Frankfurt Eröffnung: Gewinne - KI- und Zinssorgen gemildert
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 09:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Dax DE0008469008 stieg in den ersten Handelsminuten um 0,6 Prozent auf 25.535,97 Punkte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenkonzernen gewann fast ein Prozent auf 30.507,90 Punkte.
Am Vortag hatten hohe Verluste von KI-Aktien zwar auch hierzulande auf die Stimmung der Anleger gedrückt. Der Dax ist aber vor allem von Unternehmen aus klassischen Branchen geprägt, weshalb die KI-Schwäche nur bedingt Spuren hinterließ. Grund der teils heftigen KI-Kurseinbrüche waren Ängste mancher Anleger, dass sich die milliardenschweren Investitionen der KI-Konzerne womöglich nicht auszahlen könnten.
An den US-Börsen hatte sich die Stimmung am Donnerstag im Handelsverlauf dann aber aufgehellt und in Asien nutzten die Anleger vor dem Wochenende die jüngste Tech-Schwäche zum Kauf. Hinzu kommt ein leichter Rückgang der Ölpreise und Anleiherenditen. In diesem Umfeld zeichnet sich für den Dax ein Wochengewinn von 1,6 Prozent ab, obwohl zur Wochenmitte eine überraschend hohe US-Inflation die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen weiteren US-Leitzinserhöhung hatte steigen lassen. Das hatte Aktienkurse weltweit belastet.
Dass sich der Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, in einer Rede aber nicht spezifisch zur Geldpolitik äußerte, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich sinken. Zum Thema Künstliche Intelligenz sagte Warsh, dass Investitionen in diesen Bereich die US-Wirtschaft stark unterstützten. "Kevin Warsh gibt den Börsen den Optimismus zurück", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Kommentare zur Künstlichen Intelligenz ließen die KI-Sorgen der Anleger zumindest temporär schwinden.
Im Dax DE0008469008 und im MDax DE0008467416 rangierten die Rüstungsaktien Rheinmetall DE0007030009, Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 mit Kursgewinnen von gut zweieinhalb Prozent weit vorn.
Im Fokus stand indes der Chipindustrie-Ausrüster Aixtron DE000A0WMPJ6, nachdem er im dritten Quartal mit Auftragseingang und operativer Profitabilität die Analystenerwartungen übertroffen hatte. Mit einem Kursplus von gut sechs Prozent machten die Papiere einen Teil ihrer Vortagesverluste von fast 13 Prozent wett. Da hatten sie unter der schlechten Tech-Stimmung gelitten.
Damit schaffte es Aixtron am Freitag aber "nur" auf Platz zwei im MDax. Ganz vorn schnellte der Aktienkurs von Nordex um mehr als 14 Prozent nach oben. Der Windkraftanlagenbauer überzeugte die Anleger mit einem überraschend guten dritten Quartal und einem optimistischeren Gewinnausblick.
Für die Anteilsscheine von Verbio DE000A0JL9W6 ging es um gut neun Prozent nach oben auf 28,02 Euro. Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies blickt nun deutlich optimistischer auf die Gewinnperspektiven des Biospritherstellers. Er hob das Kursziel auf 42 Euro an und stufte die Papiere daher auf "Buy" hoch.
Derweil bekommt die Unicredit IT0005239360 für die Übernahme von Commerzbank DE000CBK1001-Anteilen nach eigenen Angaben grünes Licht von der EZB-Bankenaufsicht. Damit kann die italienische Großbank die Commerzbank-Aktien, die sie sich im Sommer über ein Tauschangebot gesichert hatte, in eigene Anteile umwandeln. Die Genehmigung war bereits erwartet worden, stützt aber dennoch die Aktien der Commerzbank. Ihr Kurs stieg um rund ein Prozent.
