ROUNDUP, Huthi

Huthi greifen Wolkenkratzer im Zentrum von Riad an

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 16:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die vom Iran unterstĂŒtzte Huthi-Miliz hat im Zentrum der saudischen Hauptstadt Riad einen bekannten Wolkenkratzer angegriffen.

Das VerwaltungsgebĂ€ude des staatlichen Ölkonzerns Aramco sei getroffen worden, teilte das saudische Energieministerium mit. TrĂŒmmerteile seien auf das GebĂ€ude gefallen und hĂ€tten "begrenzten Schaden" verursacht, hieß es. Tote oder Verletzte habe es nicht gegeben.

Im Internet kursierten Fotos und Videos, die schwere SchĂ€den am Aramco Tower im Zentrum von Riad zeigen. Demnach riss der Angriff ein großes Loch ĂŒber mehrere Stockwerke in die Glasfassade. Das 34 Stockwerke hohe GebĂ€ude ist im Besitz Aramcos und liegt im zentralen GeschĂ€ftsbezirk von Riad. Dort stehen auch einige der bekanntesten Wolkenkratzer der Stadt.

Huthi bestÀtigen Angriff auf den GeschÀftsbezirk

Huthi-MilitÀrsprecher Jahja Sari bestÀtigte die Attacke und erklÀrte, die Miliz habe unter anderem das Bankenviertel von Riad angegriffen, das als Finanzdistrikt König Abdullah bekannt ist. Die Huthi hÀtten auch den internationalen Flughafen von Riad erneut angegriffen sowie Aramco-Ziele im Osten und saudische Truppen im Jemen.

Der Ölkonzern Aramco sitzt in Dhahran im Osten Saudi-Arabiens, ist in Riad aber auch groß vertreten. Der GeschĂ€ftsbezirk mit seinen rund 100 GebĂ€uden gilt als Symbol fĂŒr Saudi-Arabien als modernen Standort fĂŒr Wirtschaft und Finanzen.

Drohnen und Marschflugkörper abgefangen

Liegenschaften des Ölkonzerns wurden immer wieder Ziel von Huthi-Angriffen, die ihre Attacken auf Saudi-Arabien in den vergangenen Monaten noch deutlich verstĂ€rkt haben. Sie nehmen dabei unter anderem FlughĂ€fen und Öl-Infrastruktur ins Visier. Die von Saudi-Arabien angefĂŒhrte MilitĂ€rkoalition zum Kampf gegen die Huthi teilte mit, Drohnen und Marschflugkörper seien in Riad sowie im SĂŒden des Landes abgefangen worden. Der saudische Zivilschutz gab unter anderem fĂŒr die Hauptstadt erneut Warnungen heraus.

Saudi-Arabien setzte seine Luftangriffe im Jemen nach Huthi-Angaben ebenfalls fort. Dort stieg die Zahl der Todesopfer nach einem Luftangriff in Sanaa auf 33, wie ein Sprecher des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums mitteilte. Unter den Todesopfern seien 13 Kinder. 39 weitere Menschen seien verletzt worden.

Datenprojekt zÀhlte 140 getötete Zivilisten im Oktober

Saudi-Arabien begann 2015 mit VerbĂŒndeten, Stellungen der Huthi im Jemen zu bombardieren, um die Miliz zurĂŒckzudrĂ€ngen. Riad wird unterstĂŒtzt von der international anerkannten Regierung im Land und örtlichen Milizen. Nach einer Waffenruhe ab 2022 sind die KĂ€mpfe im Zuge des Iran-Kriegs wieder eskaliert.

Nach ZĂ€hlungen des unabhĂ€ngigen Yemen Data Project, das Luftangriffe der saudisch gefĂŒhrten MilitĂ€rkoalition im Jemen sowie zivile Kriegsopfer zĂ€hlt, gab es im vergangenen Monat so schwere saudische Angriffe im Jemen wie zuletzt 2017. Mindestens 140 Zivilisten seien dabei getötet und mehr als 280 weitere verletzt worden. Das Projekt zĂ€hlte allein im Oktober mehr als 430 saudische Bombardierungen in dem BĂŒrgerkriegsland. Saudi-Arabien zog wegen der vielen zivilen Opfer im Krieg international immer wieder Kritik auf sich.

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