĂŒr Unternehmen unterschiedlichster GröĂe und Branchenzugehörigkeit. Als Mitglied der Science Based Targets initiative (SBTi) und des Global Compact der Vereinten Nationen verfolgt Forvis Mazars klare Ziele in den Bereichen Nachhaltigkeit, Verantwortung und UnternehmensfĂŒhrung.
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